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Lorenz: "Stellt sich die Frage, ob die Saison ein sportlich faires Ende nimmt"

Vorschau Kreisliga 2 23. Spieltag

Mit einem abgespeckten Programm geht es nach einer gefühlten Ewigkeit wieder los. Da Primus Mögeldorf im Toto-Pokal gegen Türkspor/Cagrispor antritt, wurde die Partie gegen Burggrafenhof abgesagt. Auch TSCS II wird nicht beim Post SV antreten, die Partie wurde mit Zustimmung der Ebenseekicker auf kommenden Dienstag verlegt.

Kritisiert das Gebahren mancher Vereine auf dem Transfermarkt: Detlef Lorenz, Trainer der DJK Falke

 / © Matthias Janousch

Tabellarisch nicht auf Rosen gebettet ist der FC Stein, der den Abstiegsrelegationsplatz belegt. Auch die Vorbereitung verlief nicht nach Wunsch von Trainer Thomas Eckert. "Leider muss ich auf eine durchwachsene Covid-Vorbereitung zurückblicken, nicht alle Spieler befinden sich auf einem Fitnesslevel. Hinzu kommen auch schon wieder einige verletzte Spieler, die uns nicht nur am Sonntag fehlen werden. Mal sehen, ob meine Spieler den Schalter am Sonntag gegen Buch II zu 100 Prozent umlegen können. Uns ist die Schwere der Aufgabe bewusst, aber uns ist auch klar, dass wir dieses Sechs-Punkte-Spiel eigentlich schon fast gewinnen müssen, und dafür werden meine Spieler hoffentlich alles geben." Bei den kleinen Bucher Jungs überwiegt die Vorfreude auf den Start. "Nach der längeren Zwangspause ist die Freude auf das erste Punktspiel riesig! Die Jungs und auch alle um die Mannschaft herum sind heiß endlich wieder loslegen zu dürfen, und zum Glück auch wieder vor Zuschauern. Der Amateur-Doppelpass rund um die Vereine gehört einfach dazu und hat die letzten Monate auch gefehlt", gesteht sich Coach Jörg Awerkow ein. "Nun geht es zum Auftakt gleich zu einem richtungsweisenden Spiel gegen den FC Stein. Wir haben aufgrund des Hinspiels, bei dem wir trotz klarer Überlegenheit leider als Verlierer vom Platz gingen, einiges gutzumachen. Mit einem Sieg können wir den Vorsprung auf die Steiner auf acht Punkte erhöhen, und das wird auch unser Ziel sein. Wir werden versuchen dominant aufzutreten und den Steinern unser Spiel aufzwingen."

Der FC Bayern Kickers geht auf dem Papier als klarer Favorit in die Partie gegen den Tabellenletzten Tuspo Nürnberg. "Wir freuen uns natürlich, dass es wieder losgeht. Haben fleißig unsere Automatismen trainiert. Sind aber nach dem großen Umbruch noch nicht dort, wo wir sein wollen. Die gute Ausgangslage in der Tabelle wollen wir mit unserer Spielfreude weiterhin beibehalten", erklärt BaKi-Coach Ahmet Aydin, der mit seinem Team in Schlagdistanz zum Aufstiegsrelegationsplatz liegt. Ganz anders die Lage beim TuSpo: Die Mannschaft von Metin Kett liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz und braucht im weiteren Saisonverlauf ein großes Fußballwunder, um zumindest die Abstiegsrelegation zu erreichen.

Keine leichte Aufgabe wartet auf die DJK Eibach zum Start. "Nach der Corona-Pause empfangen wir gleich den Tabellenzweiten Vatanspor. Das Team von Ahmet Dönmez hat sich nochmals richtig gut verstärkt und wird zu Beginn ein schwer zu bespielender Gegner sein. In der Hinrunde konnten wir eine 2:0-Führung leider nicht über die Zeit retten und mussten das Spiel noch mit 2:3 hergeben", so Eibachs Trainer Christian Hüttl, der sich etwas mehr Elan in den vergangenen Wochen gewünscht hätte. "Die Vorbereitung in den letzten Wochen lief sehr durchwachsen, in den Testspielen mussten wir vermehrt mit Spielern aus der zweiten Mannschaft auffüllen, und die Trainingsbeteiligung war auch nicht besonders hoch. Hinzu kam das Verletzungspech bei einigen Spielern, wie Basti Haas, Manu Martini und Daniel Nietzer. Trotzdem werden wir versuchen, am kommenden Sonntag eine gute Leistung auf den Platz zu bringen und dem Gegner entsprechend Paroli zu bieten." Der Gegner hat es wahrlich in sich, schließlich will Vatan weiter im Aufstiegsrennen mitmischen. "Endlich geht es wieder los, nach einigen Wochen mit Testspielen und so langer Pause wird es ganz wichtig sein Spannung reinzubekommen in die wieder startende Runde. Die Vorbereitung verlief schwierig, wir hatten gegenüber Vereinen, die einen eigenen Platz haben, das Nachsehen. Wir konnten erst vor ein paar Wochen auf die Plätze, da die Anlagen seitens der Stadt gesperrt waren. Auch Testspiele mussten wir komplett auswärts planen und können immer noch nicht die Kabinen nutzen. Jetzt, wo es vermeintlich mehr regnen und auch kälter sein wird, bin ich gespannt, ab wann die Stadt uns den Zugang zu den Räumlichkeiten gewähren wird", gibt Coach Ahmet Dönmez einen Einblick in die Schwierigkeiten, die er auszumerzen versucht. "Denke, die Vorbereitung war so, wie sie jetzt gelaufen ist, auch für uns komplett Neuland. Ich bin stolz auf die Jungs, mit was für einem Ehrgeiz und einer Freude gearbeitet wurde. Die Urlaubszeit ist auch vorbei, und wir haben seit zwei Wochen den gesamten Kader an Bord. Wir werden eines der schwersten Auswärtsspiele bestreiten müssen, Eibach ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die seit Jahren es immer geschafft hat, den Klassenerhalt für sich zu entscheiden. Wir werden über unsere Möglichkeiten gehen müssen, um hier ein positives Ergebnis erzwingen zu können." Drei angeschlagene Spieler geben den anderen die Möglichkeit sich zu beweisen. "Ich hoffe auf eine gute Leistung meiner Mannschaft und auf ein faires verletzungsfreies Spiel."

Mit Berkan Caglar und Akin Bölük verließen die beiden besten Torschützen die Turnerschaft. Einige weitere Leistungsträger folgten. Trotzdem wird das Karali-Team eine schlagkräftige Truppe ins Rennen schicken. Unter anderem kam Enes Arici, und auch der zuletzt monatelang gesperrte Leondrit Maraj schloss sich den Fürthern an. Wie für die Turnerschaft geht auch bei Falke der Blick nach hinten. "Über das Für und Wider der Fortsetzung der Saison wurde ja schon ausreichend diskutiert. Es hilft alles nichts, wir müssen alle wieder ran. Nachdenklich stimmt mich lediglich, wenn man liest, wie teilweise am Transfermarkt zugeschlagen wurde. Da stellt sich mir die Frage, ob diese Saison ein faires sportliches Ende nimmt", nimmt Falke-Coach Detlef Lorenz kein Blatt vor den Mund. Davon lässt er sich aber nicht unterkriegen. "Eine durchaus positive Vorbereitung lässt uns hoffnungsvoll in die nächsten Spiele gehen. Unser Ziel sieht klar den Klassenerhalt im Fokus. Ich wünsche allen Mannschaften viel Glück und hoffe, dass die Saison 19/20 dann endlich in 2021 ein Ende findet."

Der KSD Hajduk schielt noch mit einem Auge nach vorne, während die Blicke beim ASV Fürth nach hinten gerichtet sind. ASV-Co-Trainer Stefan Sattler geht die Partie guten Mutes an. "Es wird sehr spannend sein zu sehen, welchen Leistungsstand die Mannschaft am Wochenende vorzuzeigen hat. Es ist eine wirkliche Freude diese Mannschaft trainieren zu sehen und Lösungen zu erarbeiten. Voller Engagement und einer Menge Potenzial. Es wächst etwas zusammen – im Training, in der Kabine, privat." Nun stehen aber die Punkte klar im Vordergrund, die es noch zu holen gilt. "Allerdings steht die Mannschaft nun in der Pflicht dies auch spürbar zu machen. Gutes Training und Stimmung ist das eine. Aber Klappe halten, Ärmel hochkrempeln und rennen bis zur Bewusstlosigkeit hält die Klasse. Das ist unser Ziel." Adrian Mesek, Trainer des KSD Hajduk, verbindet mit dem Re-Start auch eine Ablenkung von Alltagssorgen: "In den 90 Minuten werden wir die Entscheidungen der Verbände, der Regierung und deren Logik vergessen und einfach Spaß haben." Zugleich ist Mesek gespannt, wie die Standortbestimmung am Sonntag ausfallen wird: "Wir, wie ich denke auch viele andere, haben uns schwergetan, wieder in den Rhythmus zu kommen und fit zu werden. Über den ASV Fürth kann ich jetzt nicht viel sagen, denn keiner weiß, wie fit der Gegner ist. Am ersten Spieltag werden viele Faktoren eine Rolle spielen." Personell musste Mesek in der Vorbereitung einige Kröten schlucken "Da auch noch die Grenze zu Kroatien für den Urlaub offen war, hatte ich über den August viele Spieler nicht da." Hier vor Ort geht es mit Problemen weiter: "Wir dürfen auf städtischen Plätzen keine Kabinen und Duschen benutzen, dadurch wurde es umso schwieriger. Jedoch habe ich in den letzten zwei Wochen gemerkt, dass die Jungs wieder kurz davor sind, die alte Form wieder einzunehmen." Für den Hajduk-Trainer sind nun zwei Dinge besonders wichtig: "Ich persönlich wünsche erstmal jedem ein verletzungsfreies Spiel und viel Spaß."

Erst um 17:30 Uhr wird die Partie der SGV 83 gegen den TSV Cadolzburg angepfiffen. "Für uns geht es darum - nach einer guten und sehr lange andauernden Vorbereitung - wieder gut reinzukommen und möglichst mit einem Sieg oben mit dabei zu bleiben. Aus dem Hinspiel ist noch eine kleine Rechnung offen. Nachdem wir dort damals bereits souverän 4:1 führten und uns in den letzten 20 Minuten katastrophal präsentierten und noch unentschieden spielten, wollen wir diesmal unbedingt über 90 Minuten überzeugen", nimmt sich SGV-Coach Dirk Wagler vor. "Unseren Gegner schätze ich insgesamt als sehr unangenehm ein. Sie spielen aus einer geordneten Defensive heraus und lauern auf ihre Chance. Wir werden uns also etwas einfallen lassen müssen; da vertraue ich jedoch auch auf unsere starke Offensive. Ich persönlich freue mich riesig, dass es endlich wieder um Punkte geht." Gegner TSV Cadolzburg kommt derweil auf dem Zahnfleisch daher und wird in diesem Duell auf sechs Stammspieler verzichten müssen. Mayer plagt sich mit einer Zerrung herum, Neukam laboriert an einem Zehenbruch, Pires hat sich das Außenband im Knöchel gerissen, Basti Bieber leidet an einem Bandscheibenvorfall und Sandler sowie Schwengler befinden sich im Urlaub. "Es sind keine guten Voraussetzungen für Sonntag, aber wir machen das Beste daraus", erklärt Coach Manfred Krimm.

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