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Neustadt: Zusammenschluss der Rivalen

Für eine erfolgreichere Zukunft

Der TSV und der FSC Franken wollen in Neustadt wieder bessere Fußball-Zeiten erleben und planen deshalb den Zusammenschluss.

Ein Bild aus sportlich erfolgreicheren, aber auch teuren Zeiten: 2010, Relegationsspiel in Dietenhofen, der TSV Neustadt (in den blauen Trikots) verlor damals 1:2 gegen die SpVgg Ansbach beim Duell um einen Platz in der Bayernliga. 

 / © Sportfoto Zink

Der Vereinsfußball in Neustadt hat schon bessere Zeiten erlebt. Angesicht der aktuellen Eingruppierung in der untersten Liga, muss man sogar sagen, dass die Zeiten wohl nie schlechter waren. Aber die Verantwortlichen des TSV und des FSC Franken arbeiten daran, dass es wieder aufwärts geht. Vor allem arbeiten sie gemeinsam daran.

Bemerkenswert ist dies deshalb, weil das Verhältnis der Neustädter Vereine „über lange Jahre von Rivalität und Argwohn“ geprägt war, wie es der TSV-Vorstand selbst in einem Brief an seine rund 850 Klubmitglieder ausdrückte. Grund des Schreibens sind Pläne für eine Zusammenführung der beiden Sportvereine. Die Fußballabteilungen arbeiten ohnehin schon seit viereinhalb Jahren in einer Spielgemeinschaft im Herrenbereich zusammen, die nach sportlich schwierigen Jahren nun wieder Auftrieb bekommen soll.

Derzeit ist die SG Neustadt Spitzenreiter, mit acht Punkten Vorsprung vor dem Zweiten. Allerdings nur in der B-Klasse, der untersten Fußballliga in Bayern. Das kurzfristige Ziel ist der Aufstieg. Die Spielberechtigung in der A-Klasse ginge auf eine wie auch immer fusionierte Mannschaft über. Mittelfristig will man im Herrenbereich wieder „ein stabiles Fundament mit mindestens zwei Teams haben“, sagt Peter Kreß, stellvertretender FSC-Vorsitzender. In den vergangenen Jahren sind schon eine Reihe ehemaliger Neustädter Fußballer zurückgekehrt, darunter frühere Landesligakicker. Auch die Spieler selbst wollen laut Kreß keine Spielgemeinschaft mehr, sondern „eine richtige sportliche Heimat, als der eine Neustädter Fußballverein“.

Diesmal kein Geld

„Klar ist aber auch, dass Geld diesmal nicht im Spiel sein wird“, ergänzt Peter Dippold, stellvertretender Vorsitzender des TSV, „bezahlter Sport ist definitiv keine Option mehr für uns.“ Was angesichts der jüngeren Geschichte des größeren Stadtrivalen nicht selbstverständlich ist. Lange Zeit hatte der TSV die einzige Fußballmannschaft in der Kreisstadt und war mit Hilfe von Sponsoren ein fester Bestandteil der Landesliga. 2010 klopften die Neustädter sogar an das Tor zur Bayernliga und unterlagen erst in der Verlängerung des Relegationsspiels gegen die SpVgg Ansbach mit 1:2.

Doch im Sommer 2016 gab es den großen Knall. Nach internen Querelen zogen die Verantwortlichen das Team aus der Landesliga zurück. Die Spieler der ersten und weite Teile der zweiten Mannschaft verließen den Verein, die Jugendabteilung löste sich auf. Da war es gut, dass es mittlerweile eine weitere Fußballmannschaft in der Kreisstadt gab.

1990 hatte sich als reiner Fußballverein der FSC Franken gegründet. Die meisten Mitglieder waren vorher beim großen Rivalen. Gleich in die erste Spielzeit wurde mit zwei Männermannschaften gestartet und es ging schnell bergauf. In der zweiten Saison gelang der Aufstieg in die Kreisklasse (damals B-Klasse), wo man sich sofort in der Spitzengruppe platzierte. Doch als zwei Jahre später der nächste Aufstieg angepeilt wurde, musste der FSC stattdessen den Abstieg hinnehmen. Zwar wurde dieser mit der umgehenden Rückkehr noch einmal korrigiert, aber zwei Jahre später ging es wieder in die C-Klasse, die heutige A-Klasse. Dort spielte die Mannschaft eine Nebenrolle, bis wegen Spielermangels im Mai 2000 der Betrieb ganz eingestellt wurde.

Absturz in die B-Klasse

Seit 2011 rollte der Ball wieder beim FSC Franken. Für die Saison 2015/16 wurde eine Spielgemeinschaft mit der zweiten Mannschaft des Nachbarn SpVgg Steinachgrund eingegangen. Doch nach dem Erdbeben beim großen Lokalrivalen lautete das Gebot der Stunde, alles für die Aufrechterhaltung des Fußballs in Neustadt zu tun. Die SG mit Gutenstetten wurde wieder gelöst und eine neue mit dem TSV Neustadt gebildet. In der Saison 2016/17 trat die SG mit zwei Teams in der Kreisklasse und der B-Klasse an. Die Erste stieg jedoch ab und scheiterte in der Folgesaison am Wiederaufstieg. Nach einem weiteren nur durchwachsenen Spieljahr in der A-Klasse suchten einige Leistungsträger ihr Glück woanders. Und die SG in der B-Klasse einen Neustart, während die Zweite Mannschaft wieder einmal dem engen Spielerkader zum Opfer fiel.

Der Jugendfußball wird seit 2016 komplett vom FSC Franken mit seinen rund 350 Mitgliedern abgedeckt. Zwölf Teams von der G- bis zur B-Jugend sind derzeit im Spielbetrieb aktiv. „Wir wollen den Jugendspielern eine Perspektive bieten, dass sie nach der A-Jugend in ihrem Neustädter Verein bleiben können“, sagt Peter Dippold. Das eigene Sportgelände war dafür schon bisher zu klein.

Mit den drei Plätzen „An der Weißen Marter“ sieht das künftig anders aus. Durch Unterstützung der Stadt wurde in den vergangenen Monaten auf dem TSV-Gelände einiges bewegt. Für den A-Platz im Stadion wurde ein Flutlicht beantragt. Der lange vernachlässigte B-Platz ist inzwischen in einem guten Zustand und der C-Platz wurde komplett neu aufgebaut. Dieser soll ab dem Frühjahr für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung stehen. Die Zusammenführung der Vereine ist im kommenden Jahr geplant. Aber vielleicht hat der Aufschwung im Neustädter Fußball ja schon begonnen.

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