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Die Kipfmüller-Brüder beim SV Großhabersdorf: Wie der Vater, so die Söhne

Die Seele des Vereins

Als Abteilungsleiter und Jugendwart kümmern sich die Brüder Thomas und Oliver Kipfmüller um die Großhabersdorfer Fußballer. Quasi eine Lebensaufgabe.

"Ich wollte meinen Verein nicht dahinsiechen lassen": Thomas Kipfmüller (links) engagiert sich mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Oliver seit Jahren beim SV Großhabersdorf.

 / © Hans- Joachim Winckler

"Wenn meine Kinder groß genug sind, können wir die Posten tauschen." Was Thomas Kipfmüller (36) mit einem lauten Lachen zu seinem Bruder Oliver (38) sagt, das ist gar nicht so weit hergeholt. Die beiden Brüder sorgen dafür, dass die Fußballabteilung beim SV Großhabersdorf läuft, und das schon seit Jahren. Thomas ist Abteilungsleiter, Oliver der Jugendwart. Wenn also die zweijährigen Zwillinge von Thomas selbst dem Ball im Verein hinterherjagen, könnte der eine vom anderen übernehmen.

Seit dem sechsten Lebensjahr sind die beiden dem SV Großhabersdorf verbunden, haben hier schon früh mit dem Fußballspielen begonnen. Nun darf man aber nicht den Fehler machen, zu glauben, dass die beiden sich ihren Heimatverein untereinander aufteilen wollen, im Gegenteil. Denn zu ihren Posten gekommen sind die Brüder, weil sich nur schwer ein anderer gefunden hätte.

Schlichtweg ein Vakuum habe es gegeben, als Thomas 2015 übernahm, zunächst in einem Zweier-Gespann, seit zwei Jahren ist er alleiniger Abteilungsleiter. "Es war damals kaum jemand für den Job da und ich wollte meinen Verein nicht dahinsiechen lassen." Es ist keine Aufgabe, die der 36-Jährige nur vorübergehend machen möchte, denn der SV Großhabersdorf ist für die Kipfmüllers Heimat: "Unser Vater hat hier schon gespielt und war Spielleiter. Wir als Großhabersdorfer identifizieren uns voll mit dem Verein, er liegt uns sehr am Herzen, darum wollen wir ihm durch unsere Arbeit Stabilität geben." Doch das geht nur mit Unterstützung. Darum hat Kipfmüller die Fußballabteilung breiter aufgestellt, unter anderem mit einem zweiten Abteilungsleiter.

Vertrag auf Lebenszeit

Man merkt, dass etwas vorangeht im Verein. Eine neue LED-Flutlichtanlage beleuchtet nun die Felder, der B-Platz wurde saniert. Auch ein großes Jugendturnier fand 2019 erstmals wieder statt, für Oliver Kipfmüller ein positives Zeichen: "Wir haben da viel Zuspruch bekommen und wollen es wiederholen. Das Lob tut gut." Auch der ältere der beiden Brüder ist ganz ähnlich zum Ehrenamt gekommen. Aus der Not geboren sei es 2013 gewesen, als Oliver den Posten des Jugendleiters übernahm: "Ich kann es nicht haben, wenn es heißt, irgendjemand muss es machen und niemand die Verantwortung übernehmen will." So stellte sich der zweifache Vater zur Verfügung und avancierte zwangsweise zum Dauerbrenner: "Man merkt ziemlich schnell, dass man einen Vertrag auf Lebenszeit unterschreibt." 

Darüber hinaus trainiert der Chemieingenieur eine Jugendmannschaft, im Moment die C-Jugend. Das wechselt sich aber von Jahr zu Jahr ab. Die beiden Söhne sind durch eine Jahrgangsstufe getrennt, entsprechend wechselt der Papa jährlich zwischen den Söhnen hin und her. Angefangen hatte das bei den G-Junioren: "Damals gehörten zur Traineraufgabe noch Schuhe binden, heute sind wir beim Taktiktraining angelangt. Diese Entwicklung zu sehen, macht Spaß." Dass das alles auch sehr zeitintensiv ist, versteht sich von selbst. Oliver Kipfmüller verbringt regelmäßig den ganzen Samstag auf dem Sportplatz. Der Haussegen hängt daheim trotzdem nicht schief, denn: "Ich verbringe ja die Zeit trotzdem mit meinen Kindern und sehe meine Jungs aufwachsen. Den einen trainiere ich, dem anderen schaue ich beim Kicken zu."

Generationen im Verein

Bis zur A-Jugend will der 38-Jährige seine Söhne als Jugendleiter begleiten, danach will er einen anderen Posten übernehmen: "Als Jugendleiter braucht man den Draht zur Jugend. Wenn meine Söhne erwachsen sind, geht mir der etwas verloren." Besonders die Zeit im Jahr, wenn neue Trainer für die Jugendteams gesucht werden, würde er nicht vermissen: "Ich war da schon mehrmals kurz davor zu sagen, jetzt reicht's, ich hör auf. Irgendwie findet sich dann aber doch noch immer eine Lösung." Und das meist in den eigenen Reihen: "Wir sind als Dorfverein sehr darauf angewiesen, dass die Trainerjobs von den Eltern übernommen werden." Richtige Generationen würden so im Verein entstehen: "So haben wir es kennengelernt, so wollen wir es weitergeben." Doch bis dahin sind es noch ein paar Jahre und auch danach werden die Kipfmüllers dem SVG treu bleiben. Vielleicht in vertauschten Rollen zwischen alt und jung.

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