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Feierlaune in Dinkelsbühl vs. Trübsal in Arberg und Neuhof

Kreisliga 1

Offiziell ist der Abbruch der laufenden Spielzeit noch nicht. Mit der erneuten Verlängerung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bis einschließlich 9.Mai herrscht inzwischen aber Gewissheit über die Zukunft des bayerischen Amateurfußballs. Die laufende Spielzeit kann mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden. Ein Abbruch ist daher unvermeidlich. Somit wird die Quotientenregelung die Auf- und Absteiger der jeweiligen Spielklassen ermitteln. Einige Mannschaften profitieren von der Notregelung, für andere kommt das abrupte Saisonende widderum zum falschen Zeitpunkt.

Der SV Neuhof/Zenn muss wohl in die Kreisklasse.

 / © David Oßwald

Es fehlt nur noch der formelle Beschluss. Die Spielzeit 19/21 neigt sich ihrem Ende zu. Wie der Vorstand des BFV am vergangenen Mittwochabend verkündete, ist es aufgrund der erneuten Verlängerung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bis einschließlich 9. Mai de facto nicht mehr möglich, die laufende Spielzeit ordnungsgemäß zu Ende zu spielen. Aus diesem Grund wird die Quotientenregel greifen. In der Kreisliga 1 stehen somit der einzige Aufsteiger und die vier Absteiger fest: Den Sportfreunden Dinkelsbühl gelingt der direkte Wiederaufstieg. Für den SV Neuhof/Zenn, FC/DJK Burgoberbach, Fortuna Neuses und TuS Feuchtwangen II geht es wohl in die Kreisklasse - auch wenn sich die Mehrheit der Kreisligisten gegen Absteiger ausgesprochen hat. Doch abgesehen von den Auf- und Absteigern ist der Einsatz der Quotientenregel für viele Mannschaften sowohl ein Fluch als auch Segen. Wir haben die größten Gewinner und Verlierer zusammengetragen:

SV Sportfreunde Dinkelsbühl

Der größte Gewinner des verfrühten Saisonendes ist selbstverständlich der SV Sportfreunde Dinkelsbühl. Nach dem Restart im Sommer gelang der Truppe von Mario Barthels eine spektakuläre Aufholjagd im Duell um die Tabellenspitze mit dem SV Arberg. Während der SVA sowohl in der Meisterschaft als auch im neu eingeführten Ligapokal schwächelte, zeigten die Sportfreunde konstant gute Leistungen und konnten einen Vier-Punkte-Vorsprung aufholen. Am letzten Spieltag vor der erneuten Aussetzung des Amateurfußballs nutzten die Sportfreunde eine 0:4-Pleite des SVA beim 1.FC Uffenheim aus, um selbst die Tabellenspitze zu erklimmen und nun auch den direkten Aufstieg in die Bezirksliga unter Dach und Fach zu bringen. „Es ist der Verdienst der Mannschaft, dass wir so lange ungeschlagen sind. Sie ist vom Charakter sehr stark und kann sich jede Woche selbst motivieren. Die erfahrenen Spieler im Team sind immer noch bereit sich weiterzuentwickeln und die jungen Spieler sind heiß darauf jedes Wochenende Siege einzufahren“, lobte Bartels seine Mannschaft bereits im Februar.

TSV 1860 Dinkelsbühl

Als wahrer Gewinner des Saisonabbruchs darf sich auch ein weiterer Dinkelsbühler Verein betiteln. Der TSV 1860 Dinkelsbühl plant derzeit zwar keine Aufstiegsfeier, jedoch hält die Truppe von Rene Urban durch den Einsatz der Quotientenregel die Klasse, obwohl der Abstiegskampf bei einer regulären Fortsetzung der Spielzeit längst nicht entscheiden gewesen wäre. Nach dem Restart gewann der TSV keine einzige Partie und bot vor allem in der Defensive zu viele Räume an. Am Ende trennte Dinkelsbühl nicht ein einziger Punkt von der roten Zone. 22 Zähler sammelte die Urban-Elf. Genauso viele standen auch auf dem Konto des Abstiegskonkurrenten SV Neuhof/Zenn. Lediglich das bessere Torverhältnis und der direkte Vergleich mit dem SV entschied am Ende zwischen Klassenerhalt und Absteig, wobei Neuhof am Ende den Kürzeren zog.

SV Arberg

Der größte Verlierer des Abbruches ist der SV Arberg. Unglücklicher hätte die Saison für die Mannschaft von Steffen Engelhardt nämlich nicht laufen können. Aufgrund des verfrühten Saisonabbruchs steht nicht nur der direkte Konkurrent aus Dinkelsbühl vorzeitig als Aufsteiger fest. Zudem entfällt auch die Relegation um den Aufstieg, wodurch der SVA in der kommenden Spielzeit erneut in der Kreisliga antreten muss. Eigentlich standen die Zeichen für den Aufstieg in Arberg hervorragend. Stolze zehn Spieltage hintereinander blickte die Truppe von Steffen Engelhardt von der Tabellenspitze auf die restlichen 16 Mannschaften der Kreisliga 1 herab. Nach dem Restart im vergangenen Sommer schien der SVA allerdings Sand im Getriebe zu haben und ließ in der Meisterschaft und im Ligapokal Punkte liegen. Während Arberg Punkte verschenkte, nahm Dinkelsbühl so viele mit, wie es nur ging, erklomm ausgerechnet am letzten Spieltag die Tabellenspitze, die nun auch den direkten Aufstieg bedeuten würde. Bereits damals beklagte sich Engelhardt über Rhythmus-Probleme, die auf die unvorhersehbare Planung des BFV zurückzuführen waren und sehnte sich nach einem Abbruch der laufenden Spielzeit. "Wie soll eine Mannschaft denn auch in den Rhythmus finden, wenn sie nur drei Spiele in einem Jahr hat? Die Kommunikation zwischen dem Verband und den Vereinen ist einfach mangelhaft“, wütete der Trainer Anfang des Jahres. Den lang ersehnten Abbruch der Spielzeit wird Engelhardt nun höchstwahrscheinlich erleben. Der Preis, den seine Mannschaft dafür zahlen muss, ist allerdings hoch.

SV Neuhof/Zenn

Während der TSV 1860 Dinkelsbühl sich mit 22 Punkten über den Klassenerhalt freuen darf, muss der SV Neuhof/Zenn mit derselben Punktzahl bereits Pläne für die Kreisklasse schmieden. Die Truppe von Markus Nölp steht nach dem Einsatz der Quotientenregel als erster Absteiger fest. Stellenweise zeigte der SV nach dem Restart zwar gute Leistungen, insgesamt konnten die Neuhofer in der gesamten Spielzeit ihre Schwächen im Torabschluss aber nicht in den Griff bekommen. Auschlaggebend für den Abstieg war sicherlich auch der Fehlstart zu Beginn der Saison, als die Nölp-Elf die ersten fünf Spiele allesamt verlor. „Der größte Fehler der laufenden Saison war es, die ersten Spiele komplett zu verschlafen. Nach fünf Spieltagen standen wir ohne jegliche Punkte da, weshalb wir uns jetzt in dieser prekären sportlichen Situation befinden. Ein Abstieg wäre für uns daher natürlich ein Schlag ins Gesicht. Als Sportler würden wir das aber selbstverständlich akzeptieren“, erklärt Nölp. Neben Neuhof trifft die Quotientenregel auch den FC/DJK Burgoberbach, die Reserve des TuS Feuchtwangen und die Fortuna Neuses, für die es in der kommenden Spielzeit in der Kreisklasse weitergeht.

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