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Dinkelsbühl-Coach Urban: "Es gibt Wichtigeres als die Ligenzugehörigkeit"

Kreisliga 1

Nach dem Einsatz der Quotientenregel schrammte der TSV 1860 Dinkelsbühl haarscharf am Abstieg vorbei. Trotzdem blickt TSV-Coach Rene Urban der kommenden Spielzeit aus vielerlei Hinsicht optimistisch entgegen.

Dinkelsbühl bleibt in der KL.

 / © Gruber

Knapper hätte der TSV 1860 Dinkelsbühl den Abstieg aus der Kreisliga nicht umgehen können. Nach 23 Partien stand der TSV mit 25 Zählern und einem Quotienten von 1,09 auf dem einzigen Relegationsplatz der Kreisliga 1. Dicht dahinter: Der SV Neuhof/Zenn, der ebenso viele Punkte in ebenso vielen Partien sammeln konnte. Aufgrund des identischen Punkteschnitts hätte der Einsatz der Quotientenregelung alleine nicht ausgereicht, um einen Absteiger zu ermitteln. Selbst der direkte Vergleich hätte auf den ersten Blick nicht direkt Klarheit verschafft. Im Hinspiel bezwang die Urban-Elf Neuhof mit 3:2, im Rückspiel setzte es für den TSV aber eine 3:4-Niederlage - nach Toren also nach wie vor unentschieden. Lediglich ein einziges Auswärtstor reichte den Dinkelsbühlern am Ende im direkten Duell gegen den Abstiegskonkurrenten Neuhof aus, um die Klasse zu halten.

TSV-Coach Urban zeigte sich nach dem haarscharfen Klassenerhalt sichtlich erfreut über ein weiteres Jahr in der Kreisliga. „Natürlich freuen wir uns, dass wir die Klasse gehalten haben“, erklärt Urban und fügt hinzu, dass der Abbruch, unabhängig von der sportlichen Lage des TSV, von enormer Wichtigkeit war. „Für den Amateurfußball war es sehr wichtig, dass nun endlich eine klare Entscheidung getroffen wurde. Natürlich klingt das zum jetzigen Zeitpunkt etwas merkwürdig, aber sportlich hätten wir als Verein auch einen Abstieg akzeptiert. Momentan gibt es nun mal Wichtigeres als die Zugehörigkeit zur Kreisliga oder Kreisklasse“, so Urban.

Allerdings war die Saison 19/21 nicht die erste Spielzeit, in der der TSV dem Abstieg nur knapp entgangen ist. Bereits in der Vorsaison reichte es nach 30 Spieltagen nur für Rang zwölf. Dass 1860 Dinkelsbühl nicht über die Rolle einer Durchschnittsmannschaft hinauswächst, stört Urban bislang aber noch nicht. „Nachdem der Verein damals von der Bezirksliga bis in die Kreisklasse durchgereicht wurde, bestand die Kernaufgabe erst einmal darin, sich zurück zu kämpfen. Inzwischen haben wir uns wieder in die Kreisliga hochgespielt, und nun gilt es, sich in der Liga zu etablieren“, schildert Urban und merkt an, dass sich das Potenzial seiner Mannschaft nicht in der Platzierung der jüngst abgelaufenen Spielzeit wiederspiegelt. „Gerade in der Saison 19/21 hatten die Mannschaft und der Verein immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Unter optimalen Bedingungen traue ich meiner Mannschaft in der kommenden Spielzeit ohne Zweifel einen Platz im oberen Tabellenmittelfeld zu“, erklärt er.

Als Gründe für die eher bescheidenen zwei vergangenen Spielzeiten nennt Urban einen internen Trauerfall, der den gesamten Verein und auch die Spieler lange beschäftigte. Zudem plagte die erste Mannschaft eine Verletzungsmisere, die den Konkurrenzkampf maßgeblich beeinflusste. Abgesehen davon findet Urban aber auch zahlreiche sportliche Kritikpunkte, an welchen er mit seiner Mannschaft künftig arbeiten möchte. „Prinzipiell kann man immer alle Mannschaftsteile noch etwas verbessern. Die Hauptprobleme bei uns lagen in der vergangenen Saison ganz klar in der Chancenverwertung, gepaart mit einem zu leichtsinnigen Defensiv-Verhalten“, kritisiert Urban.

Derzeit befindet sich der TSV schon in der Vorbereitung auf die kommende Kreisliga-Saison. „Seitdem man als Mannschaft wieder geschlossen trainieren darf, befinden wir uns auch wieder in der Vorbereitung. Bis jetzt haben wir schon drei Trainingseinheiten hinter uns. Nach über sechs Monaten Pause lag der Schwerpunkt der Einheiten allerdings mehr auf dem Spaßfaktor und der Gewöhnung an den Ball. Im Vergleich zur Vorsaison sind wir momentan nahezu verletzungsfrei, und die Jungs ziehen super mit“, erklärt der Trainer.

Auch die weitreichenden Lockerungen im Amateurfußball empfängt man in Dinkelsbühl mit offenen Armen. „Gerade im Amateursport und vor allem in der Kreisliga sind die Fans von enormer Wichtigkeit. In der Kreisliga geht Fußball über die 90 Minuten des Spiels hinaus. Ohne das Zusammensitzen und das gesamte Drumherum machte alles einfach nur halb so viel Spaß“, zeigt sich Urban erfreut und fügt hinzu „die Rückkehr der Normalität ist alles, was wir wollen.“

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