Regeländerung

Australien bleibt dicht, ein anderes Land erleichtert die Einreise

14.10.2021, 17:28 Uhr
Eine Familie genießt noch im Herbst das warme Wasser am Patara-Strand bei Antalya.

Eine Familie genießt noch im Herbst das warme Wasser am Patara-Strand bei Antalya. © imago images/ZUMA Press, NNZ

Die Türkei wurde besonders hart von der Corona-Pandemie gebeutelt. Ihre Wirtschaft ist besonders abhängig vom Tourismus und somit von Gästen, die per Flieger aus der EU und Russland einreisen und dann in meist höherklassigen Hotels am Strand liegen. Nun versucht die Türkei fast alles, um diese Urlauber wieder anzulocken. Während Australien bis 2022 Touristen ausschließen will, lockert die Türkei nun ihre Regeln.

Noch 2019 - also kurz vor Covid-19 - lag das Land trotz Restriktionen gegen Andersdenkende nach Deutschland, Spanien und Italien auf Platz 4 unserer beliebtesten Urlaubsziele. Deutsche Medien titelten damals: "Touristen stürmen die Türkei".

So hätte es aus Sicht Ankaras weitergehen können. Dann trat das Coronavirus in die Welt und der Reiseverkehr erlag innerhalb und vor allem außerhalb der EU.

Türkische Zahlen wurden misstrauisch beäugt

Vor allem in Europa und Deutschland wurden die Beteuerungen der autokratisch regierten Türkei, Reisen ins Land am Bosporus seien sicher und die Hygienekonzepte durchdacht, misstrauisch beäugt. Wurden die Fallzahlen richtig gemeldet? Wer überprüfte das? Hatte das Land nicht sogar besonders große Probleme, die Coronakrise zu durchstehen?

Große Teile der türkischen Bevölkerung misstrauen zudem dem vor allem aus China importierten Impfstoff, zu dessen Wirksamkeit verschiedene Angaben kursieren. Selbst die türkische Ärztekammer (TTB) machte Druck auf die Regierung und kritisierte, dass das Impfprogramm des Gesundheitsministeriums nicht ausreichend transparent sei. Die Türkei kam auf die Liste der (Hoch-)Risikogebiete, Rückkehrer mussten lange zwingend in Quarantäne, der Tourismus blieb am Boden.

Noch immer Hochrisikogebiet

Noch immer stuft Deutschland die Türkei als Hochrisikogebiet ein. In den Reise- und Sicherheitshinweisen steht: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei wird derzeit gewarnt (...) Die Türkei ist von COVID-19 stark betroffen. Die Türkei ist als Hochrisikogebiet eingestuft." (Stand 12.10.2021)

Das bedeutet für ungeimpfte Rückkehrer nach wie vor zehn Tage Quarantänepflicht, Geimpfte und Genesene können diese per Upload ihres Nachweises vermeiden. Für Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fünf Tage nach der Einreise automatisch. Kinder, die älter als 12, aber nicht geimpft sind, müssen in Quarantäne.

Ein früheres Freitesten, wodurch auch eine Reise in den Herbstferien möglich erscheint, ist nur gestattet, wenn man im Hochrisikogebiet Verwandte ersten oder zweiten Gerades besucht hat. Das sind beispielsweise die Großeltern oder Geschwister. Dann endet die Quarantäne, sobald das Testergebnis übermittelt wurde.

Gegen die Einstufung als Hochrisikogebiet half es auch nichts, dass das Land noch Ende September etwas bemüht via Agentur Meldungen an die Deutsche Presse herausschickte, an den Küsten sei es doch einigermaßen sicher.

Man pries an, dass "die Türkei nun auch das EU-Covid Zertifikat als Nachweis anerkennt." Und dass es inzwischen "verhältnismäßig hohe Impfquoten (89-95% mit min. 1 Dosis, an den Urlaubsküsten und niedrigere Inzidenzen zwischen 38 und 43" gäbe. Das Land sei zwar Hochrisikogebiet, sorgenfreier Urlaub an der Türkischen Riviera und Ägäis sei dennoch möglich. Aussagen, die nicht wirklich Touristen in Scharen anzogen.

Statt ab sechs erst ab zwölf Jahren ein PCR-Test nötig

Nun folgt ein neuer Versuch des Landes, wenigstens die Einreise in die Türkei für Kinder bis zwölf Jahren und somit für Familien zu erleichtern - immerhin starten etwa ab Nürnberg auch im Winterflugplan 2021/22 regelmäßige Flieger nach Antalya, Izimir und Istanbul.

Die Istanbuler Galata-Brücke - fast ohne Touristen.

Die Istanbuler Galata-Brücke - fast ohne Touristen. © imago images/ZUMA Wire, NNZ

Für die Einreise in die Türkei gilt laut Auswärtigem Amt nun statt ab sechs erst ab dem Alter von zwölf Jahren die Pflicht zur Vorlage eines negativen Coronatests. Das Einreiseformular des türkischen Gesundheitsministeriums hingegen muss weiterhin für Reisende ab sechs Jahren ausgefüllt werden. Die deutschen Regeln für Reiserückkehrer bleiben davon allerdings unberührt.

Pool-Test der Schule könnte als PCR-Nachweis genügen

Wer nun mit einem unter zwölf Jahre alten Kind in die Türkei einreisen will, muss nicht unbedingt extra einen PCR-Test machen - in Bayern und anderen Bundesländern werden die Kinder in den Schulen regelmäßig per Pool-Test untersucht. Dabei werden Speichelproben der gesamten Klasse in einer Probe verrührt und dann in einem Labor wie bei einem PCR-Test auf Coronaviren untersucht.

Ist das Ergebnis negativ und steht der Abflug in die Türkei in den kommenden 72 Stunden bevor, können Sie sich um einen Nachweis dieses Ergebnisses bemühen. Der dürfte dann wie der eines negativen PCR-Tests bewertet und bei der Einreise anerkannt werden. Wie Sie an den Nachweis des Pool- oder Lollitests kommen, erfragen Sie am besten bei der Schule Ihres Kindes oder direkt beim Labor, das den Test auswertet.

Dieser Artikel vom 13. Oktober wurde am 14. Oktober ergänzt und neu publiziert.

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