Nach Kritik an Geheimhaltung regionaler Daten

Bayern rückt Zahlen raus: Mittelfranken sind Impfmeister im Freistaat

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 31.08.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt: Martin Müller..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Martin Müller

Redaktion Metropolregion Nürnberg und Bayern

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6.12.2021, 15:11 Uhr
Innerhalb Bayern ist in Mittelfranken die Impfbereitschaft am höchsten. Mehr al 70 Prozent der Bevölkerung sind hier bereits vollständig geimpft.

Innerhalb Bayern ist in Mittelfranken die Impfbereitschaft am höchsten. Mehr al 70 Prozent der Bevölkerung sind hier bereits vollständig geimpft. © Daniel Karmann, dpa

Dass sich die schlimmsten Corona-Hotspots Bayerns in Schwaben, Niederbayern und Oberbayern befinden, kommt wohl nicht von ungefähr. Dort ist nach nun veröffentlichten Zahlen des Bayerischen Gesundheitsministeriums auch die Impfquote deutlich geringer als in Franken.

Wo ist die Impfquote am niedrigsten?

Impf-Schlusslicht im Freistaat, dessen Impfquote zum Zeitpunkt der Auswertung bei 67,0 Prozent lag, sind die Schwaben, von denen sich bislang lediglich 62,7 Prozent impfen haben lassen. Nicht viel besser sieht es im aktuell am stärksten belasteten Niederbayern mit 64,8 Prozent aus. Auch Oberbayern liegt mit 66,0 Prozent noch unter dem bayerischen Durchschnitt.

Bayerns Impfmeister sind dagegen die Mittelfranken. Dort sind immerhin 70,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Dicht darauf folgt mit Unterfranken (70,0 Prozent) der Regierungsbezirk, der in Bayern bisher mit Abstand am wenigsten Corona-Infektionen zu verzeichnen hatte, auch bedingt natürlich durch die relative Ferne zu anderen Hotspot-Regionen wie Österreich und Tschechien. Überdurchschnittlich ist die Impfquote zudem in Oberfranken (69,8 Prozent) und der Oberpfalz (68,8 Prozent).

Die Zahlen veröffentlichte das Ministerium nachdem Kritik daran laut geworden war, dass der Freistaat keine Impfquoten für die Landkreise und kreisfreien Städte veröffentlicht. Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt publizieren diese Daten regelmäßig.

Nur Postleitzahl der Praxis erfasst

Bayern hält die Zahlen dagegen zurück, weil sie nur begrenzt vergleichbar sind. So wird beispielsweise bei Impfungen in Arztpraxen nur die Postleitzahl der Praxis erfasst, nicht aber die der Patienten. So kommt es zu regionalen Verzerrungen, weil sich zum Beispiel in Städten mit einer höheren Arztdichte die Impfquote erhöht, wenn sich Menschen aus dem Umland dort impfen lassen.

"Warum andere Länder regelmäßig die Impfquoten aufgeschlüsselt nach Landkreisen veröffentlichen, kann das Gesundheitsministerium nicht beurteilen. Eventuell liegt dies an einer im Vergleich mit Bayern geringeren Anzahl von Landkreisen und kreisfreien Städte", teilt eine Sprecherin mit. Je kleinräumiger die Zuordnung der regionalen Impfzahlen erfolge, desto mehr treten regionale Gegebenheiten und Besonderheiten hervor und mindern die Aussagekraft der ermittelbaren Impfquoten, so das Ministerium.

Bei den Impfquoten der Regierungsbezirke kann es zwar auch noch zu Verzerrungen kommen, aber in viel geringerem Ausmaß als bei den Landkreisen. Deutlich erkennbar wird jedenfalls an den Zahlen, dass es in Bayern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei der Impfbereitschaft gibt.