33°

Sonntag, 09.08.2020

|

Beim VfB Eichstätt: Co-Trainer nimmt den Konkurrenzkampf auf

Michael Panknin (31) will beim Regionalligisten ab sofort wieder am Platz stehen - Auftakt mit Neuen - 31.07.2020 09:31 Uhr

Beim VfB nicht nur auf der Bank, sondern künftig auch auf dem Platz: Der Treuchtlinger Michael Panknin ist Co-Trainer in Eichstätt und künftig auch wieder Spieler.

© Foto: Norbert Dengler


"Das ist für uns jetzt keine leichte Situation. Darauf müssen wir auf jeden Fall reagieren", sagt Trainer Markus Mattes. Das Anforderungsprofil für den neuen Mann als Ersatz für den langjährigen Kapitän Schmidramsl umschreibt der VfB-Coach wie folgt: "Wir sind eher auf der Suche nach einem gestandenen Spieler, der auch in eine Führungsrolle schlüpft, damit das Mannschaftsgefüge und auch die Struktur innerhalb des Teams wieder passen."

Dass der VfB ansonsten auch junge Spieler entwickeln und sportlich weiterbringen will, beweist die Verpflichtung von Dominik Bals. Der 19-Jährige wurde als Ersatz für den zum FC Ingolstadt 04 II zurückgekehrten Florian Rauh als Torwart unter Vertrag genommen. "Dominik ist regional verwurzelt und ein sehr talentierter Bursche", sagt Mattes.

Bei Umar Saho Sahro handelt es sich um einen Spanier, der in der vorigen Saison noch für den FC Schalke 04 II in der Regionalliga West aktiv war. Er war 2019 zu den Knappen gestoßen, nachdem er in der Jugend unter anderem bei der SpVgg Greuther Fürth, den Würzburger Kickers und Eintracht Frankfurt ausgebildet worden war. "Er ist zurzeit vereinslos und auf Suche und hält sich bei uns fit. Mal schau‘n", sagt Mattes über den Klienten von Spielerberater Raphael Gutmann aus Titting.

Co-Trainer Michael Panknin ist bislang 102-mal für den VfB Eichstätt aufgelaufen – und es scheint, als würden in nächster Zeit noch ein paar Spiele hinzukommen. Der 31-Jährige Treuchtlinger hat sich nämlich während der Corona-Zwangspause dazu entschieden, seinen Spielerpass vom Südwest-Landesligisten FC Ehekirchen mit in die Domstadt zu bringen. Dort ist er fortan als spielender Co-Trainer tätig. Der Mittelfeldmann kämpft somit selbst um einen Platz im stark besetzten Mittelfeld mit Philipp Federl, Jonas Fries, Marcel Schelle oder dem Raitenbucher Lucas Schraufstetter.

"Die Konkurrenz ist groß, und ich werde mich zunächst einmal hinten anstellen müssen. Theoretisch könnte ich auch Außenverteidiger spielen, aber auch da sind wir sehr gut besetzt", sagt Panknin. Einen Interessenskonflikt aufgrund seiner Doppelfunktion sieht er persönlich nicht: "Ich bin in dieser Hinsicht recht entspannt und werde natürlich die Entscheidung des Cheftrainers akzeptieren." Panknin sieht sich aber keinesfalls "als Notnagel", sondern möchte eine ordentliche Rolle spielen und Einsatzzeiten bekommen. Cheftrainer Mattes schließt eine Sonderbehandlung für seinen Adjutanten aus: "Es wird noch immer nach dem Leistungsprinzip aufgestellt."

Panknin hat die Corona-Krise und das Fußball-Verbot genutzt, um seinen Akku wieder voll aufzuladen. Zuvor stand er praktisch täglich auf dem Platz, entweder in Eichstätt oder in Ehekirchen und spürte, dass er am Limit angekommen war und seine Belastungsgrenze erreicht hatte: "Beides zeitgleich ging einfach nicht mehr." Panknin, der an der Senefelder-Schule in Treuchtlingen die Fächer Sport und Informatik unterrichtet, entschied sich für Eichstätt.

Grund dafür war auch die Tatsache, dass die Saison nicht abgebrochen wurde. Somit konnte er im Sommer nicht als Spielertrainer nach Ehekirchen zurückkehren, denn der Verein hat sich dazu entschieden, die Spielzeit 2019/2021 mit dem bisherigen Coach Gerhard Hildmann zu Ende zu bringen. "Wäre die Saison abgebrochen und neu begonnen worden, hätte Michael Panknin wie vereinbart seinen Dienst angetreten. Da die Spielzeit jedoch fortgeführt wird, bringen wir diese auch mit dem bisherigen Trainer zu Ende", sagt Ehekirchens Abteilungsleiter Markus Bissinger.

So muss sich Panknin also noch fast ein Jahr gedulden, bis er sein Projekt in Ehekirchen fortsetzen kann. In seiner ersten Station als Spielertrainer hatte er den FCE nämlich zur Bezirksliga-Meisterschaft und damit in die Landesliga geführt. Seine Zukunft sieht Michael Panknin ohnehin im Trainergeschäft, wo sich der B-Lizenz-Inhaber zuletzt entsprechend fortgebildet hat.

Norbert Dengler

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: nordbayern.de