Bewegte Vergangenheit: Als Nürnberg "Hitlers Lieblingsstadt war"

22.2.2020, 15:28 Uhr
Reichsparteitag 1927 in Nürnberg: Parteivorsitzender Adolf Hitler steht in dem mit Blumen übersäten Wagen am Hauptmarkt. Neben ihm auf dem Trittbrett Franz Pfeffer von Salomon, Offizier zeitweise oberster SA-Führer. Er forderte schon 1925 unverblümt, behinderte Menschen, Waisen und Fürsorgezöglinge zu töten.
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Reichsparteitag 1927 in Nürnberg: Parteivorsitzender Adolf Hitler steht in dem mit Blumen übersäten Wagen am Hauptmarkt. Neben ihm auf dem Trittbrett Franz Pfeffer von Salomon, Offizier zeitweise oberster SA-Führer. Er forderte schon 1925 unverblümt, behinderte Menschen, Waisen und Fürsorgezöglinge zu töten. © Stadtarchiv Nürnberg

Die Reichsparteitage waren Massenveranstaltungen, Hotels waren ausgebucht. So blieben den Besuchern nur Massenlager in Zelten, wo sie auf Stroh schliefen und sich mit einfachen Decken wärmten.
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Die Reichsparteitage waren Massenveranstaltungen, Hotels waren ausgebucht. So blieben den Besuchern nur Massenlager in Zelten, wo sie auf Stroh schliefen und sich mit einfachen Decken wärmten. © Stadtarchiv Nürnberg

Starke Präsenz der NSDAP Anfang der 1930er Jahre in Nürnberg: Die Pfannenschmiedsgasse mit Hakenkreuz-Beflaggung.
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Starke Präsenz der NSDAP Anfang der 1930er Jahre in Nürnberg: Die Pfannenschmiedsgasse mit Hakenkreuz-Beflaggung. © Hochbauamt der Stadt Nürnberg/Stadtarchiv

Wenn die Nazis aufmarschierten, brach der öffentliche Nahverkehr zusammen. Hier ein Aufmarsch der SA 1933 in der Königstraße.
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Wenn die Nazis aufmarschierten, brach der öffentliche Nahverkehr zusammen. Hier ein Aufmarsch der SA 1933 in der Königstraße. © aus dem Band: Siegfried Zelnhefer: Die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg, Verlag Nürnberger Presse

Die inszenierte Staatspartei: Hitler und sein Architekt Albert Speer vor einem Modell des Kolosseums. Der Nürnberger Bau sollte das römische Vorbild an Größe weit übertreffen.
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Die inszenierte Staatspartei: Hitler und sein Architekt Albert Speer vor einem Modell des Kolosseums. Der Nürnberger Bau sollte das römische Vorbild an Größe weit übertreffen. © Foto: aus dem Band: Siegfried Zelnhefer: Die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg, Verlag Nürnberger Presse.

Auf diesem privaten Foto ist zu sehen, wie Hitler 1930 auf dem Hauptmarkt eine Parade abnimmt. Später trug der Platz ein paar Jahre seinen Namen, bis die US-Armee ausgerechnet an Hitlers 56. Geburtstag am 20. April 1945 dort anlässlich der Befreiung Nürnbergs ihre erste Parade veranstaltete.
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Auf diesem privaten Foto ist zu sehen, wie Hitler 1930 auf dem Hauptmarkt eine Parade abnimmt. Später trug der Platz ein paar Jahre seinen Namen, bis die US-Armee ausgerechnet an Hitlers 56. Geburtstag am 20. April 1945 dort anlässlich der Befreiung Nürnbergs ihre erste Parade veranstaltete. © Privat, Ute Charytonow

Bei den Reichsparteitagen nutzte die NSDAP die Kulisse der historischen Nürnberger Altstadt. Hier ein Aufmarsch vom Hauptmarkt am Rathaus vorbei in Richtung Kaiserburg.
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Bei den Reichsparteitagen nutzte die NSDAP die Kulisse der historischen Nürnberger Altstadt. Hier ein Aufmarsch vom Hauptmarkt am Rathaus vorbei in Richtung Kaiserburg. © Helene Hohner

Diese private Aufnahme zeigt einen weiteren Aufmarsch auf dem Hauptmarkt.
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Diese private Aufnahme zeigt einen weiteren Aufmarsch auf dem Hauptmarkt. © Ute Charytonow

Auch das Nürnberger Opernhaus stand bald im Fokus der NS-Bonzen. An dem Jugendstilbau wurde ein riesiges Hakenkreuz angebracht.
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Auch das Nürnberger Opernhaus stand bald im Fokus der NS-Bonzen. An dem Jugendstilbau wurde ein riesiges Hakenkreuz angebracht. © Verena.Koegler@staatstheater.nuernberg.de

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Einen "deutschen Tag" hielten die Nationalsozialisten schon 1923 in Nürnberg ab. Bei Aufmärschen in gotischer Kulisse inszenierte sich die Partei. © Entnommen aus "Die Braune Bastion. Der Aufstieg der NSDAP in Mittel- und Oberfranken(1922-1933)" von Rainer Hambrecht, überarbeitet von Mitarb. d. Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg

Die Präsentation der antisemitischen Hetzzeitschrift
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Die Präsentation der antisemitischen Hetzzeitschrift "Der Stürmer" in Nürnberg im sogenannten "Stürmerkasten". Ein Anhänger der NSDAP mit dem "Stürmer" in der Hand und Hakenkreuz-Armbinde. © Stadtarchiv Nürnberg / Sign. E39 Nr. 2371-13

Eine fast sakral anmutende Inszenierung beim vierten Reichsparteitag 1929 im Kulturvereinshaus in Nürnberg.
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Eine fast sakral anmutende Inszenierung beim vierten Reichsparteitag 1929 im Kulturvereinshaus in Nürnberg. © Bild Nr. 39 im Sammelwerk Nr. 8 "Deutschland erwacht"

Beim Reichsparteitag 1938 tanzen Frauen vor der Bühne einen Reigen.
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Beim Reichsparteitag 1938 tanzen Frauen vor der Bühne einen Reigen. "Sie verkörpern einfach, als Ergänzung der Demonstration beherrschter männlicher Leibeszucht und Körperkultur, weibliche Anmut...", schwärmte damals ein Beobachter." © NN

Reichsparteitage in Nürnberg waren auch immr eine Demonstration militärischer Stärke. Das Bild zeigt eine Panzer-Parade am
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Reichsparteitage in Nürnberg waren auch immr eine Demonstration militärischer Stärke. Das Bild zeigt eine Panzer-Parade am "Tag der Wehrmacht" 1935. © AKG Pressebild Berlin (Quelle: Foto: Bild Nr. 157 aus Sammelwerk Nr. 15 "Adolf Hitler"

Auch junge Menschen waren von der Gleichschaltung nicht ausgenommen. Beim Reichsparteitag 1933 marschiert die Hitlerjugend an Baldur von Schirach und Julius Streicher in der Nürnberger Altstadt vorbei.
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Auch junge Menschen waren von der Gleichschaltung nicht ausgenommen. Beim Reichsparteitag 1933 marschiert die Hitlerjugend an Baldur von Schirach und Julius Streicher in der Nürnberger Altstadt vorbei. © Bild Nr. 71 aus Sammelwerk Nr. 8 "Deutschland erwacht

Das undatierte Foto zeigt die Choreografie der Parteiversammlungen in der Luitpoldhalle.
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Das undatierte Foto zeigt die Choreografie der Parteiversammlungen in der Luitpoldhalle. © NN

Vom zur
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Vom zur "Führerloge" umfunktionierten mittleren Balkon im Opernhaus sahen sich 1935 Oberbürgermeister Willy Liebel, Winifred Wagner, Adolf Hitler und Gauleiter Julius Streicher (v. li.) die "Meistersinger" an, mit denen die NSDAP-Parteitage eröffnet wurden." Winifred Wagner stammte aus England und heiratete 1915 im Alter von 18 Jahren den Wagner-Sohn Siegfried. Auch nach 1945 bekannte sich die Hitler-Freundin noch öffentlich zu ihrem Duz-Freund. © NN

Julius Streicher am Mikrophon: Der Gauleiter beherrschte die Stadtratssitzung am 27. April 1933 im historischen Rathaussaal. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Übergriffen auf andere Stadträte durch NS-Lokalpolitiker. Wenige Wochen später wurden sozialdemokratische Stadträte verhaftet und ins Konzentrationslager nach Dachau gebracht.
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Julius Streicher am Mikrophon: Der Gauleiter beherrschte die Stadtratssitzung am 27. April 1933 im historischen Rathaussaal. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Übergriffen auf andere Stadträte durch NS-Lokalpolitiker. Wenige Wochen später wurden sozialdemokratische Stadträte verhaftet und ins Konzentrationslager nach Dachau gebracht. © Stadtarchiv Nürnberg

Dieses Bild aus dem Jahr 1923 dokumentiert die frühe Verbundenheit Adolf Hitlers mit Nürnberg. Das Foto zeigt ihn beim
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Dieses Bild aus dem Jahr 1923 dokumentiert die frühe Verbundenheit Adolf Hitlers mit Nürnberg. Das Foto zeigt ihn beim "Deutschen Tag", rechts neben ihm Julius Streicher, der später Gauleiter in Franken wurde und durch Raffgier, extremen Antisemitismus sowie Übergriffe auf Frauen auffiel und schließlich abgesetzt wurde. Hitler hielt ihm dennoch die Treue. © Stadtarchiv Nürnberg


Dieses private Foto von 1933, entstanden auf dem Zeppelinfeld, zeigt deutlich die Massensuggestion der NS-Propaganda. Tausende Teilnehmer des Reichsparteitages recken die rechte Hand zum Hitlergruß.
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Dieses private Foto von 1933, entstanden auf dem Zeppelinfeld, zeigt deutlich die Massensuggestion der NS-Propaganda. Tausende Teilnehmer des Reichsparteitages recken die rechte Hand zum Hitlergruß. © NN

Auf dem Hauptmarkt wurden im Sommer 1939 die Tribünen für den Reichsparteitag 1939 vorbereitet. Der
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Auf dem Hauptmarkt wurden im Sommer 1939 die Tribünen für den Reichsparteitag 1939 vorbereitet. Der "Reichsparteitag des Friedens", wie er heißen sollte, wurde aber wegen des Kriegsbeginns abgesagt. Am 1. September 1939 überfiel die Wehrmacht Polen - das war der Beginn des II. Weltkriegs. © NN