Besuch auf dem Bauernhof

Bioerlebnistage: In Haagsbronn halten Hähne den Habicht ab

13.10.2021, 17:00 Uhr
Die Kinder hatten jede Menge Spaß beim Füttern der Hühner.
 

Die Kinder hatten jede Menge Spaß beim Füttern der Hühner.   © Jürgen Leykamm, NN

Auf "bio" haben Judith und Christian Scheuerlein schon 2013 umgestellt – und es seither nie bereut. Ganz im Gegenteil: "Wir wollen nie mehr zurück!", betonen die beiden zum Start des Rundgangs über ihren Hof mit derzeit 95 Milchkühen. Natürlich aber stelle sie die jetzige, seither gepflegte Form der ökologischen Bewirtschaftung immer wieder mal vor Herausforderungen. Wie etwa in diesem Jahr beim Mais.

Futter macht Unterschied

Und es braucht immer wieder Aufklärung. Zum Beispiel was die Hühnerhaltung anbelangt. Denn die Hühnerfreigehege gibt es auch in konventioneller Form. "Das finden wir auch gut", betonen die Scheuerleins. Der Unterschied zum Biobetrieb liege beim Futter. Zusätze oder gar Färbemittel sind in einem solchen nicht erlaubt. Für die Dotterfarbe sorge stattdessen das Bio-Carotin von der Weide. Und das Futterangebot wie auch das Fressverhalten der Tiere dort sei eben auch mal wechselhaft, erläutern die Hofbetreiber.

„Ostereiersuche“ im Herbst: Am Hühnermobil werden die Eier eingesammelt.
 

„Ostereiersuche“ im Herbst: Am Hühnermobil werden die Eier eingesammelt.   © Jürgen Leykamm, NN

All dies zusammengenommen könne eben zur Folge haben, dass konventionelle Eier auch mal über ein kräftigeres Gelb im Inneren verfügen, was aber eben nicht unbedingt etwas über die Tiergesundheit aussagen müsse. Großen Spaß hatten die Kinder im Rahmen der Führung dabei, sich im Hühnermobil bei den brütenden Hennen auf "Ostereiersuche" zu begeben. Im Gehege war indessen auch munteres Krähen zu vernehmen.

Sechs Hähne nehmen hier bei Bedarf den Kampf gegen den angreifenden Hühnerhabicht auf. Und gegen den hilft auch ein besonderer Trick: eine Metallkugel, in der sich der fliegende Räuber beim Anflug spiegelt. Dieses Spiegelbild halte er dann oft für einen größeren Konkurrenten – und zieht deswegen freiwillig wieder ab. "Das funktioniert sehr gut", wissen die Scheuerleins aus eigener Erfahrung.

Bei den Kühen angelangt, galt es dort seitens der Besucher den Melk- sowie den Fütterungsroboter in Aktion zu bestaunen. Die Rinder haben hier übrigens die Wahl zwischen Gras und Silage, die gerne angenommen wird. "Das schmeckt wie Sauerkraut", erklärt Judith Scheuerlein den Kindern – es sind eben "fränkische Kühe." Und deren Bio-Weidemilch wird bei dem Biohof derzeit auch zu Joghurt und Frischkäse in vier verschiedenen Variationen verarbeitet.

Lohnkäserei geplant

Doch das ist nur ein erster Schritt hin zu einer eigenen Käserei mit Reiferaum. Bald also kann die Familie Schnittkäse aus eigener Milch herstellen. Bisher überlässt sie diesen Verarbeitungsschritt einem Landwirt aus Neustadt an der Aisch. Künftig können wiederum andere Bauern beim Hagsbronner Biohof Milch zu Käse werden lassen.

Denn "wir wollen auch eine Lohnkäserei aufbauen", sagt Christian Scheuerlein. Eine mobile Käserei hat man schon, was dem Kunden Transportwege erspare. Bislang gäbe es schon einige interessierte Landwirtsbetriebe.

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