Bohrloch-Feuer wütete sechs Tage: So half Red Adair der Oberpfalz

12.9.2020, 06:00 Uhr
Am 19.September 1970 brach während Reparaturarbeiten am unterirdischen Erdgaslager Eschenfelden an einem Bohrloch ein Brand aus. Eine 30 Meter hohe Flamme schoss in den Himmel - es rauschte und zischte ohrenbetäubend. Die Rauchsäule war noch bis in das 15 km entfernte Sulzbach-Rosenberg zu sehen.
Zahlreiche Feuerwehren – unter anderem auch aus Nürnberg – versuchten den Brand zu löschen.

 
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30 Meter hohe Flamme am Erdgaslager

Am 19.September 1970 brach während Reparaturarbeiten am unterirdischen Erdgaslager Eschenfelden an einem Bohrloch ein Brand aus. Eine 30 Meter hohe Flamme schoss in den Himmel - es rauschte und zischte ohrenbetäubend. Die Rauchsäule war noch bis in das 15 km entfernte Sulzbach-Rosenberg zu sehen.
Zahlreiche Feuerwehren – unter anderem auch aus Nürnberg – versuchten den Brand zu löschen.   © VNP/ Schröder

Den Feuerwehren unter der Leitung von Branddirektor Michael Bauer aus Nürnberg (Mitte) gelang es zwar, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen, aber nicht sie zu ersticken. Zeitweise waren die Wehren mit bis zu 350 Männern vor Ort. Glücklicherweise bestand keine Explosionsgefahr.
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Feuerwehren aus dem weiten Umkreis im Einsatz

Den Feuerwehren unter der Leitung von Branddirektor Michael Bauer aus Nürnberg (Mitte) gelang es zwar, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen, aber nicht sie zu ersticken. Zeitweise waren die Wehren mit bis zu 350 Männern vor Ort. Glücklicherweise bestand keine Explosionsgefahr. © VNP/ Schröder

Ein dichter Wasserschleier vernebelte den Brandherd.
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Wasser aus allen Rohren

Ein dichter Wasserschleier vernebelte den Brandherd. © Rudolf Contino

Um eine Muffe an der beschädigten Sonde beseitigen zu können, mussten diese Feuerwehrmänner mit Hitzeschilden arbeiten.
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Hitzeschilde waren nötig

Um eine Muffe an der beschädigten Sonde beseitigen zu können, mussten diese Feuerwehrmänner mit Hitzeschilden arbeiten. © Rudolf Contino

Bis zu 170 Millionen Kubikmeter Erdgas fasst der in 600 Meter Tiefe  liegende Speicher Eschenfelden, der seit 1967 existiert und 2021 stillgelegt werden soll.
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Der Gasspeicher Eschenfelden

Bis zu 170 Millionen Kubikmeter Erdgas fasst der in 600 Meter Tiefe  liegende Speicher Eschenfelden, der seit 1967 existiert und 2021 stillgelegt werden soll. © Rudolf Contino

Unter den Augen einiger Schaulustiger bereitete die Löschmannschaft einen Versuch vor, den Gasbrand mit Schwerspat zu ersticken. Dies führte jedoch leider nicht zum gewünschten Erfolg.
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Erster Versuch mit Schwerspat

Unter den Augen einiger Schaulustiger bereitete die Löschmannschaft einen Versuch vor, den Gasbrand mit Schwerspat zu ersticken. Dies führte jedoch leider nicht zum gewünschten Erfolg. © VNP/ Rudolf Contino

Weil bis dahin alle Löschversuche gescheitert waren, rief die Betreiberfirma Ruhrgas AG den US-amerikanischen Feuerwehrmann Paul Neal Adair zu Hilfe. Er hatte sich einen Namen mit spektakulären Brandbekämpungsmethoden gemacht. Wegen seiner roten Haare und weil er immer einen roten Overall trug, wurde er allseits nur „Red Adair“ genannt. Mit seiner gleichnamigen Firma war er auf die Löschung brennender Öl- und Gasquellen spezialisiert.
Der berühmte Mann aus Texas (ohne Helm) verschaffte sich im oberpfälzischen Eschenfelden mit den Technikern der Ruhrgas AG einen ersten Überblick.
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Feuerwehr-Legende Red Adair

Weil bis dahin alle Löschversuche gescheitert waren, rief die Betreiberfirma Ruhrgas AG den US-amerikanischen Feuerwehrmann Paul Neal Adair zu Hilfe. Er hatte sich einen Namen mit spektakulären Brandbekämpungsmethoden gemacht. Wegen seiner roten Haare und weil er immer einen roten Overall trug, wurde er allseits nur „Red Adair“ genannt. Mit seiner gleichnamigen Firma war er auf die Löschung brennender Öl- und Gasquellen spezialisiert.
Der berühmte Mann aus Texas (ohne Helm) verschaffte sich im oberpfälzischen Eschenfelden mit den Technikern der Ruhrgas AG einen ersten Überblick. © VNP / Maerker

Die heimischen Brandspezialisten luden ihren berühmten Kollegen (Paul Adair Zweiter von links) zu einer deftigen Brotzeit ein, bei der auch das heimische Bier nicht fehlen durfte.
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Erstmal eine Brotzeit

Die heimischen Brandspezialisten luden ihren berühmten Kollegen (Paul Adair Zweiter von links) zu einer deftigen Brotzeit ein, bei der auch das heimische Bier nicht fehlen durfte. © Maerker

Der weltberühmte Feuerwehrmann aus Texas sah sich die Situation aus nächster Nähe an. Nach wie vor kühlte die Feuerwehr die Brandstelle mit einem Wasserschleier.
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Am Unglücksort

Der weltberühmte Feuerwehrmann aus Texas sah sich die Situation aus nächster Nähe an. Nach wie vor kühlte die Feuerwehr die Brandstelle mit einem Wasserschleier. © Maerker

Auch Adair griff auf Schwerspat zurück. Mit der doppelten Menge wollte er die Gaszufuhr endgültig stoppen. Techniker bereiteten den nächsten Versuch vor.
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Nächster Versuch

Auch Adair griff auf Schwerspat zurück. Mit der doppelten Menge wollte er die Gaszufuhr endgültig stoppen. Techniker bereiteten den nächsten Versuch vor. © VNP / Kögler

Auf ihn setzte die Ruhrgas alle Hoffnungen: Paul Neal Adair, der bis Mitte der 90er Jahre viele spektakuläre Großbrände löschte.
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Der große Meister

Auf ihn setzte die Ruhrgas alle Hoffnungen: Paul Neal Adair, der bis Mitte der 90er Jahre viele spektakuläre Großbrände löschte. © Kögler

Mit der Verpressung einer Wasser-Schwerspatlösung in das 600 Meter tiefe Bohrloch, gelang es Red Adair und seinen Helfern endlich, das Feuer zu ersticken. Der Jubel bei den Einsatzkräften war groß. Oberpfälzer Feuerwehrmänner hoben den Texaner auf ihre Schultern um ihn zu feiern.
Gemeinsam mit einigen Mitgliedern der Löschmannschaft begutachtete  Adair (2. von links) die gelöschte Brandstelle.
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Das Feuer ist gelöscht!

Mit der Verpressung einer Wasser-Schwerspatlösung in das 600 Meter tiefe Bohrloch, gelang es Red Adair und seinen Helfern endlich, das Feuer zu ersticken. Der Jubel bei den Einsatzkräften war groß. Oberpfälzer Feuerwehrmänner hoben den Texaner auf ihre Schultern um ihn zu feiern.
Gemeinsam mit einigen Mitgliedern der Löschmannschaft begutachtete  Adair (2. von links) die gelöschte Brandstelle. © VNP/ Maerker

Mit einem Autokran wurden die ausgeglühten Teile der Sonde durch neue Geräte ersetzt und gesichert. Die Feuerwehren bauten ihre im Gelände verlegten Leitungen ab. Zurück blieb die zerstampfte Wiese. Red Adair soll sich als Extrabonus einen roten Mercedes 300 gewünscht haben.
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Roter Mercedes für Red

Mit einem Autokran wurden die ausgeglühten Teile der Sonde durch neue Geräte ersetzt und gesichert. Die Feuerwehren bauten ihre im Gelände verlegten Leitungen ab. Zurück blieb die zerstampfte Wiese. Red Adair soll sich als Extrabonus einen roten Mercedes 300 gewünscht haben. © VNP / Bernd Jürgen Fischer