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Bubenreuth muss Gewerbegebiet splitten

Bauanfrage und verkaufsunwillige Grundbesitzer erschweren Beplanung des „Hoffelds“ - 21.12.2015 17:45 Uhr

Noch hat die Bahn mit ihrer Baustelle den südlichen Teil des Hoffelds belegt. Die Gemeinde wird das Gebiet „Hoffeld Süd“ nun aber getrennt vom nördlichen Teil beplanen, weil dort die Firma Infoteam bauen will. © Klaus-Dieter Schreiter


Bereits im September 2014 hatte der Gemeinderat auf Antrag der CSU den Aufstellungsbeschluss für das Gebiet Hoffeld östlich der Bahn gefasst und damit den Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet in die Wege geleitet. Die etwa vier Hektar große Fläche sollte auf Antrag der Grünen von der Gemeinde gekauft werden. Weil die aus 17 Flurnummern besteht die acht Eigentümern gehören wurde ein Treuhänder eingeschaltet, der den Zwischenerwerb für die Gemeinde durchführen und auch die Finanzierung übernehmen soll. Dadurch wird ein kompliziertes Umlegeverfahren vermieden und außerdem dem der Haushalt der Gemeinde nicht mit Kreditaufnahmen belastet.

Nun aber ist nur ein kleiner Teil der Grundstücksbesitzer bereit, die Flächen zu verkaufen. Drei haben laut Bürgermeister Norbert Stumpf gar nicht reagiert, einige wollen sie auch selbst gewerblich nutzen. Ein besonderes Problem aber scheint die Bauvoranfrage eines Grundstücksbesitzers zu sein, der genau dort, wo die durch das Gewerbegebiet geplante Straße zur Scherleshofer Straße hin abknickt, ein Einfamilienhaus bauen möchte. Die Bauvoranfrage hat der angehende Bauherr im September letzten Jahres gestellt, und zwar kurz nachdem der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss gefasst hatte. Daraufhin hatte der Gemeinderat für das Areal eine Veränderungssperre erlassen und die Bauvoranfrage zurückgestellt, damit die Planungen weiter geführt werden können.

Diese Veränderungssperre läuft im Oktober nächsten Jahres aus. Dann muss die Bauvoranfrage des Bauherrn weiter bearbeitet werden. Die Chance, dass sie vom Landratsamt positiv beschieden wird, scheint nicht allzu schlecht zu sein. In der Bubenreuther Verwaltung und auch im Gemeinderat ist man darum recht nervös, denn dann könnte das Gewerbegebiet Hoffeld in der Form nicht mehr realisiert werden. Pikant ist die Angelegenheit auch deshalb, weil der Bauherr ein Gemeinderat der Freien Wähler ist. Johannes Karl (SPD) appellierte darum während der jüngsten Ratssitzung eindringlich an seinen Ratskollegen, den Antrag auf Vorbescheid zurück zu ziehen. Er sei schließlich von den Bürgern gewählt worden, um zum Wohle der Gemeinde zu arbeiten. Jetzt aber würde er die Planungen für das Gewerbegebiet torpedieren, was nicht zum Wohle der Gemeinde sei.

Da der angesprochene Gemeinderat wegen persönlicher Beteiligung nicht an der Diskussion teilnehmen durfte, antwortete er auch nicht zu den Vorwürfen. Es scheint aber so, dass er den Antrag auf Vorbescheid nicht zurückziehen will.

Um zumindest der Firma Infoteam die geplante Erweiterung und den Bau von Parkplätzen zu ermöglichen, hat der Gemeinderat nun mehrheitlich beschlossen, das Baugebiet Hoffeld in einen Nordteil und einen Südteil aufzusplitten und die Planungen in zwei getrennten Aufstellungsverfahren fortzuführen. Der Bebauungsplan „Hoffeld Süd“ – die Fläche liegt direkt am Bahnhof Bubenreuth – soll neben den Flächen für die Firma Infoteam auch die laut einem Gutachten des VGN benötigten Parkplätze berücksichtigen. Gegen diese Park & Ride-Parkplätze sind die Grünen im Gemeinderat. Sie befürchten, damit den Individualverkehr zu fördern und wollen lieber eine zusätzliche Busverbindung von Oberfranken zum Bubenreuther Haltepunkt haben.

Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat schließlich, die Planungen für das „Hoffeld Süd“ einschließlich der Park & Ride-Parkplätze fortzuführen. Die Planungen für das Hoffeld Nord sollen ebenfalls fortgesetzt werden, obwohl der Bebauungsplan nach jetzigem Stand der Dinge nicht umsetzbar wäre.

Weiterzuplanen sei aber notwendig, „weil damit einer anderen als einer gewerblichen baulichen Nutzung wirksam begegnet werden kann“, heißt es im Beschluss des Gemeinderats. 

Klaus-Dieter Schreiter

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