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Das Ende der Müllfibel in Weißenburg-Gunzenhausen

Der Landkreis will auf das Heft ganz verzichten und setzt stattdessen auf digitale Angebote. - 05.10.2020 15:42 Uhr

Wird eingestellt: Die Müllfibel des Landkreises gibt es künftig nur noch elektronisch und nicht mehr gedruckt.

07.12.2012 © Landratsamt


Im Umweltausschuss erläuterte Sachgebietsleiter Michael Hufnagel, dass die digitalen Angebote immer stärker nachgefragt werden. Angefangen hat es damit, dass man sich über die Internetseite des Landkreises seinen personalisierten Abfuhrplan für die verschiedenen Tonnen ausdrucken konnte, der auch die Feiertagsregelung gleich mitberücksichtigte.

Vor zwei Jahren hat der Landkreis dann seine vielfach gelobte Abfall-App fürs Smartphone aufs Gleis gesetzt, die immer mehr Nutzer findet, erläuterte Hufnagel. Über diese kann man sich beispielsweise daran erinnern lassen, die Papiertonne rechtzeitig vor der Abfuhr bereitzustellen. Außerdem hat die Kreisverwaltung bei dringenden Änderungen die Möglichkeit, Push-Nachrichten zu verschicken.

Verteilt an 40 000 Haushalte im Landkreis

Auch viele Gemeindeverwaltungen listen die jeweiligen Termine in ihren Veröffentlichungen auf. Zahlreiche Informationen, die sich in der Broschüre finden, wiederholen sich zudem von Jahr zu Jahr. Andere ändern sich nur geringfügig. Doch es muss eben jedes Jahr ein komplett neues Heft gedruckt und an die rund 40 000 Haushalte im Landkreis verteilt werden. Hufnagel bezifferte die Kosten hierfür auf insgesamt 15 000 bis 20 000 Euro.

"Diese ganzen Punkte haben uns letzten Endes dazu bewogen, uns vom Heft zu verabschieden", sagte Hufnagel in der Sitzung, die im Feuerwehrhaus in Cronheim stattfand. Er versprach einen "schleichenden Übergang". So soll zunächst noch jedes Jahr ein kleiner Flyer erscheinen, in dem sich die wichtigsten Änderungen und natürlich die Abfuhrtermine finden.

Außerdem könne jeder, der keinen Internetzugang hat, sich auch an das Landratsamt wenden. Hufnagel: "Wir drucken dann den Abfuhrkalender auch aus und schicken ihn zu." Das war den Kreisräten wichtig. "Wir dürfen die älteren Menschen nicht vergessen", mahnte Dr. Werner Winter (Freie Wähler). Reinhard Ebert (ÖDP) regte an, eine kleine Auflage der Müllfibel zu drucken, die dann im Landratsamt abgeholt werden könnte, musste aber einsehen, dass das dennoch fast die gleichen Kosten verursacht.

Das Ende nach 35 Jahren

Die Müllfibel erscheint seit 35 Jahren in einer Auflage von rund 40 000 Stück und wird an alle Haushalte im Landkreis verteilt. In dem Heft findet sich alles Wichtige zum Thema Abfall in Weißenburg-Gunzenhausen – von den Mülabfuhrterminen über die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe bis hin zu Informationen, was eigentlich in die Biotonne gehört und was nicht. Das Heft hat im Lauf der Jahre sein Äußeres verändert und ist immer dicker geworden. Anfangs war es noch eine Zusammenstellung, die im Prinzip auf der Schreibmaschine entstanden ist. Dann folgte 1990 ein neues Design, das immer wieder dezent angepasst wurde. Seit 2012 hat auch die Müllfibel die Gestaltung gemäß dem Styleguide des Landkreises.

mau

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