Das waren die Bundeskanzler von 1949 bis heute

16.7.2019, 15:15 Uhr
Mit 73 Jahren wurde Konrad Adenauer (CDU) 1949 erster Bundeskanzler der jungen Bundesrepublik. Seine eigene Stimme gab damals den Ausschlag für die hauchdünne Mehrheit für eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und der längst verschwundenen Deutschen Partei.  Adenauer war einer der Gründerväter der
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Konrad Adenauer (1949-1963)

Mit 73 Jahren wurde Konrad Adenauer (CDU) 1949 erster Bundeskanzler der jungen Bundesrepublik. Seine eigene Stimme gab damals den Ausschlag für die hauchdünne Mehrheit für eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und der längst verschwundenen Deutschen Partei. Adenauer war einer der Gründerväter der "Römischen Verträge", die den Grundstein für die EU legten. Er trieb zunächst die West-Integration der Bundesrepublik voran; sie gehört neben der Aussöhnung mit Frankreich und Israel zu den dauerhaften Erfolgen der Ära Adenauer. Nach 14 Jahren Kanzlerschaft reichte er nach schwindendem Rückhalt und Ansehen in Partei und Bevölkerung seinen Rücktritt ein.

Der gebürtige Fürther (CDU) war unter Adenauer Wirtschaftsminister und brachte die Deutsche Mark mit auf den Weg. Er gilt als Vater der sozialen Marktwirtschaft und des deutschen Wirtschaftswunders. Der zweite Kanzler der Bundesrepublik trat gerne mit Zigarre auf, sie wurde zu seinem Markenzeichen. Erhards Zeit als Kanzler war kurz: Er trat nach drei Jahren zurück, weil er sich in seiner Partei nicht mehr durchsetzen konnte.
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Ludwig Erhard (1963-1966)

Der gebürtige Fürther (CDU) war unter Adenauer Wirtschaftsminister und brachte die Deutsche Mark mit auf den Weg. Er gilt als Vater der sozialen Marktwirtschaft und des deutschen Wirtschaftswunders. Der zweite Kanzler der Bundesrepublik trat gerne mit Zigarre auf, sie wurde zu seinem Markenzeichen. Erhards Zeit als Kanzler war kurz: Er trat nach drei Jahren zurück, weil er sich in seiner Partei nicht mehr durchsetzen konnte. © fn

Der aus Ebingen stammende CDU-Politiker prägte die Aufbaujahre in Stuttgart und Bonn: Von 1958 bis 1966 war er Ministerpräsident, danach Bundeskanzler. Er führte die erste Große Koalition mit Willy Brandt (SPD) als Außenminister. Charakterisierungen als
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Kurt Georg Kiesinger (1966-1969)

Der aus Ebingen stammende CDU-Politiker prägte die Aufbaujahre in Stuttgart und Bonn: Von 1958 bis 1966 war er Ministerpräsident, danach Bundeskanzler. Er führte die erste Große Koalition mit Willy Brandt (SPD) als Außenminister. Charakterisierungen als "König Silberzunge" oder "Wandelnder Vermittlungsausschuss" hatte er seinem rhetorischen Talent und seiner Fähigkeit zur Vermittlung zu verdanken. Unter ihm demonstrierten die 68er gegen die neuen Notstandsgesetze. Mit seiner Amtszeit endete eine zwanzigjährige Regierungszeit unter Führung der CDU/CSU. © dpa

Das bekannteste Bild des SPD-Politikers entstand bei seinem berühmten Kniefall am Mahnmal des Warschauer Ghettos. Mit seiner Ostpolitik schlug Brandt die Brücke zur Verständigung mit dem Sowjetimperium und legte so auch den Grundstein für die spätere Wiedervereinigung. Für sein Bemühen um Versöhnung erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. In Erinnerung bleibt sein Satz
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Willy Brandt (1969-1974)

Das bekannteste Bild des SPD-Politikers entstand bei seinem berühmten Kniefall am Mahnmal des Warschauer Ghettos. Mit seiner Ostpolitik schlug Brandt die Brücke zur Verständigung mit dem Sowjetimperium und legte so auch den Grundstein für die spätere Wiedervereinigung. Für sein Bemühen um Versöhnung erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. In Erinnerung bleibt sein Satz "Nun wächst zusammen, was zusammengehört", mit dem er den Mauerfall kommentierte. Innenpolitisch standt Brandts Amtszeit unter dem Motto "mehr Demokratie wagen". Scheidungs- und Abtreibungsrecht wurden reformiert, das Wahlalter von 21 auf 18 Jahre heruntergesetzt. Brandts Kanzlerschaft endete mit der Affäre um den DDR-Spion Günther Guillaume, der ein enger Vertrauter Brandts war. Brandt trat daraufhin zurück. © Keystone

Bis kurz vor seinem Tod erläuterte Helmut Schmidt den Deutschen auf allen Kanälen die Weltlage. Für viele war er der ewige Erklärer mit der Menthol-Zigarette in der Hand, die ihm auch nach der Einführung von Rauchverboten niemand zu verbieten wagte. Zu den größten Herausforderungen in der Kanzlerzeit des SPD-Politikers gehörten die Ölkrise in den 70er Jahren und der Kampf gegen den Terrorismus der
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Helmut Schmidt (1974-1982)

Bis kurz vor seinem Tod erläuterte Helmut Schmidt den Deutschen auf allen Kanälen die Weltlage. Für viele war er der ewige Erklärer mit der Menthol-Zigarette in der Hand, die ihm auch nach der Einführung von Rauchverboten niemand zu verbieten wagte. Zu den größten Herausforderungen in der Kanzlerzeit des SPD-Politikers gehörten die Ölkrise in den 70er Jahren und der Kampf gegen den Terrorismus der "Roten Armee Fraktion". © Wolfgang Kumm

Seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte sich der CDU-Politiker als
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Helmut Kohl (1982-1998)

Seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte sich der CDU-Politiker als "Kanzler der deutschen Einheit". Sein größter außenpolitischer Verdienst besteht darin, den westlichen Verbündeten die Angst vor einer deutschen Vorherrschaft genommen zu haben, indem er die deutsche Einheit mit der europäischen Vereinigung verknüpfte. Mit seiner 16-jährigen Amtszeit besetzte der in Ludwigshafen am Rhein geborene Politiker das Kanzleramt am längsten. Am Ende war er aber auch der erste Kanzler, den die Wähler aus dem Amt entließen. Grund dafür war die CDU-Spendenaffäre, die bis heute für Verwerfungen sorgt. © dapd

Als Gerhard Schröder (SPD) 1998 zum ersten Mal gewählt wurde, posierte der
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Gerhard Schröder (1998-2005)

Als Gerhard Schröder (SPD) 1998 zum ersten Mal gewählt wurde, posierte der "Brioni-Kanzler" gerne mit dicken Zigarren in seinen Amtsräumen. Er war der erste Bundeskanzler, der mit einer Mehrheit von SPD und Bündnis 90/Grüne gewählt wurde. Kurz nach seinem Amtsantritt entschloss sich Schröders Regierung, erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten in einen bewaffneten Konflikt zu schicken: Deutschland beteiligte sich an der Nato-Aktion zur Befriedung des Kosovo. Die Entsendung deutscher Soldaten in den Irak lehnte er später ab. Mit seiner "Agenda 2010" sorgte Schröder für Unmut, über Sinn und Unsinn des Reformpaketes gibt es bis heute Streit. Nach seiner Amtszeit stieg er beim russischen Energiekonzern Gazprom ein. © Harald Sippel

Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Atomausstieg, Syrienkonflikt - Langeweile herrschte in der bisher mehr als zehnjährigen Amtszeit der ersten weiblichen Regierungschefin nicht. Kohls politische Ziehtochter galt in ihren ersten Jahren lange als Zauderin, Abwarten und Aussitzen schien ihre Devise. Mit der Entscheidung, die Grenze für Tausende Flüchtlinge auf dem Weg von Ungarn in Richtung Deutschland zu öffnen, spaltete sie ihre Partei und provoziert bis heute heftige Kontroversen rund um die Flüchtlingsthematik. 2011 beschloss Merkel nach dem Reaktor-Unfall in Fukushima den Atomausstieg. Auch die Energiewende fällt in ihre Regierungszeit. 2019 gab sie bekannt, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen wird.
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Angela Merkel (seit 2005)

Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Atomausstieg, Syrienkonflikt - Langeweile herrschte in der bisher mehr als zehnjährigen Amtszeit der ersten weiblichen Regierungschefin nicht. Kohls politische Ziehtochter galt in ihren ersten Jahren lange als Zauderin, Abwarten und Aussitzen schien ihre Devise. Mit der Entscheidung, die Grenze für Tausende Flüchtlinge auf dem Weg von Ungarn in Richtung Deutschland zu öffnen, spaltete sie ihre Partei und provoziert bis heute heftige Kontroversen rund um die Flüchtlingsthematik. 2011 beschloss Merkel nach dem Reaktor-Unfall in Fukushima den Atomausstieg. Auch die Energiewende fällt in ihre Regierungszeit. 2019 gab sie bekannt, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen wird. © imago stock&people