Der Chef der Bezirkskliniken muss gehen

22.6.2012, 16:48 Uhr
Unter Druck: Klinikvorstand Werner Siemon.

Unter Druck: Klinikvorstand Werner Siemon. © oh

In einer Verwaltungsratssitzung wurde die Trennung von Siemon besiegelt. Demnach beenden das Kommunalunternehmen und Siemon das Arbeitsverhältnis „einvernehmlich“ zum 30. Juni 2012. Über die Modalitäten der Trennung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, wie Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (CSU) auf NZ-Anfrage mitteilte.

Allerdings dürfte trotzdem klar sein, dass der Bezirk die schnelle Trennung von Siemon nicht umsonst bekommt. Schließlich wurde der Arbeitsvertrag des Klinikumsvorstands erst Ende 2009 bis Ende 2014 verlängert – Siemon, der nach NZ-Informationen ein Brutto-Monatsgehalt von 13000 Euro bezog, wäre also noch eineinhalb Jahre im Amt gewesen.



Nachdem Siemon allerdings in einer Sondersitzung des Bezirkstages bekanntgeben musste, dass die Bezirkskliniken in diesem Jahr statt eines erwarteten Gewinns einen Millionenverlust machen werden, war der Ärger über den Klinikvorstand parteiübergreifend groß. Besonders kritisiert wurde, wie Siemon die Verluste zu erklären versuchte – mit „Fehlern in den internen Steuerungssystemen“. Nach Meinung vieler Bezirksräte ließ Siemon auch jegliche persönliche Verantwortung für die Verluste vermissen.