Der richtige Soundtrack für den Sommer

9.7.2013, 19:25 Uhr
Ummananda um Martin Stüllein (2. von rechts) bei einem Auftritt kürzlich in der Klara-Kirche.

Ummananda um Martin Stüllein (2. von rechts) bei einem Auftritt kürzlich in der Klara-Kirche. © Jürgen W. Klieber

Jemand, der als prägende musikalische Einflüsse die Heavy-Metal-Heroen Iron Maiden nennt und von sich sagt, er habe immer so Bass spielen wollen wie deren Gründer Steve Harris, steht nun nicht gerade im Verdacht, spanisch beeinflussten Folk zu machen. Doch Martin Stüllein, Kopf der Band Ummananda, sieht da keinen Widerspruch: „Ich wollte schon immer mal was Akustisches machen“, sagt der Gründer der Formation Earth Flight, die allerdings eher auf Rock im Stil der 70er Jahre setzte.

Statt Bass spielt der 30-Jährige jetzt Gitarre und schreibt federleichte Flamenco-Folk-Songs, die genauso gut irgendwo zwischen Country und Americana zu Hause sind. Da soll noch mal einer behaupten, Metaller seien engstirnig.

Martin Stüllein ist ganz im Gegenteil ein umtriebiger Geist, der schon viel rumgekommen ist — womit wir ganz nebenbei die Herkunft des Bandnamens Ummananda erklärt hätten. Seine Liebe zum Spanischen rührt von Aufenthalten in Peru und Bolivien her.

Wer als Franke allerdings, salopp formuliert, „auf Flamenco macht“, hat ein kleines Glaubwürdigkeitsproblem. Doch für die richtige Dosis Authentizität sorgt die Andalusierin Elena. „Sie ist ein echter Volltreffer für die Band“, sagt Martin Stüllein, der manchmal auch gemeinsam mit der Spanierin im Duo auftritt. Das Quartett komplett machen Martin Windisch am Bass und Carolin Fauer an der Violine — das Instrument ist für den Sound der Truppe sehr prägend.

In dieser Besetzung spielt Ummananda noch nicht einmal seit einem Jahr zusammen. Aber, so scheint es, hier haben sich vier gefunden, die sich sehr fein ergänzen. Nachzuhören ist das auf der nach dem Debüt „The River’s Mouth“ (das Stüllein noch solo als Ummanandamann aufnahm) zweiten CD „Dream is Destiny“. Beide sind ohne Label als Eigenveröffentlichungen erschienen.

Neben Selbstkomponiertem findet sich eine Cover-Version von The Gun Clubs „Mother of Earth“ auf dem Album, gesungen wird auf Spanisch, Englisch und Fränkisch. Dialekt-Lieder könnte es in Zukunft durchaus mehr geben. Im spaßigen „Evolution Song mit Geige und Schroddgidarrn“ geht’s um das Karussell Leben, das einfach nicht zu stoppen ist. Wie im „Schnellkochtopf“ fühle man sich allenthalben, sagt Stüllein. Ein Grund, warum dem studierten Geographen die Musik so wichtig ist: „Das ist wie Meditation. Man ist mit seiner Aufmerksamkeit komplett in der Gegenwart.“ Beim Texten ist die Innenschau ebenfalls wichtig: Es geht viel um die Suche nach dem Glück und die eigene persönliche Entwicklung.

Das Stück „Desolation Angels“ vom ersten Album war von Jack Kerouacs gleichnamigem Roman inspiriert. Überhaupt, die Literatur: Kleine Textauszüge und Gedichte könnten zukünftig Bestandteil der Auftritte werden, genau wie Feuertanz- und Jonglage-Elemente, wie kürzlich bei einem Konzert in der Klarakirche. Live ist das sympathische Quartett demnächst oft zu erleben: Am 12. Juli um 20.15 Uhr beim Kunstrasen-Festival unter der Theodor-Heuss-Brücke, am 13. Juli um 17 Uhr beim Klüpfel Open Air und anschließend beim offiziellen CD-Release im Rahmen des Sommerfests bei Aire Flamenco, Hintermayrstraße 28 (Beginn 19 Uhr) sowie am 27. Juli im inoffiziellen Programm des Bardentreffens (15 bis 17 Uhr vor der Klarakirche, Königstraße 64). Und im September geht es passenderweise nach Nordspanien...

www.ummananda.de