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Die Wende: Doch noch grünes Licht für Testspiele

Teams dürfen ab sofort antreten - TSV 1860 Weißenburg am 31. Juli gegen VfB Eichstätt II - 30.07.2020 17:03 Uhr

Endlich wieder Fußball im Sportpark Rezataue: Nach langer Pause sind nun zumindest Test- und Trainingsspiele wieder erlaubt. Der TSV 1860 Weißenburg erwartet am heutigen Freitag um 19 Uhr den VfB Eichstätt II zum Duell zweier Bezirksligisten.

© Foto: Uwe Mühling


Allerdings unter Einhaltung gewisser Auflagen und unter Beachtung eines Hygienekonzepts, das den Vereinen kurzfristig an die Hand gegeben wird. Wichtigster Aspekt dabei: Es dürfen keine Zuschauer vor Ort sein. Das gilt auch für das Testspiel am Freitag, 31. Juli, um 19 Uhr zwischen dem TSV 1860 Weißenburg und dem VfB Eichstätt II im Sportpark Rezataue. Das jüngste Hin und Her haben die Weißenburger dabei hautnah mitbekommen.

Erst enttäuscht, dann überrascht

"Am Dienstag waren wir zunächst sehr enttäuscht und haben das Spiel abgesagt", erzählt Roland Mayer von der TSV-Fußballabteilung. Überrascht war man dann, dass gut 24 Stunden später alles wieder anders war. Das Match gegen die Regionalliga-Reserve aus Eichstätt wurde wieder angesetzt und soll heute Abend durchgezogen werden. "So leid es uns tut ohne Zuschauer. Aber wir sind froh, dass wir nach der langen Pause überhaupt wieder spielen dürfen", sagt Mayer. Der TSV 1860 hat am Wochenende noch ein zweites Freundschaftsspiel und zwar mit seiner U23 am Sonntag, 2. August, beim ESV Treuchtlingen. Beginn ist um 16 Uhr auf der Bezirkssportanlage – auch hier dürfen nur Aktive, Trainer und Betreuer dabei sein.

Nach der Entscheidung der Staatsregierung vom Dienstag, vorerst keine weiteren Lockerungen im Sport zu erlauben und die Beschränkungen vielmehr bis zum 16. August zu verlängern, hatte vor allem der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, Rainer Koch, die Entscheidung kritisiert und Druck gemacht.

Mit Erfolg, wie sich nun zeigte. Eine Freigabe für Testspiele war und ist für den Verband sehr wichtig, damit er seine mühsam auf die Beine gestellten Zeitpläne einhalten kann. Wie mehrfach berichtet soll es auch in den heimischen Klassen ab Anfang September mit einer Mischung aus Punktspielen und Ligapokal wieder losgehen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der auch für den Sport zuständig ist, hatte in einem Schreiben an Koch klargestellt, "dass unter der Voraussetzung einer Kontaktdatenerfassung gemäß Rahmenhygienekonzept Sport das Training in festen Trainingsgruppen zugelassen ist. Daran anknüpfend gehören auch dem Training dienende Spiele grundsätzlich zu den erlaubten Lockerungsmaßnahmen bei Mannschaftssportarten mit Kontakt" – klingt ein wenig bürokratisch, bedeutet aber faktisch "grünes Licht" für Testspiele.

Als Einschränkung kommt hinzu, dass "vereinsübergreifende Trainingsspiele" aufgrund der aktuellen pandemischen Lage auf Partien zwischen Vereinen aus Bayern begrenzt seien. Zudem sei eine namentliche Erfassung aller am Spielbetrieb Beteiligten zu gewährleisten und die Spiele seien ohne Zuschauer abzuhalten.

Der organisierte Sport in Bayern sei mit den neu gewonnenen Freiheiten pflichtbewusst umgegangen und habe die Ausübung des Sports im Rahmen der gesetzten Vorgaben sichergestellt, erklärte das Innenministerium in seinem Schreiben. "Es hat ich gelohnt, dass wir im Sinne unserer Vereine noch einmal bei der Politik vorgesprochen und unsere Interessen klar zum Ausdruck gebracht haben. Wir sind sehr glücklich, dass ab sofort wieder Trainingsspiele möglich sind – wenn auch ohne Zuschauer. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Wettkampfspielbetrieb in Bayern", erklärt BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher und kündigte für die kommenden Tage ein "handhabbares Hygienekonzept" für die Vereine an.

Die Re-Start-Pläne des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) sehen aktuell noch vor, dass die derzeit unterbrochene Spielzeit 2019/20 im September nach vierwöchiger Vorankündigung fortgesetzt wird, sollten dies die staatlichen Vorgaben dann auch erlauben.

Freigabe gilt auch für andere

"Große Erleichterung" herrschte auch beim Bayerischen Landes-Sport-verband (BLSV), nachdem bekannt wurde, dass Trainingsspiele für Mannschaftssportarten mit Kontakt wieder erlaubt sind. Die neue Regelung gilt nämlich nicht nur für den Fußball, sondern auch für Basketball, Handball und Co.

BLSV-Präsident Jörg Ammon und BFV-Präsident Rainer Koch dankten speziell Innenminister Herrmann und stellten die Zusammenarbeit im Sinne des Sports heraus. Die beiden Präsidenten ließen sich wie folgt zitieren: "Die Möglichkeit von Testspielen ist nur ein Schritt auf dem Weg zum Ligaspielbetrieb mit Zuschauern. Bis dahin muss weiterhin gelten, dass unsere Gesundheit an allererster Stelle steht und deshalb müssen nunmehr für die Vereine machbare Hygienekonzepte von den Sportverbänden mit der Bayerischen Staatsregierung abgestimmt werden. Das große Ziel des BLSV, des BFV, der Sportfachverbände und Sportvereine in Bayern ist es weiterhin, ab dem
1. September den offiziellen Wettkampfspielbetrieb wieder aufnehmen zu können."

Uwe Mühling

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