Vereine streben Zusammenarbeit an

DJK und Eintracht Allersberg: Die Zeichen stehen auf Fusion

Die SG Allersberg kann zusammen siegen und feiern (wie hier den Aufstieg 2019). Warum sollte, was im Fußball klappt, nicht auf der Gesamtebene funktionieren? Die beiden Vereine DJK und Eintracht haben die Weichen auf Fusion gestellt.
 

Die SG Allersberg kann zusammen siegen und feiern (wie hier den Aufstieg 2019). Warum sollte, was im Fußball klappt, nicht auf der Gesamtebene funktionieren? Die beiden Vereine DJK und Eintracht haben die Weichen auf Fusion gestellt.   © Paul Götz, NN

Die Abstimmung in der Versammlung der DJK fiel recht deutlich aus. Lediglich drei der 101 anwesenden Mitglieder stimmten bei fünf Enthaltungen dagegen. Beim Sportverein Eintracht war die Entscheidung noch deutlicher. Hier gab es bei 51 anwesenden Mitgliedern lediglich eine Enthaltung, wie Vorsitzender Anton Lechner erklärte.

Die Vorsitzenden der DJK zeigten sich dankbar, dass die Versammlung ein so eindeutiges Signal gab und damit den Vorstand für die Aufnahme der Fusionsgespräche beauftragte. Die vergangenen drei Jahre hätten gezeigt, so stieg Vorsitzender Brenner in die Vorstellung der Überlegungen im eigenen Vorstand und auch im Vorstand der SV Eintracht ein, dass die aufgenommene Spielgemeinschaft im Fußball auf allen Ebenen recht erfolgreich sei. Das habe beide Vereine stärker gemacht, sagte er.

Aufwand in Verwaltung begrenzen

Er listete zudem eine Reihe von Vorteilen auf: Die Kosten wären gemeinsam aufzubringen und die Einnahmen gingen an beide Vereine, der verwaltungstechnische Aufwand könne gemeinsam bewältigt werden, gerade in einer Zeit, wo Ehrenämter immer schwieriger zu besetzen seien.

Der Blick in die Zukunft mache eine Fusion beider Vereine sinnvoll, resümierte er und sah als großen Vorteil, dass man zum zweitgrößten Sportverein in der Marktgemeinde werde. Und man habe zusammen auch gegenüber dem Markt Allersberg eine stärkere Position. Auf dem DJK- Gelände habe man gute Entwicklungsmöglichkeiten und es sei sinnvoll, in weitere Infrastruktur gemeinsam zu investieren. "Ein starker Verein tut sich leichter als zwei kleinere", so der DJK-Vorsitzende.

Für die eigenen Mitglieder zähle, dass der Name DJK erhalten bleibe, dass es für die Mitglieder keinerlei Nachteil sei und dass man das Gelände sportlich gemeinsam weiterentwickeln könne. Für eine Fusion sei auch eine neue Satzung zu erarbeiten, die in enger Abstimmung mit dem DJK-Diözesanverband vorbereitet werde.

TSV hat "kein großes Interesse"

So ohne Weiteres aber waren die Mitglieder nicht von den Vorteilen einer Fusion überzeugt. Insbesondere wurde die Frage aufgeworfen, warum dann nicht eine Fusion mit dem TSV als größerem Verein angestrebt werde. Denn eine Fusion mit der SV Eintracht bringe die DJK sportlich nicht unbedingt weiter.

Anscheinend waren aber mit dem TSV bereits Vorgespräche gelaufen. Denn der TSV wolle in der Rothseehalle bleiben und habe kein großes Interesse an einer Fusion gezeigt, erklärte Vorsitzender Werner Nixdorf. Es werde sich nach Aufnahme der weiteren Gespräche zeigen, ob aus der anvisierten Fusion etwas werden könne, ließ er noch eine Hintertüre offen.

Beide Vereine hätten ihre Wurzeln in der katholischen Kirche, kam Bürgermeister Daniel Horndasch auf die Gründungen durch und aus dem Katholischen Gesellenverein zu sprechen, und jeder Verein könne auf das Erreichte stolz sein. Ein Rückblick zeige aber auch, so der Rathaus-Chef, dass gemeinsam in der Zukunft mehr möglich sei. Dies könne jedoch nur mit einem Schulterschluss erreicht werden, warb auch Horndasch für eine Fusion von DJK und Eintracht.

Interessante Fläche

So recht waren aber die Mitglieder doch noch nicht überzeugt. So ging es noch um die Mitgliedsbeiträge und die Bandenwerbung auf dem Sportplatz, und um das Wohl der DJK, das bei Fusionsverhandlungen an erster Stelle stehen müsse. Aber auch auf den Vorteil, den die Marktgemeinde von einer Fusion der beiden Vereine hätte, wurde hingewiesen. Denn das Areal des jetzigen Eintracht-Sportplatzes könnte die Kommune als Baugebiet nutzen. Auch von mangelnder sportlicher Perspektive bei der Eintracht war die Rede. Während andere Sprecher betonten, dass es ohne die Eintracht bei der DJK schon längst keine AH-Mannschaft mehr gäbe.

Aber es waren nur einzelne Diskussionsbeiträge bei der großen Teilnehmerzahl der Mitglieder. Es war deutlich zu merken, dass sich manche Mitglieder sorgten, dass die DJK zu wenig von der Fusion haben könnte. Ziel sei, die DJK sinnvoll weiterzuführen, stellte Werner Nixdorf nochmals klar, was sich beim Fußball in den Spielgemeinschaften bewahrheitet habe. Nixdorf stellte vor der Abstimmung aber auch nochmals klar, dass die Mitglieder über die endgültige Fusion und die neue Satzung entscheiden werden.

Dass DJK und Eintracht harmonisch und auch sportlich gut kooperieren, demonstrierten die Spielgemeinschaften, die es seit vier Jahren im Jugendbereich und seit drei bei den Seniorenmannschaften gebe, betonte auch Eintracht-Chef Anton Lechner gegenüber unserer Zeitung. Diese harmonische Kooperation sei auch "der Hauptgrund" für eine angestrebte Fusion.

Das Gelände für den Sportplatz sei von der Marktgemeinde gepachtet, das Sportheim sei auf Erbpacht gebaut und gehöre der Eintracht, berichtete Lechner. Mit einer Fusion könne man auch die Infrastruktur stärken, wie zum Beispiel den Bau eines dritten, professionellen Sportplatzes bei der DJK, aber auch eines "vernünftigen Sportheims" Generell seien die Entwicklungsmöglichkeiten bei einer Fusion der beiden Vereine besser.