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Samstag, 28.11.2020

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Doppelte Herbstmeister, vierfache Vorbereitung

Zwischenbilanz einer außergewöhnlichen Saison mit Tabellenvergleich von November 2019 zu 2020 - 13.11.2020 13:13 Uhr

War 2020 nicht zu bremsen: Der TSV 1860 Weißenburg hat mit fünf Siegen nach dem Re-Start eine Vorentscheidung im Titelrennen der Bezirksliga Süd geschafft und geht mit sieben Punkten Vorsprung in die Restsaison. Unser Bild zeigt Kapitän Jonas Ochsenkiel (re.) beim jüngsten 3:1-Sieg gegen Herrieden. Trotz zwischenzeitlicher Verletzung ist Ochsenkiel mit 13 Toren TSV-Toptorschütze.

11.11.2020 © Foto: Uwe Mühling


Zu den Besonderheiten der Saison 2019/2020, die aufgrund der Corona-Krise um ein Jahr verlängert wurde und bis Ende Juni 2021 zum Abschluss gebracht werden soll, gehört zweifelsohne auch die Tatsache, dass es die inoffiziellen, sogenannten Herbstmeister gleich zweimal gibt (nämlich 2019 und 2020), dass die Vereine aktuell ein zweites Mal überwintern und nächstes Jahr bereits die vierte Vorbereitung binnen einer Saison bestreiten – wenn es denn wieder erlaubt sein sollte.

Was sich alles verändert hat, zeigt vor allem der Blick auf die Tabellen. Schaut man auf die Positionen zur Winterpause 2019/2020 beziehungsweise aktuell 2020/2021, dann kann man feststellen, dass manche Teams ihren Platz an der Sonne verteidigt oder ihren Vorsprung ausgebaut haben, dass es einige Führungswechsel gab und dass vielfach auch in den Abstiegskampf Bewegung gekommen ist.

Wie ist es seit dem Re-Start gelaufen?

Der Tabellenvergleich vom 24. November 2019 zum 10. November 2020 zeigt zudem, wie es zwischenzeitlich beim Re-Start für die einzelnen Teams gelaufen ist. Gut sechs Wochen wurde bekanntlich im September/Oktober wieder um Punkte gespielt, ehe auch für den Fußballbezirk Mittelfranken und den Kreis Neumarkt/Jura der erneute sportliche Lockdown kam.

In der Bezirksliga Süd hat der Spitzenreiter vom November 2019 und vom November 2020 den gleichen Namen: Es ist der TSV 1860 Weißenburg. Mit einem großen Unterschied allerdings: Stand die Truppe von Trainer Markus Vierke vor einem Jahr noch punktgleich mit den Verfolgern ASV Zirndorf und FV Dittenheim (alle 37 Zähler) auf Platz eins, so sind es inzwischen sieben Punkte Polster.

Fünf Spiele, fünf Siege für den TSV 1860

Die Weißenburger schraubten ihr Konto mit fünf Siegen (bei 17:2 Toren) auf 52 hoch. Neuer Zweiter und schärfster Verfolger ist inzwischen der FC Wendelstein mit 45 Zählern, dann folgen Zirndorf und Dittenheim (je 44). Zur Erinnerung: Wendelstein ist Aufsteiger und hat zumindest auf Rang zwei hervorragende Aktien. Im Normalfall sollte sich der TSV 1860 den Titel nicht mehr nehmen lassen, das Rennen um Platz zwei verspricht aber viel Spannung.

In der Abstiegszone ist die TSG Roth (26) nach dem Neustart mit zehn Punkten aus sechs Spielen knapp über den Strich geklettert. Dreizehnter und damit "Wackelkandidat" ist jetzt die SG Herrieden (24). Die Abstiegsplätze nehmen weiter Ornbau (20) und Marienstein (9) ein, neu im Trio der Kellerkinder ist Freystadt (16) anstelle von Roth.

Spielt mit seinem Team um Platz zwei in der Kreisliga mit: Tobias Weickmann (rechts), Trainer des Aufsteigers und aktuellen Tabellendritten DJK Stopfenheim.

11.11.2020 © Foto: Uwe Mühling


Auch in der Kreisliga Neumarkt/Jura West ist der Herbst-, Halbzeit- oder wenn man so will der "Weihnachtsmeister" 2019 und 2020 ein und derselbe: der SV Unterreichenbach. Wie die Weißenburger eine Etage höher so haben auch die Urus im Jura-Oberhaus ihren Vorsprung in den wenigen Spielen des Jahres 2020 ordentlich ausgebaut. Vor einem Jahr hatte Unterreichenbach (36) elf Zähler Polster auf das Trio Büchenbach, Stopfenheim, Cronheim (alle 25), jetzt sind es für den SVU satte 17 Punkte auf den alleinigen Zweiten Büchenbach.

Während Unterreichenbach im Prinzip durch ist, dürfte es im Frühjahr – falls es denn wie geplant im März/April weitergehen sollte – einen heißen Kampf um die Relegationsteilnahme geben. Neben Büchenbach (32 Punkte) sind auch Stopfenheim, Veitsaurach (je 31), Heideck und Cronheim (je 30) als Kandidaten im Rennen.

Sorgenvolle Blicke: Nur einen Punkt hat der FC/DJK Weißenburg um Trainer Philipp Naß nach dem Re-Start geholt und überwintert in der Kreisliga erneut als Schlusslicht. Die Chancen auf den Klassenerhalt sind beim Fußball-Intermezzo 2020 weiter gesunken.

11.11.2020 © Foto: Uwe Mühling


FC/DJK überwintert erneut als Letzter

Im Tabellenkeller hat es in den wenigen Wochen der Saison-Wiederaufnahme kräftig rumort: Der TSV Absberg holte fünf Siege aus sechs Spielen, der TSV 1860 Weißenburg II gewann sämtliche vier Partien, die er hatte. Absberg schaffte den Sprung von Rang zwölf auf sieben, die TSV-Zweite von 13 auf zwölf.

Schlusslicht ist der FC/DJK Weißenburg mit elf Zählern geblieben (nur ein Punkt aus vier Begegnungen), den zweiten Abstiegsplatz nimmt der SV Kammerstein (16) ein, der in sechs Spielen zwei Remis und vier Niederlagen verbucht hat. Auf den Relegationsplätzen stehen der TSV 1860 Weißenburg II (23) und die SG Ramsberg/St. Veit (24).

Knapp über dem Strich hat auch die DJK Pollenfeld als Zehnter 24 Punkte, der SV Wettelsheim und der SV Rednitzhembach rangieren mit je 27 Punkten davor. All das verspricht noch viel Spannung fürs Frühjahr – mit Ausnahme der praktisch entschiedenen Meisterschaft.

 

UWE MÜHLING

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