Sonntag, 08.12.2019

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Ein Bergener im Nationalteam der Rollstuhl-Baskets

Trotz seiner Querschnittslähmung spielt für Lukas Glossner (19) der Sport eine wichtige Rolle - 01.12.2019 10:35 Uhr

Ein Mannschaftsfoto vom Turnier in Japan: Lukas Gloßner (Zweiter von links) mit der deutschen U22-Auswahl. © Foto: Team Germany


Lukas Gloßner wurde aufgrund seiner Leistungen bei den Ingolstadt Westpark Wheelis sowie bei der Mannschaft von RBB Iguanas München für ein internationales Turnier in Japan nominiert. Als Neuling bekam er in Fukuoka beim "Kitakyu-shu Champions Cup" die ersten Einsatzzeiten im Nationaltrikot und konnte sich zusammen mit seinen Teamkollegen über Platz zwei freuen. Nach Siegen gegen Australien und Kanada mussten sich die deutschen "Rollis" erst im Finale gegen die gastgebenden Japaner geschlagen geben.

Head Coach Richarz zog ein positives Fazit: "Wir konnten uns in unserer Spielweise weiterentwickeln und gute Fortschritte machen. Unsere Rookies (wie zum Beispiel Lukas Gloßner, Anmerkung der Redaktion) haben sich gut integriert, und das stimmt positiv für die weitere Zukunft." Das ist für den Trainer vor allem mit Blick die nächsten Aufgaben sehr wichtig, denn im kommenden Jahr steht die Europameisterschaft auf dem Programm.

Hoffnung auf EM-Teilnahme

Lukas Gloßner, der jetzt seine Premiere im Nationalteam gefeiert hat und auch von der Erfahrung des Japan-Aufenthalts begeistert war, will im nächsten Jahr bei der EM ebenfalls im Kader stehen und wird entsprechend trainieren. Der Sport ist für ihn ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Vor dem Unfall war er als Handballer und Fußballer fast täglich aktiv. Dann kam der 17. Mai 2016 mit dem tragischen Unglück und nichts war mehr wie zuvor.

Schon während der Reha in Rosenheim schaute er sich das erste Mal Rollstuhl-Basketball an. "Das ist einfach die erste Option", sagt Lukas Gloßner. Anfang 2017 ging er dann erstmals bei den Wheelies in Ingolstadt ins Training. Was zunächst sporadisch war, machte ihm zunehmend Spaß – auch deshalb, weil er stets besser wurde.

Braucht und liebt den Sport: Lukas Gloßner (19) aus Bergen. © Foto: Privat


Seine guten Leistungen bei den Korbjägern mit Handicap führten dazu, dass er in der zweiten Saison mit Doppellizenz zugleich in München spielte. Dort hat er inzwischen sogar den Sprung in die erste Mannschaft der Iguanas geschafft, die in der 1. Bundesliga spielt. Lukas Gloßner ist auch weiterhin in Ingolstadt am Ball, wo er seit Kurzem auch seinen Lebensmittelpunkt hat. Der 19-Jährige studiert nämlich seit Oktober "Digital Business". Diesen Studiengang mit englischem Namen kann man in etwa mit Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt auf Digitalem beziehungsweise auf Wirtschaftsinformatik umschreiben. In Ingolstadt hat er auch eine Wohnung.

Der Sport ist und bleibt seine Leidenschaft. Er ist froh, dass er mit dem Rollstuhl-Basketball eine neue Disziplin gefunden hat. "Man merkt, wie es mit der Zeit aufwärts geht und besser wird", sagt Lukas Gloßner. Und weiter: "Ich habe den Sport gebraucht und muss mich regelmäßig auspowern." Und das sicher gerne weiterhin auch in der Nationalmannschaft.

UWE MÜHLING

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