Dienstag, 26.01.2021

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Ein neues Zuhause für Kinder in Not

Die Kinderseite nanu!? zu Besuch im SOS-Kinderdorf - 20.11.2020 18:17 Uhr

Bobby ist froh, dass er vom Berufsausbildungszentrum Nürnberg unterstützt wird.

20.11.2020 © Foto: SOS-Kinderdorf e.V./Katja Jäkel


Meine Eltern haben mich umsorgt, mir Essen, ein warmes Zuhause, neue Kleider gegeben und aufgepasst, dass ich mich um meine Aufgaben in der Schule kümmere, auch wenn ich gar keine Lust hatte. Sie haben mich getröstet, mir zugehört und mich begleitet, bis ich groß genug war und mich alleine um mich kümmern konnte. Denn das ist der Job von Eltern.

Aber das Leben ist manchmal fies. Deshalb gibt es Mütter und Väter, die schaffen es nicht, sich um ihre Kinder zu kümmern. Vielleicht weil sie krank sind oder weil sie es nicht schaffen, die Verantwortung für ein Kind zu tragen. Vielleicht weil sie Geldsorgen haben oder sogar richtig gemein und gewalttätig sind.

Und manchmal ist die Not von Erwachsenen oder ihren Kindern so groß, dass es besser für die Kinder ist, wenn sie von ihren Eltern getrennt werden. Damit diese Kinder gesund und glücklich aufwachsen, hat ein Mann namens Hermann Gmeiner aus dem Land Österreich vor über 70 Jahren einen Verein gegründet, um diesen Mädchen und Jungen ein neues Zuhause zu geben.

Er hat dieses Zuhause "SOS Kinderdorf" genannt. Dabei steht das "SOS" nicht für den Notruf auf hoher See, wie Du vielleicht gedacht hast. Sondern für den lateinischen Begriff "Societas Socialis", das bedeutet "soziale Gemeinschaft".

Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt 559 und in Deutschland 39 Einrichtungen. Dazu zählen nicht nur die Dörfer, wo die Kinder wie in einer Familie zusammen leben. Sondern auch Jugendwohngruppen, Berufsausbildungszentren, Mehrgenerationenhäuser, Horte oder Kindergärten wie zum Beispiel beim SOS-Kinderdorf-Verein Nürnberg.

Im Berufsausbildungszentrum Nürnberg, kurz BAZ, macht Bobby gerade eine Ausbildung zum Schreiner. Er ist 17. "Gerade arbeite ich an meinem Jahresprojekt: einem kleinen Schrank mit Schubladen", sagt er. "Im BAZ fühle ich mich sehr wohl. Vor allem die Hilfsbereitschaft ist toll. Ich kann mich mit allen Fragen oder wenn es ein Problem gibt an meinen Ausbilder oder den Sozialpädagogen wenden, die sind immer für mich da." Der Junge unten auf dem Bild heíßt Siggi. Er ist sieben Jahre alt und lebt seit vier Jahren im SOS-Kinderdorf in der Stadt Gera. Gerade ist er in die erste Klasse gekommen.

Im Kinderdorf sind die Kinder nie alleine. Auf dem Foto kuschelt Siggi mit Erzieher Matthias.

20.11.2020 © Foto: SOS-Kinderdorf e.V./Boris Erdtmann


Siggi lebt in einer Wohngruppe mit sieben anderen Kindern zusammen. Sie sind wie seine Geschwistern und zwischen sechs und zwölf Jahre alt. Siggi erlebt den gleichen Familienalltag wie Du auch. Fünf Erzieher sind abwechselnd rund um die Uhr für die Kinder da. Ihre Wohngruppe heißt "Sonnenschein", den Namen haben die Kinder selbst gewählt.

Regelmäßig bekommt Siggi Besuch von seine Mama. Aber die Gruppe Sonnenschein ist seine Familie. Er sagt: "Am Kinderdorf gefällt mir, dass wir hier nicht streiten, dass ich Fahrrad fahren kann und das ich so tolle Freunde habe."

Kathrin Walther E-Mail

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