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Eine junge Ellingerin und ihr Abenteuer namens 2. Bundesliga

Bei den Würzburger Kickers kämpft Antonia Hanke (19) um den Klassenerhalt - und mit einer Verletzung - 24.04.2021 14:24 Uhr

Muss derzeit verletzt pausieren: Antonia Hanke (hier im Würzburger Stadion) hofft, dass sie möglichst bald ihr Comeback im Team der Kickers-Frauen feiern kann.

23.04.2021 © FC Würzburger Kickers


Die zweite Liga der Frauen gehört zu den wenigen Fußballklassen Deutschlands, in denen der Spielbetrieb aktuell läuft. Und darüber freut sich nicht zuletzt eine junge Ellingerin: Antonia Hanke gehört seit Anfang Januar 2020 zum Team des FC Würzburger Kickers, das vergangenes Jahr den Aufstieg von der Regionalliga in die 2. Bundesliga geschafft hat. Ein riesiger Erfolg für den aufstrebenden Fußball-Standort in Unterfranken. Und ein Meilenstein, der auch mit einer Ehrung im Würzburger Rathaus gewürdigt wurde.

Das Abenteuer zweite Liga lief bislang allerdings eher holprig für die Kickerinnen der Kickers. Der intensiven Vorbereitung folgte zunächst das Pokal-Aus in der ersten Runde beim Zweitliga-Konkurrenten FC Ingolstadt. Dann ging im Oktober die Saison in der Süd-Gruppe der 2. Bundesliga los. Antonia Hanke und ihr Team gewannen mit 3:1 beim 1. FFC Niederkirchen. Eine Woche später folgte eine knappe 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt II und anschließend kam es wegen der Corona-Entwicklung bereits zur Unterbrechung der gerade begonnenen Spielzeit.

"Wir waren damals schon sehr froh im November und Dezember überhaupt trainieren zu dürfen", sagt Antonia. Die 19-Jährige berichtet auch davon, dass über Wochen, ja Monate "nicht sicher war, ob die Runde überhaupt zu Ende gespielt wird". Der Daumen ging dann aber nach oben und Ende März erfolgte der Re-Start mit mindestens zwei Corona-Tests pro Woche.

Heuer nur einen Punkt geholt

Für die Würzburger Frauen lief es seither alles andere als gut. Nur ein Remis konnten sie verbuchen (2:2 beim 1. FC Saarbrücken), fünf weitere Spiele gingen verloren. Zuletzt schlossen die Kickers mit einem 0:2 daheim gegen den FC Bayern München II und einem 1:1 bei der TSG Hoffenheim II die Vorrunde ab.

Antonia Hanke, die im Normalfall auf der linken Außenbahn spielt (defensiv und offensiv), war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr dabei. "Ich bin zurzeit ausgeknocked", erzählt sie. Gleich im zweiten Match nach dem Neustart bekam sie im Ligaspiel in Ingolstadt einen Tritt in den Rücken und plagt sich seither mit einer Lendenwirbelverletzung. Obwohl das Ganze ziemlich schmerzhaft ist, versucht sie so schnell wie möglich ins Training und ins Team zurückzukehren.

Sieben Spiele stehen bis Anfang Juni noch auf dem Programm. Rückrundenauftakt ist für Würzburg an diesem Sonntag, 25. April, mit dem Heimspiel und Kellerduell gegen Niederkirchen. Hier wollen die Kickers unbedingt gewinnen, um ihre Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. "Es wird aber sehr schwer", unterstreicht auch "Toni" Hanke mit Blick auf drei Direktabsteiger und einen Relegations-Teilnehmer.

Über TSV und Club nach Würzburg

Momentan sei man ziemlich gebeutelt durch Verletzungen, zudem sind zwei Spielerinnen in die USA zurückgegangen. Dennoch wollen die Kickers das Beste aus der Situation machen. Auch bei einem Abstieg kann sich Antonia Hanke gut vorstellen, weiterhin für Würzburg zu spielen. Begonnen hat sie mit dem Fußball einst bei der TSG Ellingen, wechselte dann zum TSV 1860 Weißenburg. Bis zur U15 spielte sie bei den Jungs, dann ging sie zu den Juniorinnen des 1. FC Nürnberg.

Der Wechsel zu den Kickers hing vor allem mit ihrem Studium zusammen. Die Ellingerin studiert in Würzburg Sport und Religion für Lehramt an Gymnasien. Dass sie dabei im sportlichen Bereich trotz Pandemie-Zeiten Praxisunterricht haben kann, empfindet sie als "Privileg" – und hofft, dass sie nach ihrer Verletzungspause auch hier bald wieder voll "am Ball" sein kann.

 

UWE MÜHLING

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