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Auf die Bierkeller kann man auch im Winter

Manche Betriebe haben in der kalten Jahreszeit geöffnet - 06.12.2013 06:53 Uhr

Kloß mit Soß’ und Wirsing am winterlichen Glocken-Keller: "Man muss was machen, sonst kommt niemand." © Huber


Draußen ist es kalt und sehr früh wird es dunkel. Der alljährliche Annafest-Trubel könnte nicht ferner sein. Doch auf dem Glocken-Keller hoch oben im Kellerwald herrscht trotzdem Betrieb. Gemütlich ist es in der kleinen Gaststube. Den Wirt plagen um diese Jahreszeit allerdings Sorgen: „Ein Draufzahlgeschäft“ sei es, im Winter den Bierkeller zu betreiben, sagt Jürgen Zeitler.

Im Sommer finden draußen etwa 200 Besucher Platz, schätzt Zeitler, in die Stube passen nur rund 30. Und sie ist nicht immer voll. Zu den üblichen Kosten für Pacht, Personal und Schankgebühren kommt im Winter noch die Heizung dazu – und die wird immer teurer. Jürgen Zeitler zeigt auf die Holzwand: „Die ist nur zwölf Zentimeter dick.“ Damit es drinnen immer schön warm bleibt, muss der Ofen durchlaufen. Und auch im Keller, wo das Bier gelagert wird, ist die künstliche Wärme eines Gasbrenners nötig. Denn sonst friert der Wirt, der von unten das Bier holt.

Dabei, sagt Jürgen Zeitler, sei es sowieso schon schwierig, in der kalten Jahreszeit Gäste in den Kellerwald fernab der Innenstadt zu locken: „Man muss was machen, sonst kommt niemand.“ Viel sei los, wenn es Gänsebraten gebe. Beliebt sei es gerade bei Stammkunden auch, private Weihnachtsfeiern oder Kinderweihnachten auf dem Glocken-Keller auszurichten.

Noch schwieriger als im Dezember ist es nach dem Fest, sagt Zeitler, der den Keller seit 33 Jahren bewirtschaftet: „Im Januar und Februar wäre es rentabler zuzumachen.“ Aber schließlich müsse man ja die Stammkundschaft bei Laune halten.

Vorteil Gemütlichkeit

Auch auf dem Schweizer Keller in Reuth herrscht das ganze Jahr über Betrieb. In das Restaurant nahe der B470 passen etwa 50 Gäste – eine kleine Zahl, verglichen mit den rund 600, die im Sommer draußen auf den Bierbänken Platz finden. In der warmen Saison kommen die Gäste von alleine, sofern das Wetter mitspielt, sagt Hubert Gronauer, Inhaber des Schweizer Kellers. Im Winter dagegen müsse sich der Wirt etwas einfallen lassen, um Publikum anzulocken: „Da schätzen es die Leute, wenn es gemütlich zugeht.“

Für das entsprechende Ambiente soll in der Vorweihnachtszeit ein Kulturprogramm sorgen – zum Beispiel eine Lesung mit Schauspieler Rainer Streng, eine Märchenstunde für Kinder oder besinnliche Musik. Seit Ende November steht im Gastraum der reich geschmückte Barbarabaum.

Mit der Jahreszeit ändere sich die Speisenauswahl, sagt Gronauer, der auch Küchenchef ist: „Im Sommer werden Brotzeiten, Bratwürste und Schnitzel bestellt.“ Der Winter dagegen ist Karpfenzeit. Ansonsten seien deftige Gerichte wie Gulasch, Wildschwein oder Bohnenkerne gefragt.

Im Winter auf die Keller gehen: Das mag sich für viele ungewöhnlich anhören. Aber eigentlich, sagt Hubert Gronauer, sei der Dezember eine gute Zeit für Gastronomen: „In der Adventszeit gönnen sich die Leute gerne etwas.“

Im Verlag ist das Buch „Die schönsten Bierkeller und Biergärten in Franken“ erschienen (). Das 672 Seiten starke Werk der Autoren Markus Raupach und Bastian Böttner enthält Informationen zu fast 600 Kellern und Biergärten in Franken. Das Buch wird in der NN-Geschäftsstelle in Forchheim, Hornschuchallee 7, für 19,90 Euro verkauft. Weiterhin erhältlich ist außerdem der Brauereiführer, der 261 Brauereien aus der Region vorstellt.

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken!

Philipp Demling

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