Bäcker schnürt Lockdown-Survival-Kit

19.11.2020, 15:15 Uhr
Ein Paket für Quarantäne und Lockdown: Alles für Brot und eine gute Stimmung.

Ein Paket für Quarantäne und Lockdown: Alles für Brot und eine gute Stimmung. © Susanne Wehr

Bereits während der ersten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr 2020 hat sich gezeigt, was den Deutschen in der Not am wichtigsten ist: Klopapier und Hefe. Neben der Angst vor einem Toilettenpapierengpass entflammte bei vielen also auch die Freude am Backen – oder zumindest die Furcht vor einem weiteren Mangel: Brotbacken in der heimischen Quarantäneküche wurde zum beliebten Hobby.


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Das hat auch die Familienbäckerei Wehr in Stöckelsberg (Kreis Neumarkt) erkannt, wo man nicht nur ein Gespür für Brot hat, sondern ebenso für die Bedürfnisse der Kunden. Nachdem ihn immer mehr Fragen zum Thema erreichten, sah Bäckermeister Thomas Wehr die Zeichen der Zeit und stellte ein Lockdown-Paket zusammen, mit dem jeder daheim Brot backen kann.

Darin enthalten: ein Stück des hauseigenen Sauerteigs, der Hobbybäckern als Grundlage dienen soll. Damit das gelingt, will der Sauerteig regelmäßig gefüttert werden. Zu diesem Zweck sind im Paket außerdem zwei Tüten Vollkornmehl, Roggen und Weizen vorhanden. Mit Wasser gemischt bieten sie dem Sauerteig die nötige Nahrung zum Wachsen und Gedeihen. Etwa zwei Tage dauert es, bis das Anfangsstück die nötige Größe für ein Brot erreicht hat.

Lebenslange Beziehung

Das Lockdown-Paket ist also nichts für den schnellen Hunger, dafür aber umso nachhaltiger. Einerseits, weil das Mehl aus regionalem Anbau stammt und auch Demeter-zertifiziert ist. Wehr kennt nach eigener Aussage jeden seiner zuliefernden Bauern. Nachhaltig ist das Paket aber auch deshalb, weil immer ein Stück des eigenen Sauerteiges aufgehoben und weitergezüchtet werden kann. Ein gut gepflegter Sauerteig kann dabei ein durchaus stattliches Alter erreichen. "Wenn man immer lieb zu ihm ist, hält er ein Leben lang", bringt es Bäckerin Susanne Wehr auf den Punkt.

Fortgeschrittene Freizeitbäcker sollten sicherstellen, dass ihre Behausung gründlich geheizt ist, denn der Sauerteig fühlt sich am wohlsten bei etwa 27 Grad. Niedrigere Temperaturen bis hin zum Kühlschrank sind zwar unproblematisch, allerdings wächst der Teig in diesem Fall entsprechend langsamer. Bis zu einem gewissen Grad passt sich der eigene Sauerteig auch den Umgebungsfaktoren an, etwa dem Raumklima und den Hefen in der Luft.

Das Hegen und Pflegen des liebgewonnenen Sauerteigs mag ein guter Zeitvertreib sein – gegen die mögliche Einsamkeit der Quarantäne hilft es allerdings nur bedingt. Um der Tristesse entgegenzuwirken, enthält das Paket deshalb eine Flasche Rot- oder Weißwein. Die kann zwar ebenfalls nicht sprechen, hilft aber womöglich, die Stimmung zu heben. Und: Beide Weine sind speziell darauf abgestimmt, das Aroma des Sauerteigbrotes optimal zu ergänzen.

Ihren Weg zu den Kunden finden Teig, Mehl und Wein in einer Tasche mit dem Aufdruck "Mehl. Wasser. Salz." – unter diesem Label verkauft die Bäckerei Wehr ihre Brote auch im eigenen sogenannten Concept Store in Fürth. Und mehr als diese Zutaten sind für ein anständiges Brot auch gar nicht nötig. 

Wer sich jetzt auch einmal als Bäcker versuchen möchte, kann das Paket für 35 Euro im Concept Store in Fürth erstehen, weitere Infos gibt es auf ihrer Webseite.

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