Sperrstunde wird verschoben

Ein Hauch von Nachtleben: Bayern lockert Gastro-Regeln - zumindest ein bisschen

29.6.2021, 13:48 Uhr
Discotheken wie das

Discotheken wie das "Mach 1" in Nürnberg müssen weiter warten.  © Eduard Weigert, NN

Deutschland hat ein Problem mit wilden Partys. In Hamburg musste die Polizei einschreiten und Menschenmassen trennen, in Berlin ebenso - und auch in Bayern kämpft etwa Augsburg mit nächtlichen Randalierern. Eine Rolle dürfte dabei spielen, dass weiterhin Clubs und Discotheken geschlossen sind. Seit Monaten warten die Betreiber auf ein Signal. Bei einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung am Dienstag dämpfte jetzt aber Bayerns Ministerpräsident Markus Söder alle Hoffnungen.

"Nachtgastronomie kann es keine geben, wird es keine geben", sagte der CSU-Chef. Der Grund dafür, so Söder, liege auf der Hand. Der Großteil der Menschen, die in Discotheken feiern würden, sind noch immer nicht geimpft. Gerade mit Blick auf die Delta-Variante, die sich weiter in Deutschland ausbreitet, sei eine Öffnung zu gefährlich. "Wenn es allerdings klappen sollte, wie der Gesundheitsminister vorgibt und wünscht, dass über 18-Jährige ein Impfangebot bekommen können, dann ist das eine klare Perspektive." Dem Ministerpräsident schwebt dabei eine grobe Impfquote von 25 Prozent vor.

"Keine verselbstständigte Szene"

An anderer Stelle wird gelockert. Bereits ab dem 1. Juli wird die Sperrstunde von derzeit 24 Uhr auf 1 Uhr nachts nach hinten verlegt. Restaurants etwa dürfen also eine Stunde länger öffnen - zumindest der Hauch von Nachtleben.

"Das war auch der Wunsch einiger Oberbürgermeister", sagte Söder. "Damit es keine verselbstständigte Szene gibt." Bayern will also die wilden Partys in ein kontrolliertes Umfeld bringen.