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Haselnüsse ersetzen das Rindfleisch

Im "Komagene" gibt es den türkischen Klassiker Köfte ganz ohne tierische Zutaten - 25.03.2015 07:27 Uhr

„Komagene“-Inhaberin Suzan Cevik mit dem Chee Köfte Wrap zum Mitnehmen. Die Füllung des Tortillafladens kommt ganz ohne Fleisch aus. © Hans-Joachim Winckler


Wer durch das Fenster des kleinen Ladens in der Maxstraße blickt, denkt im ersten Moment an ein amerikanisches Diner. Knallrot ist die Einrichtung, die von kunstledernen Bänken mit hoher Rückenlehne dominiert wird, daneben entdeckt man Kühlschränke mit Getränken und eine Theke. Ganz falsch ist die Assoziation nicht, denn Burger gibt es im „Komagene“ durchaus auch – allerdings nicht für Fleischliebhaber. Das Angebot der türkischen Franchise-Kette ist nämlich vegan oder zumindest vegetarisch, was man auf den ersten Blick auch nicht vermuten würde. Auf der Speisekarte finden sich nämlich Chee Köfte, die traditionell aus Tatar, also rohem Hackfleisch, Bulgur und Gewürzen hergestellt werden.

Kalte Bällchen mit Salat

Im „Komagene“ wird das Fleisch durch eine Mischung aus Walnüssen, Haselnüssen und Mandeln ersetzt. Die kalten Bällchen aus der Nussmasse kann man entweder vor Ort auf einem Teller mit Salatgarnitur angerichtet essen oder, praktisch verpackt zum Mitnehmen, als Wrap in einem Tortillafladen. Zu beiden Varianten kann man eine milde oder scharfe Sauce wählen, zum „Grünzeug“, das aus einem Mix aus Eisbergsalat, Rucola, Minze und Petersilie besteht, kommt Gemüse wie Paprika, Karotte und Gurke. Eine halbe Portion Chee Köfte (12 Stück) kosten 5 Euro, 25 Stück sind für 10 Euro zu haben. Für einen Wrap muss man 3 Euro hinlegen, für den Burger 1,50 Euro. Jeweils am 15. eines Monats bekommt man zu den Köfte-Portionen 50 Prozent gratis dazu.

Im Oktober ist das „Komagene“ in einen ehemaligen russischen Laden in der Maxstraße gezogen. Seitdem gibt es schon einen regen Austausch zwischen Suzan Cevik, die das Lokal mit ihrem Mann Haci betreibt, und der Fürther Veganer- und Vegetarierszene. „Wir haben schon etliche Stammkunden, mit denen ich auch mal Rezepte für vegane Kuchen austausche oder Tipps bekomme, welche Beilagen noch zu empfehlen sind“, erzählt Suzan Cevik, die selbst übrigens gern auch mal Fleisch isst. Einblick in das Leben ganz ohne tierische Produkte hat sie dennoch: „Viele meiner Familienmitglieder ernähren sich vegan“, erzählt sie. Einige vegane Rezepte hatte sie deshalb schon ausprobiert; für das „Komagene“ bäckt sie Kekse, Muffins und Waffeln ohne Ei, Milch oder Butter. Ab April hat sie auch veganes Eis im Angebot.

Auch die Arbeit in der Gastronomie war ihr nicht fremd. Im Norden Deutschlands, wo die quirlige Frau herkommt, hat sie in Freizeitparks gearbeitet und dort die Verpflegung gesichert; in Burgfarrnbach, wo sie inzwischen mit ihrer Familie wohnt, half sie immer wieder im Café der Arbeiterwohlfahrt aus.

Der Schritt, sich selbst an einem Lokal zu versuchen, war deshalb kein großer, sagt sie — zumal ihr Mann, der bei Metz arbeitet, nicht nur Köfte liebt, sondern auch auf der Suche war nach einem neuen beruflichen Standbein. Im „Komagene“ hat sich Haci Cevik schon über seinen Arbeitseinsatz nach der Frühschicht bei Metz hinaus eingebracht: Für all jene Kunden, denen es nicht scharf genug sein kann, hat er eine besonders pikante Soße aus Habaneros, Olivenöl und süßen Paprikas kreiert.

Mehr Informationen über das Komagene in unserer Rubrik Essen und Trinken!

Gwendolyn Kuhn

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