Willkommen im früheren Kuhstall

21.2.2014, 09:00 Uhr
In Zirndorf hat sich rasch herumgesprochen, dass man sich das neue Café mal anschauen sollte: Robert und Elke Eder, hier mit den beiden Töchtern Lisa und Hanna (rechts), haben sich damit einen Traum verwirklicht.

In Zirndorf hat sich rasch herumgesprochen, dass man sich das neue Café mal anschauen sollte: Robert und Elke Eder, hier mit den beiden Töchtern Lisa und Hanna (rechts), haben sich damit einen Traum verwirklicht. © Leberzammer

Ganz zufrieden ist Robert Eder, der als gelernter Koch in der Küche steht, allerdings noch nicht. „Das Team muss sich noch einspielen“, meint der 49-Jährige, glaubt sich aber auf einem guten Weg, „wir finden jeden Tag besser zusammen.“

Neben einer Restaurantfachfrau, einer Küchenhilfe und einigen Aushilfen zählen die Zwillinge Hanna und Lisa Eder dazu. Die beiden Töchter haben als Barista ebenfalls eine gastronomische Ausbildung, und diese Professionalität spüren die Gäste. Lisa bäckt die Kuchen und Torten, während Hanna hinter dem Tresen für einen reibungslosen Service sorgt.

Rückblende: Vor zwölf Monaten sah das gut 200 Jahre alte Gemäuer noch gar nicht danach aus, dass es einmal ein Café mit 55 Sitzplätzen beherbergen würde. Die Scheune, einst ein Viehstall, nutzten die Eders als Lagerraum – und der wurde auch dringend benötigt. „Mein Mann hat ein Eichhörnchen-Gen“, glaubt Elke Eder. Praktisch alles, was Robert Eder über viele Jahre auf Flohmärkten erstanden hatte, fand darin Platz.

Dann rückten vor einem Jahr die Bauarbeiter an und bauten die Scheune innerhalb eines Dreivierteljahres um. „Seit unserer Hochzeit vor 28 Jahren war ein kleines Lokal oder Café immer unser Traum gewesen“, erzählt Elke Eder.

Heute schmücken die Ergebnisse ihrer Sammelleidenschaft den wahr gewordenen Traum. Stilsicher, ohne je in ein wirres Panoptikum abzugleiten, stehen Alltags- und Kunstgegenstände aus der großen Zeit der Kaffeehäuser vor dem Ersten Weltkrieg in den Regalen und erzeugen zusammen mit den zum Teils eigens geschreinerten Möbeln ein stimmiges Gesamtbild. „Horizontal Eiche, vertikal in grau“, erläutert Elke Eder das Farbkonzept dahinter. Und wo es möglich war, wurden alte Materialien aus der Scheune wiederverwendet: Dachziegeln verwandelten sich in Fliesen, und Teile des Gebälks wurden beim einzigen Neubau, dem Wintergarten, eingebaut.

Einladend ist das Café Eders also allemal, doch um die Kunden dauerhaft anzulocken, muss auch das gastronomische Konzept dazu passen. Elke und Robert Eder und den Zwillingen scheint dies gelungen zu sein. Denn seit der Eröffnung im vergangenen November, die lediglich über Mundpropaganda angekündigt worden war, ist das Lokal nicht selten so voll, dass nur noch Stehplätze bleiben.

Neben dem klassischen Café-Geschäft – Frühstück, Kaffee und Kuchen – kocht Robert Eder zwei täglich wechselnde Mittagsgerichte und eine Suppe. Als „geradlinig und ehrlich“ beschreibt er seine Küche. Gleichzeitig will er seinen kulinarischen Anspruch als ein ehemals in der Spitzengastronomie tätiger Koch nicht aufgeben und sich mit einem Hauch Exklusivität von den Mitbewerbern abheben.

Preislich bleiben die Getränke und Speisen aber im örtlichen Rahmen. Obwohl viele Zutaten in Bio-Qualität eingekauft werden. „Man schmeckt den Unterschied“, findet Elke Eder. Vor allem das Gebäck, das sie von einem Erlanger Bio-Bäcker beziehen, komme sehr gut an. Auch viele weitere Produkte werden regional eingekauft. Der Kaffee etwa bei Röstereien aus Ansbach und Cadolzburg, Wurst und Fleisch bei Zirndorfer Metzgern. „Leben und leben lassen“, definiert Elke Eder das Motto dahinter. Bange wird ihr lediglich, wenn sie auf die Biergartensaison vorausblickt: „Wir kommen ja jetzt schon kaum noch nach.“

Mehr Informationen über das Café Eders in unserer Rubrik Essen und Trinken!

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