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Mittwoch, 16.10.2019

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Essstörungen werden in Weißenburg zum Thema

Die Ausstellung "Klang meines Körpers" kommt Anfang Mai nach Weißenburg. - 25.04.2019 05:52 Uhr

Brisantes Thema: Autorin Heidy de Blum (links) und Schauspielerin Susanna Hasenbach wollen mit dem Theaterstück „Food Diaries“ auf die Problematik von Essstörungen aufmerksam machen. © Matthias Guggenberger


Das Robert-Koch-Institut stellte bei fast jedem dritten Mädchen und jeder dritten jungen Frau im Alter zwischen 14 bis 27 Jahren erste Hinweise auf ein auffälliges Essverhalten fest. "Hat sich die Erkrankung erst einmal manifestiert, leiden die Betroffenen schwer", heißt es in einem Pressetext des Landratsamtes. Aber auch Jungen und junge Männer zeigten immer häufiger ein gestörtes Essverhalten. Gute Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung sowie professionelle Angebote für Betroffene seien unbedingt notwendig.

Die Arbeitsgruppe "Gesundheitsförderung und Prävention" der Gesundheitsregion plus widmet sich schon länger dem Thema "Essstörungen" und erreichte im vergangenen Jahr in Gunzenhausen über 260 Schülerinnen und Schüler. Zusammen mit erfahrenen Sozialpädagogen setzten sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinander.

Sie erfuhren auch, was stärken und helfen kann. "Nun wollen wir auch den Weißenburger Schülern sowie Lehrern und Eltern die Möglichkeit bieten, die Ausstellung ,Klang meines Körpers‘ und das Theaterstück ,Food Diaries‘ zu erleben", sagt Tanja Günther, Sprecherin der Arbeitsgruppe und Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement (Kiss).

Am Dienstag, 7. Mai, wird um 18 Uhr "Food Diaries" in der Aula der Mittelschule Weißenburg gezeigt. Die Ausstellung ist vom 7. bis 17. Mai in den neuen Räumen der Diakonie neben der Weißenburger Zentralschule zu sehen. "Beides ergänzt sich sinnvoll. ,Food Diaries‘ schafft es, dass sich ein jeder in die Gefühlswelt Betroffener hineinversetzen kann", schildert Günther.

Auch Svenja Memet von der Suchtberatung der Diakonie Weißenburg ist von "Food Diaries" begeistert: "Ein Text aus dem Lehrbuch hat hier leider oftmals nicht die Möglichkeit, die Menschen so zu erreichen wie wahre Geschichten. Nach dem Stück sieht man das ,Krankheitsbild‘ anders und kann besser mit seiner eigenen Gefühlswelt, aber auch mit der von Betroffenen umgehen."

Das Stück "Food Diaries" ist, so die beiden Sozialpädagoginnen, eine perfekte Vorbereitung für einen Ausstellungsbesuch. Junge Frauen und Männer, aber auch interessierte Lehrer und Eltern sind eingeladen. Schauspielerin Susanna Hasenbach, die übrigens selbst betroffen war und die Essstörung überwunden hat, steht im Anschluss noch für Gespräche zur Verfügung.

wt

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