Sonntag, 29.03.2020

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Film ab für die diesjährige Ohmrolle

Filmschau läuft am Donnerstagabend im Cinecittà - 08.04.2014 18:24 Uhr

In "Skullywag" suchen zwei Piraten einen Schatz. Am Ende freut sich ein Dritter... © NZ


Zwei Piraten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, landen auf einer Insel. „Sie suchen einen Schatz und erleben eine Überraschung“,  sagt Johannes Engelhardt. Wobei „erleben“ wohl nicht das richtige Wort ist. Das Wichtigste für einen Film ist eine gute Idee. „Am Anfang sitzt man zusammen und spinnt rum“, sagt Engelhardt. Zuerst wollten er und seine vier Kommilitonen eigentlichein Drehbuch über einen Totengräber und Zombies schreiben. „Doch die Idee haben wir zum Glück wieder verworfen“, sagt der  23-Jährige. Stattdessen entwickelten sie „Skullywag – die Schatzinsel“.

Der Herr der Schatzinsel. © Ohmrolle


Max Emmert zeichnete die Figuren. Den grimmigen Piratenkapitän mit Vollbart, Holzbein und einem Papagei auf der Schulter. Und den zarten Gouverneur mit Stöckelschuhen, Strumpfhosen und Puderperücke. „Wir wollten zwei konkurrierende Charaktere erschaffen, die möglichst verschieden sind“, erklärt Engelhardt. Markus Eschrich übertrug die Zeichnungen auf den Computer, Johannes Lumer erweckte sie durch ein digitales Skelett zum Leben, damit sie sich bewegen können. Die Schatzsucher graben um die Wette. Der grimmige Pirat tauscht dazu den Haken an seiner Hand gegen eine ansteckbare Schaufel aus. Der Gouverneur benutzt einen nicht weniger effektiven Kaffeelöffel.

Das Piratenschiff zerschellt an den Felsen

Dass die Erde realistisch in alle Richtungen davonfliegt, dafür sorgte Benjamin Brand. Die Wellen brechen sich an der Insel, das Piratenschiff zerschellt an den Felsen. Johannes Engelhardt rückte alles ins rechte Licht. „Ich musste mir überlegen, wie sich die Materialien verhalten“, sagt er. Wo steht die Sonne? Wohin fallen die Schatten? Wie verändert sich die Farbe eines Unterhemdes, dessen Besitzer im Schaukelstuhl sitzend hin und her wippt?

Der Inselbewohner beobachtet das Treiben entspannt von seiner Terrasse aus. Denn wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Die Piraten wird er auf seine Art wieder los. Auf der frisch umgegrabenen Insel sät der alte Mann sein Getreide aus. Ein Jahr lang haben die fünf Designstudenten an „Skullywag“ gearbeitet. Während ihres Praxissemesters saßen sie noch am Abend daran. Das Ergebnis gibt es morgen Abend auf der Ohmrolle zeitgleich in drei Kinosälen im Cinecittà in Nürnberg erstmals zu sehen. „Das ist ein gutes Gefühl, den Film nach so langer Zeit endlich zeigen zu dürfen“, sagt Engelhardt. „Dass dann da 100 Leute sitzen, ist schon krass.“

Er ist vor allem gespannt, ob das Publikum an den Stellen lacht, die sich das Team überlegt hat. Von ihrem Film auf der großen Kinoleinwand bekommen sie selbst allerdings wenig mit. „Wir Studenten sitzen immer in den ersten Reihen und müssen aufrutschen, um auf die Bühne zu gehen, wenn wir dran sind.“ Ihre Namen haben sie ins Steuerrad des Piratenkapitäns eingraviert.

www.ohmrolle.de

Christina Merkel

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