-0°

Sonntag, 19.01.2020

|

Am besten schützen Bügelschlösser

Stiftung Warentest prüft Fahrradschlösser - "Gut" für 30 Euro - 27.07.2017 10:36 Uhr

So ist es richtig: Zwei verschiedene Schlösser verwenden und als Fixpunkt einen im Boden verankerten Gegenstand. © Stiftung Warentest


Der Fahrradklau geht um. Die Kriminalstatistik der Polizei kündet von 332.000 Fahrrädern, die im vergangenen Jahr gestohlen worden sind. Umgerechnet heißt das, dass stündlich 38 Räder abhandenkommen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet, dass 2016 rund 120 Millionen Euro als Entschädigung für geklaute Drahtesel aufgebracht werden mussten.

Mit mehr oder weniger stabilen Schlössern versuchen die geplagten Besitzer der gefährdeten Zweiräder, Langfingern zuvorzukommen. Allerdings ist Schloss nicht gleich Schloss. Leicht nachvollziehbar scheint, dass dünne Kabel- und Spiralschlösser eher spärlichen Schutz bieten. Diese Erfahrung hat auch die Stiftung Warentest in einem früheren Test bereits gemacht und die schlichten Schlösser diesmal gar nicht erst "vorgeladen".

Ein gutes Schloss zu 30 Euro

Die 20 aktuell geprüften Testkandidaten rekrutierten sich aus den Gattungen der Bügelschlösser, Kettenschlösser, Faltschlösser und Panzerkabelschlösser. Nur fünf von ihnen wurden mit "gut" bewertet und brachten es insofern zu einer Empfehlung vonseiten der Warentester. Bei vier von ihnen handelte es sich um Bügelschlösser, darunter eines, das zum durchaus günstigen Preis von 30 Euro erhältlich ist.

Als Testsieger profilierte sich das Bügelschloss Trelock BS 650 (73 Euro), gefolgt vom Kryptonite Evolution 4 LS (85 Euro), dem Decathlon BTwin 920 (30 Euro) und dem Abus Granit Plus 640/135HB2 30 TexKF (97 Euro). Erst auf dem fünften Platz findet sich ein Kettenschloss wieder, das Abus Granit City-Chain X Plus 1060 zu teuren 160 Euro.

Bietet nur wenig Schutz: Solch ein dünnes Schloss ist schnell geknackt. © Stiftung Warentest


Die letztlich relevante Testdisziplin "Aufbruchsicherheit" hätten eigentlich mehr Kandidaten mit "sehr gut" oder "gut" absolviert. Weil Radler ein solches Schloss aber häufig anfassen oder sich gar umhängen, haben die Warentester auch Untersuchungen hinsichtlich der Schadstoffbelastung durchgeführt. Sieben Probanden wurden daraufhin mit "mangelhaft" aussortiert.

Das beste Schloss hilft freilich nichts, wenn die Handhabung nicht stimmt. Vorder- und Hinterrad zusammenzusperren ist nicht zielführend, weil ein solcherart "gesichertes" Bike ganz einfach davongetragen werden kann. Besser ist es, das Fahrrad an einen stabilen, am besten im Boden verankerten Gegenstand anzuschließen. Das kann ein Fahrradständer sein, aber auch ein Straßenschild oder ein Laternenpfahl. Holzzäune sind nachvollziehbarerweise keine geeigneten Ankerpunkte, da die Pfosten ohne großen Aufwand abzusägen sind.

Mit zwei Schlössern sichern

Die Stiftung Warentest rät dazu, das Rad mit zwei unterschiedlichen Schlössern zu sichern: Manche Fahrraddiebe haben sich auf eine Bauart spezialisiert und sind mit einer anderen überfordert.

upr

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Auto