Dienstag, 12.11.2019

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Audi: Ist der neue A1 auch 1A?

Versportlichter Auftritt - Verzicht auf Diesel - 20.12.2018 15:06 Uhr

Neuer Audi A1: Wichtigster Konkurrent des Lifestylers mit vier Ringen bleibt auch weiterhin der Mini. © Hersteller


Audis Kleinster ist ein Frauenschwarm. Von allen Modellen vereint der A1 den höchsten Anteil weiblicher Käufer auf seinen kurzen Körper. Weil man nun weiß, dass auch Damen in Sachen Auto zunehmend dem Maskulinen gegenüber einem niedlichem Kindchenschema den Vorzug geben, hat sich das Audi-Designteam um Marc Lichte umfassend am A1 zu schaffen gemacht und ihn zu einem breitschultrig-sportiven Lifestyle-Mini mit präzisierten Linien aufgebrezelt. Das soll auch männlichen Käufern besser gefallen. Inspirationen lieferte die Rallye-Ikone von 1984, der legendäre Sport quattro.

Dass der auf stattliche 4,03 Meter verlängerte A1 jetzt wie VW Polo, Seat Ibiza und Skodas künftiger Rapid-Nachfolger Scala auf die Konzernplattform MQB A0 wechselt, ist die eine relevante Nachricht. Die zweite: Den Mini von Audi wird es nur noch als Fünftürer "Sportback" geben. Und die dritte: Der Diesel fliegt aus dem Programm.

Volldigitales Kombiinstrument serienmäßig

Im Unterschied zu Polo oder Ibiza führt der als Premium-Produkt positionierte A1 nur selten ein Dasein in den Flotten von, beispielsweise, Pflegediensten; angesichts seiner meist kurzen Wege braucht es folglich nicht dringlich einen Selbstzünder. Wohl aber ein Innenleben, das den Ansprüchen digital versierter Kunden genügt. Das fahrerorientierte und versportlichte Cockpit verzichtet ganz auf analoge Instrumente, das volldigitale Kombiinstrument mit seinem 10,25-Zoll-Display hinterm Lenkrad ist immer Serie. Nicht so hingegen ein Touchscreen in der Mittelkonsole, der muss leider extra bezahlt werden, teuerste Ausbaustufe ist ein 10,1-Zoll-Farbdisplay in Kombination mit dem Multimediasystem "MMI Navigation plus" mit "MMI touch", das beispielsweise die Zieleingabe per Handschrifterkennung ermöglicht (1950 Euro).

Das sieht gut aus: Sportliches Interieur mit aufgerüsteter Digitalisierung. © Hersteller


Markentypisch sauber fällt die Verarbeitungsqualität aus, dass die "Carbon"-Blende am Armaturenträger ein Fake ist und in Wirklichkeit natürlich aus Kunststoff besteht, offenbart sich erst auf misstrauische Klopfprobe hin.Was das Platzangebot betrifft, sehen sich die Vornesitzenden bestens auf sehr guten Sitzen untergebracht, während die bis zu drei Fondpassagiere - Kleinwagen halt - schon enger auf Tuchfühlung mit Türverkleidungen und Dachhimmel gehen müssen. Der Kofferraum hat um 65 Liter auf 335 bis 1090 Liter zugelegt und lässt sich mithilfe der serienmäßig geteilt umlegbaren Rücksitzbank und eines verstellbaren Ladebodens variieren.

Dreizylinder als Einstiegsmodell

Zum Marktstart rollt der A1 als Einliter-Dreizylinder A1 30 TFSI mit 85 kW/116 PS an, wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder 7-Gang-S-tronic, stärkere Alternative ist der 1,5-l-Vierzylinder A1 35 TFSI mit automatischer Zylinderabschaltung und 110 kW/150 PS, dem Audi grundsätzlich die S-tronic spendiert.

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Neuer Audi A1: Der Sport quattro lässt grüßen

Der A1 ist das kleinste Modell mit den vier Audi-Ringen. Das heißt aber nun nicht, dass er niedlich aussieht. Die neue Generation präsentiert sich vielmehr in maskulinerem, aggressiveren Design, das an den legendären Sport quattro erinnern soll. Außerdem rüstet der A1 in digitaler Hinsicht kräftig auf - und verzichtet künftig auf den Diesel.


Wir konnten erste Bekanntschaft mit dem 30 TFSI schließen und dabei wohlwollend feststellen, dass er seine Dreiender-Identität geschickt zu verbergen weiß. Nur im Stand schnattert er leise, und auch das klingt noch irgendwie gepflegt. Der kleine Turbo geht munter und entschlossen zur Sache, in 9,5 Sekunden knackt er die Tempo-100-Marke, in der Spitze rennt er 203 km/h, und nach Norm genehmigt er sich 4,9 l/100 km, ein Versprechen, dass uns gegenüber auf ersten Probefahrten (6,0 l/100 km) nicht eingehalten wurde. Tadellos agiert der A1 in Sachen Fahrverhalten, Kurven nimmt er in sportlicher Manier, auch bei ambitionierter Fahrt bleibt er ohne Tücke. Kehrseite der straffen Fahrwerksabstimmung ist indes, dass die Besatzung nicht ganz uninformiert über den Zustand des Asphalts bleibt.

Kein Diesel mehr: Den A1 gibt es nur noch als Benziner. Aber auch eine bivalente Erdgasvariante wird noch kommen. © Hersteller


Ambitionierte Preisgestaltung

Dass Audi den A1 als Premiumprodukt handelt, schlägt sich auch in der Preisgestaltung nieder. Der A1 30 TFSI, serienmäßig mit Radio, Klimaanlage, digitalem Kombiinstrument, Spurverlassenswarner und Tempomat ausgestattet, kostet mindestens 21.150 Euro, der A1 35 TFSI ab 25.050 Euro. Erst wenn Anfang 2019 das Basismodell A1 25 TFSI mit 70 kW/95 PS nachgereicht wird, ist damit zu rechnen, dass der Einstiegspreis unter 20.000 Euro rutscht. Aber auch am anderen Ende der Leistungsskala tut sich noch was, hier bringen sich perspektivisch der A1 35 TFSI mit 110 kW/150 PS und der A1 40 TFSI mit 147 PS/200 PS in Stellung. Alle Motoren verfügen übrigens über einen Ottopartikelfilter (OPF). Und auch wenn der Diesel verbannt bleibt, so wird es doch eine bivalente Erdgasvariante geben.

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Audi A1 in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits auf dem Markt

Wen er ins Visier nimmt: Mini, VW Polo, Seat Ibiza, Opel Adam etc.

Was ihn antreibt: Einliter-Dreizylinder 85 kW/116 PS, 1,5-l-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS

Was er kostet: Ab 21.150 Euro

Was noch folgt: Einstiegsmodell A1 25 TFSI mit 70 kW/95 PS, A1 35 TFSI mit 110 kW/150 PS, A1 40 TFSI mit 147 PS/200 PS, bivalente Erdgasvariante

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