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Audi Q3 Sportback: Schöner in schräg?

Marktstart im Herbst - Preise ab 40.200 Euro - Mildhybrid - 25.07.2019 12:19 Uhr

Audi Q3 Sportback: Das SUV-Coupé - oder "Crossover", wie es Audi verstanden haben will - kommt im Herbst zum Händler. © Hersteller


Ferdinand Dudenhöffer, allseits bekannter Automobilexperte, hat unlängst angeregt, die Großen unter den SUVs zu beerdigen, aus ökologischen Gründen. Das Aus für die Dickschiffe der Dimension Fünf-Meter-Plus könnte nach Dudenhöffers Ansicht dazu führen, dass den kompakteren und sparsameren Exemplaren der Gattung mit mehr Nachsicht begegnet wird.

Gut für den Audi Q3, und gut auch für seinen jetzt vorgestellten Bruder Q3 Sportback. Es hilft ja nichts, SUVs sind einfach überaus beliebt beim Käufer, und statt weniger werden sie eher mehr. Ergänzend zu den klassischen Hochbeinern kommen nun die SUV-Coupés, BMW hat es mit X6 und X4 vorgemacht, Mercedes führt GLE- und GLC Coupé im Programm, Porsche das Cayenne Coupé.

Beim Namen stutzt der Audi-Fan

Auch Audi macht mit, schneidert den Q3 zur schrägen Schönheit um und verpasst ihm den Beinamen "Sportback". Der kundige Audi-Fan stutzt und erinnert sich an die ganz anders strukturierten fünftürigen A1- und A3-Varianten dieses Namens, vielleicht auch daran, dass für einen Q3-Crossover doch einmal die Bezeichnung Q4 im Gespräch gewesen ist.

Auftritt in "Tausilber": Editionsmodell zur Markteinführung mit S-Line-Exterieur, Optik-Paket, Matrix-LEDs und 20-Zöllern. © Hersteller


Sei's drum, jetzt also Q3 Sportback. Fahren durften wir ihn noch nicht, aber anschauen. Ja, gut sieht er aus, die Designer haben ihn prima hinbekommen. Mit 4,50 Metern Länge streckt er sich einen Tick über den Q3 hinaus, gleichzeitig ist er mit 1,56 Metern Höhe drei Zentimeter flacher, zusammen mit den niedrigen Fenstern, den kontrastierend eingefärbten Anbauteilen und dem schicken Heckspoiler ergibt sich ein dynamisierter Auftritt. Den typischen Kühlergrill der Audi-SUVs - den mit den senkrechten Streben - trägt der Sportback zwar nicht im Gesicht, aber auch die schwarze Gitterstruktur seines Singleframes macht was her. Besonders kleidsam wirkt die poetisch "Tausilber" benannte Lackierung des zur Markteinführung lancierten Editionsmodells, daneben ist es in "Mythosschwarz" zu haben.

Auch probesitzen durften wir und stellten zunächst fest: Wer den Q3 kennt, kennt auch den Q3 Sportback. Das digitale Cockpit lässt sich in zwei Größen ordern, alternativ zur Standardausführung mit 10,25-Zoll-Display gibt es eine mit 12,3-Zoll-Monitor, er ist Bestandteil des Top-Systems MMI Navigation plus, das auf der Instrumententafel außerdem einen 10,1-Zoll-Bildschirm platziert, der Touch-Befehle mit einem dezenten Akustik-"Klick" quittiert.

Alexa fährt mit

Auf Wunsch fährt der digitale Sprachassistent Alexa mit, dank der via Car-to-X vernetzten Audi-Flotte erfährt der Fahrer beispielsweise von freien Parkplätzen am Straßenrand, die neue "Ampelfunktion" teilt ihm außerdem mit, welches Tempo günstig fürs Surfen auf der persönlichen grünen Welle ist. CarPlay haben inzwischen schon Kleinwagen, nichts Besonderes also, wohl aber, dass die Verbindung im Sportback kabellos aufgebaut wird. Drei USB-C-Buchsen suchen Anschluss, für ältere Geräte steht noch ein USB-Slot nach konventionellem A-Standard bereit. 

Cockpit im Q3 Sportback: Der Touchscreen im Instrumentenboard reagiert mit sanftem "Klick" auf Berührung. © Hersteller


Wir begeben uns in den Fond und erwarten dort, die coupé-typisch eingeschränkte Kopffreiheit vorzufinden. Hier enttäuscht der Sportback im positiven Sinne: Wer nicht gerade ein ganz langer Kerl ist, fühlt sich gut untergebracht. Wie im Q3 ist die Rücksitzbank serienmäßig um 13 Zentimeter längs verschiebbar, weitere Variabilität ergibt sich durch die Möglichkeit, die dreigeteilte Lehne siebenstufig in der Neigung zu verstellen.

Aber am Kofferraum wird der sportlichere Karosseriezuschnitt doch geknabbert haben? Auch das nicht. Wie im klassischen Q3 stehen 530 Liter bereit, das lässt sich bis auf 1400 Liter erweitern. Die Hutablage verschwindet bei Nichtbedarf praktischerweise unter dem doppelten Ladeboden. 

Bereits eingepreist: Der 35 TDI S-Tronic kostet mindestens 40.200 Euro, der 45 TSI quattro S-Tronic ab 46.200 Euro. © Hersteller


Benziner und Diesel

Wenn der Q3 Sportback im Herbst zum Händler fährt, dann können Kunden zunächst unter zwei Vierzylinder-Motoren wählen, einem Benziner und einem Diesel. Der Zweiliter-Diesel im Q3 35 TDI Sportback mobilisiert 110 kW (150 PS), zunächst gibt es ihn nur mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S-tronic, etwas später folgt eine Version mit Handschalter. Noch im Lauf dieses Jahres wird außerdem ein stärkerer Zweiliter-TDI mit 140 kW (190 PS) nachgeschoben, er tut im 40 TDI Dienst.

Als Benziner beginnt der Q3 Sportback seine Karriere mit zwei Litern Hubraum und 169 kW (230 PS), 45 TFSI nennt er sich und verfügt serienmäßig über S-tronic. Wer auf den Basis-Benziner spekuliert, muss noch kurze Zeit zuwarten und erhält dann im 35 TFSI eine 1,5-l-Maschine mit 110 kW (150 PS), die im Teillastbereich zwei Zylinder in die Pause schickt und mit einem 48-Volt-Mildhybridsystem zusammenarbeitet. Ein Riemenstartergenerator gewinnt dann beim Bremsen Energie zurück und speichert sie in einer Lithium-Ionen-Batterie, bis zu 0,4 Liter Kraftstoff sollen sich so pro 100 km einsparen lassen.

Im 45 TFSI und im 40 TDI ist Allradantrieb obligatorisch, beim 35 TDI kostet er extra, dem 35 TFSI bleibt die quattro-Technologie vorenthalten.

Sportfahrwerk, Progressivlenkung, Audi Drive Select und 17-Zoll-Räder sind immer serienmäßig, stets wacht der Q3 Sportback zudem via Spurverlassens- und Spurwechselwarner sowie mit Frontalaufprall-Warnsystem samt Notbremsfunktion über das Tun des Fahrers.

Für den 35 TDI S tronic berechnet Audi mindestens 40.200 Euro, für den 45 TFSI quattro S-tronic ab 46.200 Euro - gegenüber dem Q3 beträgt der Aufpreis für die schöne Schräge 1600 Euro. 

Ulla Ellmer 

Audi Q3 Sportback in Kürze:

Wann er kommt: Auslieferung ab Herbst

Wen er ins Visier nimmt: Kein unmittelbarer Konkurrent im Größenumfeld

Was ihn antreibt: Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 169 kW (230 PS), Zweiliter-Vierzylinder-Diesel mit 110 kW (150 PS)

Was er kostet: Ab 40.200 Euro

Was noch kommt: Kurz nach Marktstart der Einstiegs-Benziner mit Mildhybridsystem sowie ein stärkerer Diesel mit 140 kW (190 PS)

 

 

 

 

 

 

  

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