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Dienstag, 20.04.2021

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Functions on Demand: Auto-Extras für Spätbucher

Sitzheizung & Co. als Download – Abo-Lösungen im Angebot - 06.03.2021 17:39 Uhr

Per Smartphone geordert: Auch digitaler Radioempfang lässt sich noch nachträglich aktivieren, hier bei Audi.

06.03.2021 © Audi


Bislang ist die Konfiguration eines Autos weitgehend eine Einbahnstraße gewesen: Wer bei der Bestellung mit spitzem Stift die Lenkradheizung herausgerechnet hat, mochte dies später bereuen – weil er schlussendlich mit der Währung klammer Finger draufzahlte.

Die Digitalisierung moderner Autos eröffnet aber auch Möglichkeiten für Spätbucher. Unter dem Stichwort "Functions on Demand" – Funktionen bei Bedarf – lassen sich zunehmend Features noch nachträglich buchen und dem Auto aufspielen.

Lichtfunktionen im Abo

Das betrifft inzwischen nicht mehr nur die Software - das Navi etwa, oder die Integration des Smartphones. Auch bei der sogenannten Hardware lässt sich immer mehr machen. Beispiel Audi: In Norwegen und Deutschland können seit vergangenem Oktober nicht nur Zusatz-Funktionen aus den Bereichen Infotainment und Fahrerassistenz, sondern auch solche rund ums Licht noch nach dem Kauf aktiviert werden - "flexibel und nach Bedarf", wie es heißt. Denn die Wunsch-Optionen sind auch im Abo verfügbar. Dabei stehen verschiedene Laufzeiten zur Wahl, nach deren Beendigung die Option wieder abgeschaltet wird.

Tesla als Vorreiter

Eine Vorreiterrolle hat, einmal mehr, Tesla übernommen. Bereits Ende 2016 konnten Kunden sich nachträglich Kameras freischalten lassen, die fürs autonome Fahren Relevanz besitzen. Und mittlerweile ist für das Model 3 sogar ein Sitzheizungs-Update möglich.
Auch BMW stellt für die Zukunft den nachträglichen "Download" von Komfort-Details wie Sitz- oder Lenkradheizung in Aussicht. Funktionen wie Abstandstempomat oder Fernlichtautomatik sind teilweise schon jetzt rückwirkend zu mobilisieren.

Hersteller sparen Kosten

Voraussetzung ist freilich, dass die technischen Voraussetzungen schon beim Bau des Autos angelegt worden sind. Dem Hersteller ist das nur recht: Er muss, beispielsweise, nicht mehr verschiedene Lenkrad- oder Sitzkonfigurationen vorhalten und spart dank solcher Vereinfachung Kosten.

Functions on Demand bieten aber auch beim Handel mit Gebrauchtwagen Vorteile. Die Frage nach Matrix-Licht beispielsweise müsste der Verkäufer nicht mehr mit bedauerndem Achselzucken beantworten und den Käufer dann ziehen lassen. Stattdessen könnte er ihn mit freundlichem Lächeln auf die Möglichkeit eines nachträglichen Updates verweisen.

Ulla Ellmer

 

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