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Mittwoch, 19.06.2019

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Jeep Wrangler: Macho, Macho

Jeep Wrangler Rubicon Unlimited 2,2 CRDi im Fahrbericht - 03.06.2019 12:13 Uhr

Der Jeep Wrangler - hier als viertüriger "Unlimited" - gehört zu den wenigen kompromisslosen Offroadern. © Hersteller


Wie er aussieht: Macho, Macho - zu den weichgespülten SUVs geht der Wrangler unmissverständlich auf Distanz. Stattdessen setzt der ganze Kerl auf klare Kante. Vom Urahn Willys aus den 1940er Jahren hat sich das ikonische Gesicht mit den sieben senkrechten Rippen zwischen kugelrunden Scheinwerfer-Augen in die Neuzeit hinübergerettet. "Unlimited" nennt Jeep die 4,88 Meter lange viertürige Version des Wrangler, der "Rubicon" firmiert als Topmodell. Wer Lust und Zeit aufbringt, kann sich nach Herzenslust an dem Offroader zu schaffen machen und ihn beispielsweise vom (dreiteiligem) Hardtop und den Türen befreien beziehungsweise die Windschutzscheibe herunterklappen. Offroad-Cabrio? Nach so was kann man bei der Konkurrenz lange suchen. Vorsicht bei der Einfahrt in die Waschanlage: Der Wrangler geht noch mit einer konventionellen Stabantenne auf Empfang.

Wie er eingerichtet ist: Das Ambiente passt zum Raubein-Charakter des Wrangler, es vermittelt ein vertrauenerweckendes Feste-Burg-Gefühl. Und doch ist es überraschend luxuriös und modern. Gegen Aufpreis gibt es bequeme Ledersitze. Und der steil aufragende Armaturenträger beherbergt ein digitales Instrumentarium sowie ein modernes Multimediasystem mit bis zu 8,4 Zoll (21 cm) großem Touchscreen, Smartphone-Anbindung, Onlinefunktionen, Freisprecheinrichtung, Rückfahrkamera und Navi. Bei Offroad-Fahrt sind dem Display relevante Infos zu Neigungswinkel, Allradantrieb oder Luftdruck zu entnehmen. Nettes Detail: Die Jeep-Zeichnung auf dem Schaltknauf.

Wie viel Platz er hat: Ziemlich viel. Allerdings muss man erst einmal reinkommen in den Wrangler. Einfach so reinplumpsen lassen ist nicht. Der Haltegriff innen an der A-Säule hat schon seinen Sinn: Festhalten und hochziehen lautet die Devise, Erklimmen statt Einsteigen ist angesagt. Der Kofferraum packt ordentliche 458 bis 1059 Liter weg.

Offroad-Cabriolet: Wer es gern luftig hat, kann das dreiteilige Hardtop abnehmen. © Hersteller


Wie viel Platz er hat: Ziemlich viel. Allerdings muss man erst einmal reinkommen in den Wrangler. Einfach so reinplumpsen lassen ist nicht. Der Haltegriff innen an der A-Säule hat schon seinen Sinn: Festhalten und hochziehen lautet die Devise, Erklimmen statt Einsteigen ist angesagt. Der Kofferraum packt ordentliche 458 bis 1059 Liter weg.

Was ihn antreibt: Den 2,2-l-Diesel hat Fiat beigesteuert. 147 kW (200 PS) leistet er und stellt ein Drehmoment von 450 Nm bereit. Der Turbo muss sich an den 2,2 Tonnen Lebendgewicht des Wrangler keineswegs abarbeiten, sondern erweist sich als kraftvoll agierende und souveräne Antriebsquelle, die den 0-auf-100-Sprit in 10,3 Sekunden ermöglicht, bei 159 km/h allerdings am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt ist. Das dieselnde Arbeitsgeräusch lässt sich nicht überhören, unterm Strich legt der Vierzylinder jedoch ein durchaus kultiviertes Gebaren an den Tag. Die weich und aufmerksam schaltende Achtgang-Automatik trägt zum positiven Eindruck bei.

Wie er sich fährt: Der Wrangler kneift so schnell vor keiner geländetechnischen Herausforderung. Ein Offroader von echtem Schrot und Korn, der sich mit Leiterrahmen und Starrachse, mit zuschaltbarem Allradantrieb samt zweistufigem Verteilergetriebe und Geländeuntersetzung, mit 76 Zentimetern Wattiefe und über 25 Zentimetern Bodenfreiheit durch den Schlamm wühlt oder steinig-steile Steigungen erklettert.

Auf Asphalt präsentiert der Wrangler freilich die Rechnung für seine Geländekompetenz. Komfort liegt ihm eher wenig, Langstreckenfahrten sind strapaziös und erfordern Nehmerqualitäten. Ab Tempo 120 wird es laut im Cockpit, die indirekte Lenkung ist kein ideales Instrumentarium für kurviges Terrain und der Geradeauslauf mäßig. Ein sauber-präzises Fahrgefühl lässt sich anders an.

Wie viel er verbraucht: Nach Norm 7,9 l/100 km. Daraus wird im wirklichen Leben nichts. Mit zehn Litern ist zu rechnen, bei forscher Fahrt werden daraus schon mal zwölf. Die kantige Karosserie und das hohe Gewicht lassen grüßen.

Raubein mit multimedialem Talent: Der Armaturenträger beherbergt ein modernes Infotainmentsystem. © Hersteller


Was er bietet: Serienmäßig unter anderem 17-Zoll-Aluräder mit Offroad-Bereifung, Sperrdifferenzial, Voll-LED-Scheinwerfer, Multimediasystem mit 3D-Navi, Bluetooth und DAB-Radio, Soundsystem, Achtgangautomatik und Klimaautomatik. Bei den Fahrassistenten fehlen Notbremssystem und Spurhalteassistent, auch deshalb - und wegen Schwächen beim Frontaufprall - bekam der Wrangler beim Euro-NCAP-Crashtest nur einen von fünf Sternen zugebilligt.

Was er kostet: Ab 57.000 Euro.

Was wir meinen: Der Jeep Wrangler ist einer der seltenen Charakterköpfe der Autowelt. Ähnlich ikonisch und kompromisslos geländegängig sind nur der viel teurere Mercedes G und der (zur Neuauflage vorbereitete) Land Rover Defender. Als Pluspunkt verbucht der Wrangler auch sein neues Multimediasystem, als Minuspunkte den mäßigen Komfort auf Asphalt und das schlechte Abschneiden beim Euro-NCAP.

Ulla Ellmer

Die Daten des Jeep Wrangler Rubicon Unlimited 2,2 CRDi

Hubraum 2143 ccm, Zylinder 4, Leistung 147 kW (200 PS) bei 3500/min, max. Drehmoment 450 Nm bei 2000/min, Spitze 159 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 10,3 sec, Normverbrauch innerorts 10,3, außerorts 6,5, kombiniert 7,9 l D pro 100 km, Testverbrauch 9,8 l D/100 km, CO2-Emission 209 g/km, Schadstoffklasse Euro 6d-Temp, Energie-Effizienzklasse C, Länge 4,88 m, Breite 1,89 m ohne Außenspiegeln, Höhe 1,84 m, Kofferraum 548 bis 1059 l, Kraftstofftank 82 l, AdBlue-Tank 19 l, Leergewicht 2197 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2630 kg, Anhängelast 2495 kg (gebremst), 750 kg (ungebremst). Achtgang-Automatik, Allradantrieb. Versicherungs-Typklassen 24 (KH), 15 (VK), 21 (TK). Preis ab 57.000 Euro 

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