Samstag, 29.02.2020

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Kia: Der Ceed mit X im Fahrbericht

XCeed 1.6 T-GDI – Schicker Crossover - Top-Benziner mit 204 PS - 09.02.2020 13:40 Uhr

Kia XCeed: Der Crossover markiert einen stilistisch sehr befriedigenden Mix aus Coupé und SUV. © Hersteller


Wie er aussieht: Dass Kia Design kann, weiß man spätestens, seit die Koreaner ihre Sportlimousine Stinger  vorgefahren haben. Und auch der XCeed, jüngstes Mitglied der Ceed-Familie, fängt sich bewundernde Blicke ein. Aufs Schönste kombiniert er auf 4,40 Metern Länge die Stilelemente von SUV und Coupé zu formidabler Crossover-Optik. Die Front mit wabengemustertem Kühlergrill und Lufteinlass mündet in eine elegant coupéhafte Seitenlinie und diese in ein muskulös-bulliges Heck. Als wichtigsten Konkurrenten nimmt der XCeed den deutlich sachlicher gezeichneten VW T-Roc ins Visier.

Wie er eingerichtet ist: Nicht ganz so progressiv, wie es das schicke Äußere vielleicht erwarten lässt. Ein Nachteil ist das aber nicht, denn allzu mutige Moderne – das lässt sich beispielsweise an Peugeots i-Cockpit besichtigen – geht nicht immer mit Bedienungsfreundlichkeit einher. Hier lässt sich der XCeed nichts nachsagen: Der große 10,25-Touchscreen (Option) gibt in brillanter Darstellung die Inhalte von Navi (7-Jahres-Karten-Update) und Infotainment wieder und fungiert als Schnittstelle zu den Online-Diensten UVO Connect und Kia Live (unter anderem mit Echtzeit-Verkehrszeitinformationen).

Auch Non-Digital-Natives kapieren die Menüführung schnell, und erfreulicherweise hat Kia den wichtigsten Direkttasten und Drehreglern ein Bleiberecht im Cockpit gewährt. Kias erstes Digitalcockpit mit 12,3 Zoll großem Display ist leider nur in den Topausstattungen "Launch Edition" und "Platinum" verbaut. Und wir würden noch ein Head-up-Display auf unseren Wunschzettel setzen.

Dass man sich gern im XCeed aufhält, ist auch der soliden Verarbeitung, den bequemen Sitzen und der hochwertigen Materialauswahl zuzuschreiben. Vor seinem VW-Konkurrenten muss sich der Crossover nicht verstecken.

Bedienungsfreundlich: Neben dem großen Touchscreen gibt es auch übersichtlich angeordnete Direkttasten. © Hersteller


Wie viel Platz er hat: Beim Radstand (2,65 Meter) unterscheidet sich der XCeed nicht vom Ceed-Fünftürer, wohl aber bei der Sitzhöhe, die ein nicht signifikantes, aber doch spürbares Plus von 3,7 Zentimetern aufweist. Auch im rückwärtigen Bereich finden zwei Erwachsene noch recht bequemes Unterkommen, die Dachschräge schränkt die Kopffreiheit weniger ein als wir erwartet haben. Der mittlere Sitzplatz ist nur Kindern einigermaßen zuzumuten. Und die breite C-Säule schiebt sich beim Rangieren hinderlich ins Blickfeld, gut, dass sich serienmäßig eine Rückfahrkamera an Bord befindet.

Der Kofferraum – zu dessen Befrachtung eine relativ hohe Ladekante zu überwinden ist - packt 426 bis 1378 Liter weg und stellt einen höhenverstellbaren Ladeboden bereit. Die praktische dreigeteilte Rücksitzbank (40:20:40) mit Durchreiche ist erst ab zweiter Ausstattungsvariante "Spirit" zu buchen und nur in Verbindung mit dem "Xclusive-Paket" zu 1590 Euro, das außerdem Fond-Sitzheizung, Smart-Key-System,  Querverkehrswarner, Spurwechsel-Assistent, induktives Smartphone-Laden und die sensorgesteuerte, elektrische Heckklappe vorhält. "Platinum"- und "Launch-Edition"-XCeed haben nebst vielem anderem auch die elektrische Heckklapper und die Dreiteiler-Rücksitzbank serienmäßig, ansonsten bleibt es bei der Aufteilung 60:40.

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Im Fahrbericht: Kia XCeed 1.6 T-GDI

Mit dem XCeed stellt Kia das inzwischen dritte Derivat seines kompakten Golf-Konkurrenten Ceed vor. Nach Kombi (Sportwagon) und Shooting-Brake (ProCeed) jetzt also ein Crossover: Wir haben den im slowakischen Zilina produzierten XCeed mit 204 PS starkem Top-Benziner näher kennengelernt.


Was ihn antreibt: Der 150 kW/204 PS starke Vierzylinder-Turbo im 1.6 T-GDI ist der stärkste Benziner im Programm. Er braucht einen Tick, um in Schwung zu kommen, entwickelt dann aber eine durchaus gleichmäßige Kraftentfaltung in Kombination mit Drehfreude und energischem Schub. Allerdings hört sich die Maschine ein bisserl kernig an. Wir empfehlen die Kombination mit dem schnell und punktgenau schaltenden 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das mit Fahrmodusauswahl (Sport/Normal) einhergeht und eine Investition von 2000 Euro erfordert. Der mit Ottopartikelfilter (OPF) ausgestattete 1,6-l-Motor erfüllt die Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Den Standard-Sprint von 0 auf 100 erledigt der XCeed 1.6 T-GDI in 7,5 Sekunden, als Topspeed erreicht er 220 km/h.

Wie er sich fährt: Für einen Crossover carvt der XCeed gern sportlich um die Kurven, die direkte Lenkung unterstützt ihn dabei. Allerdings hat die eher straffe Fahrwerksauslegung auch ihre Kehrseite: Den Koreaner als unkomfortabel zu bezeichnen, wäre nicht fair,  Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster, Kanaldeckel oder quer überfahrene Straßenbahnschienen werden aber doch spürbar an die Insassen durchgereicht. Als etwas gar rechthaberisch empfanden wir den serienmäßigen Spurhalteassistenten. Allradantrieb gibt es für den XCeed übrigens nicht.

Top-Benziner: Den XCeed 1.6 T-GDI treibt ein 204 PS starker Vierzylinder-Turbo an. © Hersteller


Was er verbraucht: Nach WLTP-Norm 6,5 bis 6,2 l/100 km. Wir haben den XCeed keineswegs permanent über die Straßen gescheucht, hielten aber dennoch einen Schnitt von 8,1 l/100 km fest, gelegentlich näherten wir uns der Zweistelligkeit an. Das sollte besser gehen.

Was er mitbringt: Kia liefert den XCeed 1.6 T-GDI ab dritter Ausstattungsstufe "Spirit" aus. Ergänzend zu den serienmäßigen Mitbringseln der einfacheren Ausstattungslevels (unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer, Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner, Rückfahrkamera, beheizbares Lenkrad, Sitzheizung, 8-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Schnittstelle) kommen hier noch DAB+-Radio, Frontkollisionswarner, Zweizonen-Klimaautomatik und in Verbindung mit DCT7-Doppelkupplungsgetriebe ein Adaptivtempomat mit Stop&Go-Funktion und autonomes Staufolgefahren hinzu.

Was er kostet: Ab 28.290 Euro, mit DCT7 ab 30.290 Euro.

Was wir meinen: Der Kia XCeed ist ein fabelhaft aussehender Crossover mit ordentlich Platz, reichlich Ausstattung und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, dem die von Kia gewährte Sieben-Jahres-Garantie zusätzlichen Reiz verleiht. Schade, dass manche erstrebenswerten Extras (wie das volldigitale Cockpit) an bestimmte Ausstattungsvarianten gebunden sind und sich andere (elektrische Heckklappe) in teuren Paketen verstecken. Wer noch Spar-Potenzial sucht, sollte den mittleren Benziner 1.4 T-GDI mit 103 kW/140 PS nicht außer Acht lassen, der (auf einfachstem Level "Edition 7") schon ab 22.390 Euro zu ordern ist. Und Freunde teilelektrischen Fahrens werden demnächst mit dem XCeed Plug-in-Hybrid bedient, der rund 50 Kilometer E-Reichweite bietet und ab 35.990 Euro kostet.

Ulla Ellmer

Die Daten des Kia XCeed 1.7 T-GDI DCT7 Spirit

Hubraum 1591 ccm, Zylinder 4, Leistung 150 kW/204 PS bei 5500/min, max. Drehmoment 265 Nm bei 1500 - 4500/min, Spitze 220 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 7,5 sec, Normverbrauch innerorts 4,6 – 7,5, außerorts 5,8 – 5,5, kombiniert 6,5 – 6,2 l S pro 100 km, Testverbrauch 8,1 l S/100 km, CO2-Emission versicherungsrelevant 162 - 154 g/km, Schadstoffklasse Euro 6d-Temp, Energie-Effizienzklasse C, Länge 4,40 m, Breite 1,83 m, Höhe 1,50 m, Kofferraum 426 bis 1378 l, Kraftstoff-Tank 50 l, Leergewicht 1527 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1880 kg, Zuladung 463 kg, Anhängelast 1410 kg (gebremst), 600 kg (ungebremst). 7-G-Doppelkupplungsgetriebe, Frontantrieb. Preis ab 30.290 Euro, mit manuellem Sechsganggetriebe ab 28.290 Euro.

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