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Mittwoch, 19.06.2019

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Mercedes GLB: Neues SUV mit sieben Sitzen

Auf Basis der B-Klasse - "Offroadiger" als der GLA - 13.06.2019 09:00 Uhr

Neuer GLB: Kommt zum Jahresende - und dürfte zum meistverkauften Mercedes-SUV werden. © Hersteller


Gibt's denn noch was anderes als SUVs? Ja, schon. Doch auch bei Mercedes, einst explizit auf feine Limousinen kapriziert, ist inzwischen jedes dritte verkaufte Fahrzeug ein Soft-Offroader. Und das Modellprogramm lässt noch immer Raum für mehr. Der jetzt vorgestellte GLB ist bereits das sechste Mercedes-SUV, rechnet man den elektrischen EQC dazu, sogar das siebte. Angesiedelt findet sich der Neue in der Familie der Kompakten, zu der A- und B-Klasse mitsamt ihren Derivaten von der A-Klasse-Limousine bis hin zum Crossover GLA gehören. Vom Adjektiv "kompakt" sollte man sich freilich nicht täuschen lassen. Mit 4,63 Metern Länge streckt sich der GLB um ganze 20 Zentimeter über die minivanartige B-Klasse hinaus und ist nur zweieinhalb Zentimeter kürzer als das Midsize-SUV GLC. Als unmittelbaren Konkurrenten macht Mercedes die siebensitzige Langversion (4,70 m) des VW Tiguan aus.

Inspiriert von der G-Klasse

Anders als der Flachsitzer GLA kommt der GLB als echtes SUV daher. Heißt: Bullig, offroadig, mit aufrechter Frontpartie und optischem Unterfahrschutz vorne wie hinten. Vom Klassiker G-Klasse sei das Styling inspiriert, lässt Chefdesigner Gorden Wagener wissen.

Offroadige Optik: Im Gegensatz zum Crossover GLA kommt der GLB als echtes SUV daher.



Weil Familien inzwischen gern den klassischen Van links liegen lassen und lieber ein schickes SUV zum motorisierten Begleiter erwählen, gibt es gegen Aufpreis (vermutlich um 1000 Euro) eine dritte, bündig im Kofferraumboden versenkbare Sitzreihe mit zwei zusätzlichen Sitzplätzen samt ausziehbaren Kopfstützen, Kindersitzbefestigungen, seitlichen Window-Airbags und USB-Ladebuchsen.

Kletterpartie nach Reihe drei

Wirklich bequem sind in Reihe drei zwar nur Kinder untergebracht, die zudem noch die nötige Gelenkigkeit mitbringen, um die Kletterpartie nach ganz hinten zu bewältigen. Auch das an sich großzügige Kofferraumvolumen (560 bis 1755 Liter) schrumpft in siebensitziger Konfiguration auf Mini-Mini-Maße. Dennoch dürfte das Gros der GLB-Kunden die Option wahrnehmen, im Fall der Fälle noch die Freunde der Kids mit zum Fußballtraining oder zum Schwimmbad chauffieren zu können.

Im Aufgeld für den Siebensitzer ist die Längsverschiebbarkeit (14 Zentimeter) für die zweite Sitzreihe inbegriffen, die dann außerdem mit mehrstufig neigungsverstellbaren Lehnen ausgestattet wird.

Kommandozentrale: Widescreen-Cockpit mit MBUX-Multimediasystem. © Hersteller



 Die Cockpitgestaltung orientiert sich an der von A- und B-Klasse. Keine analogen Instrumente also, stattdessen eine Widescreen-Landschaft mit zwei großen Displays, die das moderne MBUX-Multimediasystem visualisieren.

Teilautomatisiertes Fahren

Zu den Fahrerassistenzsystemen gehört die Befähigung zum teilautomatisierten Fahren, unter anderem bedingt durch einen "Abstands-Assistenten", der vor Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehren automatisch die Geschwindigkeit anpasst. Weil der GLB nicht nur wie ein Offroader aussieht, sondern im Ernstfall auch als solcher agieren soll, bekommen die allradgetriebenen 4Matic-Modelle ein Offroad-Technik-Paket, das neben einem speziellen Offroad-Licht und einer Bergabfahrhilfe auch ein Extra-Fahrprogramm umfasst und außerdem die Möglichkeit, sich via Display Steigungsgrad oder Neigungswinkel vor Augen zu führen.

Alle mit Automatik

Zum Marktstart können Kunden zwischen zwei Benzinern und zwei Dieseln wählen, die allesamt einer Automatik die Schaltarbeit überlassen. Der frontgetriebene 1,3-l-Basis-Benziner GLB 200 leistet 120 kW (163 PS), der mit Allradantrieb gekoppelte GLB 250 4Matic holt sich aus zwei Litern Hubraum 165 kW (224 PS). Beim kleinen Diesel GLB 200 d (2,0 l, 110 kW/150 PS) lässt sich Allrad optional bestellen, der GLB 220 d (2,0 l, 140 kW/190 PS) hat die 4Matic serienmäßig an Bord. Sparsamster im Bunde ist der frontgetriebene GLB 200 d mit einem Normverbrauch von 4,9 bis 5,0 l/100 km, den höchsten Kraftstoffkonsum leistet sich der GLB 250 4Matic mit 7,2 bis 7,4 l/100 km.

Bilderstrecke zum Thema

Mercedes GLB: SUV mit Familiensin

Was die beiden Buchstaben "GL" im Namen trägt, outet sich schon von der Nomenklatur her als Mercedes-SUV. So auch der neue GLB, der sich zwischen dem Crossover GLA und dem GLC einsortiert. Der Neue nutzt die Kompaktplattform des Hauses und kommt zum Jahresende in den Handel. Weil es ihn als Siebensitzer mit dritter Sitzreihe gibt, dürfte er auch für Familien interessant sein.


Der GLB wird für Mercedes zum weltweiten Ding. Fertigen lässt man ihn im mexikanischen Aquascalientes und – für den chinesischen Markt – in Peking. Preisangaben gibt es noch nicht, wahrscheinlich ist aber ein Einstieg um 34.000 Euro. Marktstart soll noch in diesem Jahr sein. Und auch dann ist die SUV-Riege mit Stern noch nicht komplett: 2021 kommt der elektrische EQB, der sich den GLB zur Basis nimmt.

Ulla Ellmer

Mercedes GLB in Kürze:

Wann er kommt: Zum Jahresende 2019

Wen er ins Visier nimmt: VW Tiguan Allspace

Was ihn antreibt: Vierzylinder-Benziner mit 120 kW/163 PS und 165 kW/224 PS, Vierzylinder-Diesel mit 110 kW (150 PS) und 140 kW (190 PS)

Was er kostet: Vermutlich ab ca. 34.000 Euro
  

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