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Montag, 26.08.2019

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Neuer Peugeot 208: Der Kleine fährt elektrisch

Erste Ausfahrt im e-208 - Auch als Benziner und Diesel - 16.07.2019 18:24 Uhr

Peugeot e-208: Die neue Generation des kleinen Franzosen fährt (fast) zum Marktstart auch elektrisch vor. © Hersteller


So ändern sich die Zeiten: Das Portfolio der neuen Generation Peugeot 208 umfasst neben konventionellen Benzinern und Dieseln auch eine rein elektrische Variante. Nicht unmittelbar zum Verkaufsstart im Herbst, aber doch sehr zeitnah danach. Bestellbar ist der e-208 bereits, im Januar sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden.

Eng verwandt mit dem Corsa-e

Wie die konventionell angetriebenen Versionen pflegt auch der elektrische 208 eine enge Verwandtschaft zum neuen Opel Corsa respektive zum stromernden Corsa-e, der aber etwas später als der französische Bruder beim Händler steht. Beide Geschwister nutzen die CMP-Plattform (Common Modular Platform) des PSA-Konzerns, auf der auch der künftige Peugeot 2008, der DS3 Crossback und die Neuauflage des Opel Mokka aufbauen werden.

Alltagstauglich: Mit einer Akkuladung kommt der elektrische 208 bis zu 340 Kilometer weit. © Hersteller


Vortrieb erfährt der e-208 von einem 100 kW (136 PS) starken, mit 260 Nm Drehmoment ausgestatteten Elektromotor. Er wird von einer 50-kWh-Batterie mit Strom versorgt, die platzsparend im Fahrzeugboden sitzt, was wiederum bedeutet, dass das Kofferraumvolumen – 270 Liter – im Vergleich zu den Verbrenner-Modellen nicht schrumpft. Als vertrauensbildende Maßnahme gewähren die Franzosen acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie auf den Akku, bezogen auf 70 Prozent der Ladekapazität. Und nach WLTP-Zyklus sollen bis zu 340 Kilometer Reichweite realistisch sein. Damit lässt sich durchaus was anfangen.

Zügiges Zoomen

Wir hatten bereits Gelegenheit, erste Proberunden in einem Prototypen des elektrifizierten 208 zu drehen. Erkenntnis: Er bereitet so viel Fahrspaß, wie es E-Mobile eben tun. Zügig zoomt er vom Fleck, bleibt dabei flüsterleise und somit auch akustisch emissionfrei. Bestenfalls ist in flinken 8,1 Sekunden das Landstraßentempo von 100 km/h erreicht, wer es darauf anlegt, bringt den e-208 auf eine Spitze von 150 km/h.

Im Umgang mit dem französischen Stromer kann sich der Pilot dreier unterschiedlicher Fahrmodi bedienen. Für gewöhnlich dürfte er die "Normal"-Einstellung wählen. " Sport" verschärft das Fahrverhalten in Richtung batterieelektrischer Biestigkeit, allerdings ist dann auch mit erhöhtem Appetit auf Strom und damit einer reduzierten Reichweite zu rechnen. " Eco" ist schließlich für Situationen gedacht, in denen es den nächsten Ladestopp hinauszuzögern gilt. Dies geschieht, in dem der e-208 Selbstbeschränkung auf 60 kW Leistung übt und auch die Intensität der Klimatisierung zurückfährt.

Fahren ohne Bremspedal

Beeinflussen lässt sich die Reichweite auch über Rekuperation, also durch regeneratives Bremsen, bei dem Bewegungs- in elektrische Energie umgewandelt und somit die Batterie aufgeladen wird. Der e-208 lässt dies in zwei Einstellungen mit sich tun. Einer moderaten, die sich so wie die gewohnte "Motorbremse" anfühlt. Und einer verstärkten, die das ermöglicht, was im Fachjargon "One-Pedal-Driving" heißt, weil der Fahrer im Idealfall das Bremspedal gar nicht braucht: Sobald er den Fuß vom Fahrpedal nimmt, verzögert der Wagen so stark, dass er – beispielsweise an der Ampel – von selbst zum Stehen kommt.

Fix fertig: Der e-208 kann serienmäßig dreiphasig an der 11-kW-Wallbox laden. © Hersteller


Interessiert blicken E-Auto-Kunden aber auch auf das Ladeprozedere. Am schnellsten ist dieses an einer öffentlichen 100-kW-Gleichstrom-Schnellladestation abgehakt, eine halbe Stunde genügt, um den e-208 zu 80 Prozent aufzuladen. Nicht selbstverständlich: Der Peugeot hat serienmäßig einen dreiphasigen 11-kW-Ladeanschluss an Bord, somit wird er an der heimischen Wallbox binnen fünf Stunden und fünfzehn Minuten satt. Auch die Haushalts- oder eine verstärkte Steckdose (Typ Green Up Legrand) sind eine Option, letztere erfordert allerdings 16,5 Stunden Geduld.

Die serienmäßige Möglichkeit des dreiphasigen Gleichstrom-Ladens unterscheidet den e-208 übrigens vom Opel Corsa-e und erklärt gleichzeitig den Preisunterschied von rund 500 Euro. Während der elektrische Corsa ab 29.900 erhältlich ist, kommt der 208 auf mindestens 30.450 Euro.

Doppelt so teuer wie der Benziner

Im Vergleich zu Premium-Stromern wie Audi e-tron (ab 80.900 Euro) oder Mercedes EQC (ab 71.281 Euro) erscheint das durchaus bezahlbar, zumal auch noch die Umweltprämie in Höhe von 4000 Euro abgezogen werden darf. Für einen Kleinwagen ist der Preis dennoch happig, zumal der konventionell angetriebene 208 schon ab 15.490 Euro in der Liste steht, für die Hälfte mithin. Wie viele Kunden den Idealismus aufbringen, den Elektro-Aufpreis zu bezahlen, bleibt abzuwarten.

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Peugeot schaltet auf Elektro-Modus

Um die künftigen strengen CO2-Flottengrenzwerte erfüllen zu können, bleibt den Automobilherstellern nichts anderes übrig, als ihr Angebot um elektrifizierte Modelle zu erweitern. Das gilt auch für Peugeot. Die neue Generation des Kleinwagens 208 kommt nicht nur als Benziner und Diesel, sondern ebenso in einer rein batterieelektrischen Variante. Ähnlich verfahren die Franzosen mit der SUV-Variante 2008. Und 3008 sowie 508 fahren als Plug-in-Hybride vor.


Optisch tun sich innerhalb der 208-Familie nur dezente Unterschiede auf. Alle Versionen sind 4,05 Meter lang und strecken sich somit um neun Zentimeter über den Vorgänger hinaus, alle fahren grundsätzlich fünftürig vor, alle tragen ein vergleichsweise aggressives Design und die auffällige Lichtsignatur mit den "Stoßzähnen" der (ausstattungsabhängigen) Voll-LED-Scheinwerfer zur Schau.

Es bleibt beim i-Cockpit

Auch beim 208 setzt Peugeot auf das kontrovers diskutierte "i-Cockpit" mit ultrakleinem Lenkrad und, je nach Version, digitalem Kombiinstrument, bis zu 10 Zoll (25,4 cm) großem Touchscreen sowie der darunter angeordneten Klaviatur an Direkttasten. Im e-208 befleißigt sich das Kombiinstrument immer einer gleichsam schwebenden 3D-Optik. Weitere Erkennungsmerkmale des Stromers sind ein "e208"-Schriftzug am Heck, das "e"-Emblem an der C-Säule und das changierende Löwensymbol im Kühlergrill.

Typisch Peugeot: i-Cockpit mit ultrakleinem Lenkrad. Das bekommt nicht nur die elektrische Version. © Hersteller


Wer sich für den Benziner entscheidet, kann unter drei 1,2-l-Dreizylindern mit 55 kW (75 PS), 74 kW (101 PS) und 96 kW (131 PS) wählen, daneben steht ein 1,5-l-Vierzylinder-Diesel mit 75 kW (102 PS), SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung bereit.  Für die beiden stärkeren Benziner und den Diesel gibt es optional eine Achtstufenautomatik. Das Arsenal an Assistenzsystemen reicht von der Einparkautomatik bis hin zum Abstandstempomaten mit Stop&Go-Funktion.

Mit dem e-208 hat Peugeot seine elektrische Zukunftsplanung noch nicht abgeschlossen: Auch von der für 2020 avisierten SUV-Variante 2008 wird es eine Ausführung geben, die komplett unter Strom steht.

Ulla Ellmer

Peugeot 208 in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits bestellbar. Auslieferung ab Jahresende, e-208 ab Januar 2020.

Wen er ins Visier nimmt: VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta & Co. Der e-208 Opel Corsa-e, Renault Zoe, BMW i3 etc.

Was ihn antreibt: Benziner mit 75, 101 und 131 PS, Diesel mit 102 PS, Elektromotor mit 136 PS.

Was er kostet: Ab 15.490 Euro. e-208 ab 30.450 Euro.

  

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