Marktstart im September - Preise ab 13.990 Euro

Neuer Skoda Fabia: Reifeprüfung bestanden

28.8.2021, 14:32 Uhr
Im Sinne der Aerodynamik schließen die Lamellen der Kühlerjalousie automatisch.

Im Sinne der Aerodynamik schließen die Lamellen der Kühlerjalousie automatisch. © Hersteller

Der VW Polo, der Seat Ibiza und der Audi A1 bauen schon auf sie, jetzt darf auch Skoda sie nutzen, konkret für die neue Generation des Fabia: Die Kleinwagenplattform MQB-A0 des Volkswagen-Konzerns. Und was sie aus dem Fabia macht, umschreibt die Vokabel „Riesenfortschritt“ keineswegs zu euphorisch.

Seit die Produktion des Citigo eingestellt wurde, markiert der Fabia den Junior im Skoda-Programm. Angesichts der neuen Länge von 4,11 Metern Länge scheint der Begriff „Kleinwagen“ schon recht hoch gegriffen. Mit seinen Maßen ist der Fabia dort angelangt, wo sich zwischen 1997 und 2003 der Golf IV bewegt hat.

Digitales Fahrerdisplay

Unter den neu und ziemlich maskulin geschärften Linien verbirgt sich ein Innenraum, dessen Platzangebot mehr als nur die kleine Reise so komfortabel gestaltet, wie es in kaum einem Konkurrenten der Fall ist, vor allem im rückwärtigen Abteil, da geht es beispielsweise im Opel Corsa spürbar enger zu. Auch auf das um 50 auf nunmehr 380 Liter gewachsene Gepäckabteil sei an dieser Stelle hingewiesen.

Die höheren Ausstattungsvarianten bekommen ein digitales Fahrerdisplay.

Die höheren Ausstattungsvarianten bekommen ein digitales Fahrerdisplay. © Hersteller

Die Verarbeitungsqualität verdient das Prädikat „top“, dem verbauten Hartplastik nehmen eine Narbenstruktur, Klavierlack, Chrom-Deko und Stoff-Verbrämungen charmant das Frugale, zumindest in den höheren Ausstattungsvarianten. Und optional beziehungsweise wiederum auf höherem Niveau entwirft der Fabia ein Szenario aus digitalem Fahrerdisplay plus bis zu 9,2 Zoll großem Touchscreen; erfreut konstatiert der Nutzer, dass der Zugriff auf Funktionen wie Licht, Sitzheizung und Klimatisierung noch analog erfolgt, es sei denn, man hat es mit dem Top-Infotainment „Amundsen“ zu tun, in diesem Fall muss doch der Bildschirm bemüht werden. Immerhin fährt dann auch Laura mit, Skodas verständige Sprachassistentin.

Keine Elektrifizierung

Einen Diesel hat Skoda mangels Nachfrage im Segment aus dem Motorenportfolio hinauskompliziert, es bleibt ausschließlich bei Benzinern. Und wo, bitte, merken kritische Stimmen an, bleibt die Elektrifizierung? Wo die Hybridisierung? Würde den preislichen Rahmen sprengen, antwortet Skoda und verweist auf andere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, die automatisch schließenden Lamellen der Kühlerjalousie beispielsweise, oder den tatsächlich sehr guten Luftwiderstandsbeiwert (cw) von 0,28. Nach Norm ergeben sich Verbrauchswerte zwischen 4,5 und 4,8 l/100 km, was bei einer längeren Praxis-Erprobung nach nachzuprüfen sein wird.

Gegen Aufpreis lässt sich übrigens ein größerer Tank (50 statt 40 Liter) ordern, der – so das Skoda-Versprechen – bis zu 900 Kilometer Reichweite ermöglicht.

Es bleibt beim Fünftürer (Foto): Der Kombi auf Basis des Vorgängers wird noch bis Ende 2022 verkauft, bekommt aber keinen Nachfolger.

Es bleibt beim Fünftürer (Foto): Der Kombi auf Basis des Vorgängers wird noch bis Ende 2022 verkauft, bekommt aber keinen Nachfolger. © Hersteller

Vorerst einliter-dreizylindert es im Fabia, angefangen mit 59 kW/80 PS über die 70 kW/95 PS im übergeordneten Turbo bis hin zum vorläufigen Topmotor mit 81 kW/110 PS, bei dem optional ein DSG die Schaltarbeit abnimmt. Schon bald reicht Skoda noch den Einsteiger (48 kW/66 PS) nach, auch der mit Zylinderabschaltung arbeitende 1,5-l-Vierzylinder (110 kW/150 PS) kommt noch in diesem Jahr.

Hoher Fahrkomfort

Erste Testfahrten mit dem 110-PS-Fabia und dessen DSG führten nicht nur zur Erkenntnis munterer Antrittsstärke und laufruhig-leiser Manieren, sondern auch zur Feststellung, dass das Fahrwerk zwar straff genug abgestimmt wurde, um den Skoda-Junior flink um die Kurven treiben zu können, andererseits aber auch ein beachtliches Maß an Komfort bietet, Flickschustrigkeiten im Asphalt verputzt der Fabia in aller Seelenruhe. Wer sportliche Ambitionen hegt, bekommt optional ein Sportfahrwerk mit 15 Millimetern Tieferlegung oder ein Schlechtwegepaket, das umgekehrt 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit bietet.

Praktisch: So wird der Regenschirm nie zuhause vergessen.

Praktisch: So wird der Regenschirm nie zuhause vergessen. © Hersteller

Schlaue Details

Das markentypische Aufgebot an Simply-Clever-Details erweitert Skoda um einen USB-C-Anschluss am Innenspiegel (praktisch, um eine Dashcam anschließen zu können), eine umklappbare Beifahrersitzlehne, eine Multifunktionstasche, die unter der Gepäckraumabdeckung einzuhängen ist oder Smartphone-Ablagetaschen an den Rückenlehnen der Vordersitze. Und zu den Assistenzsystemen gesellen sich jetzt Verkehrszeichenerkennung, Rangierbremsfunktion sowie der Travel Assist, der auf der Autobahn selbstständig die Spur und den Abstand zum Vorausfahrenden hält.

Der Einstiegspreis (1.0 MPI mit 80 PS) für den Skoda Fabia wird zunächst mit 16.200 Euro beziffert, für den vorläufigen Top-Antrieb mit 110 PS und höherem Ausstattungslevel „Ambition“ sind mindestens 21.300 Euro zu investieren. Das kommende Basismodell wird bereits ab 13.990 Euro in der Liste stehen. Die Geschwister aus dem Volkswagen-Konzern werden es nicht leicht haben mit ihrem neuen Bruder.

Skoda Fabia in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits bestellbar, Marktstart im September

Wen er ins Visier nimmt: VW Polo, Seat Ibiza, Opel Corsa, Peugeot 208, Renault Clio, Hyundai i20, Kia Rio, Mazda 2, Toyota Yaris etc.

Was ihn antreibt: Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 59 kW/80 PS, 70 kW/95 PS und 81 kW/110 PS

Was er kostet: Ab 16.200 Euro

Was noch kommt: Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 48 kW/66 PS, 1,5-l-Vierzylinder-Benziner mit 110 kW/150 PS

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