Nissan Juke: Macht jetzt auf brav

14.10.2019, 12:31 Uhr
Nissan Juke: Macht jetzt auf brav

© Hersteller

Zu verdanken ist Letzteres einem gewissen Wachstum. In Breite und Höhe hat der formal an ein Mini-SUV angelehnte Wagen zwar nur geringfügig zugelegt, dafür aber in der Länge umso mehr: Das Plus von 7,5 Zentimetern (jetzt: 4,21 Meter) lässt einen gestreckten Radstand zu und damit eine Vergrößerung des Innenraums. Das kommt nicht nur den Insassen zugute, die jetzt im Fond mehr Platz als im Vorgänger vorfinden. Gewonnen hat vor allem der Kofferraum, der mit nun 422 Litern über bestes Kompaktwagenformat verfügt. Allerdings: Nimmt man die obere Bodenplatte heraus, sinkt das Ladegut gewissermaßen in die Tiefe, so dass es eine nicht zu knappe Stufe zu überwinden gilt.

Noch immer ungewöhnlich

Die neue Proportionierung geht einher mit einem im Vergleich zum Vorgänger entschärften, gefälligeren Design. Braver ist der Juke also auch im Auftritt geworden, wobei er immer noch über eine ungewöhnliche, auffällige, aber nicht mehr so provokant wirkende Form verfügt. Innen sieht das anders aus. Frech, farbenfroh, jugendlich, alles so, als hätte sich hier die Generation YouTube ausgetobt. Der Bedienbarkeit tut dies keinen Abbruch. Man sitzt gut, kommt an die Bedienelemente problemlos heran und hadert möglicherweise nur mit der Sichtmöglichkeit nach schräg hinten, was - wie schon beim Vorgänger - dem Design geschuldet ist.

Nissan Juke: Macht jetzt auf brav

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Im Vergleich zum Vorgänger hat der Juke auch bei der Leistung zugelegt. Statt der bisherigen 112 PS treiben jetzt deren 117 die Vorderräder an. Spätestens dann, wenn man sehr hohe Drehzahlen abfordert, verrät die Akus-tik, dass es ein hubraumkleiner (1,0 l) Dreizylinder ist, der unter der Haube sein Werk verrichtet. Dennoch hat dieses Aggregat mit dem etwa 1,2 Tonnen schweren Wagen zumindest im Normalfall keine große Mühe. Beschleunigungswerte um die zehn bis elf Sekunden (Handschalter/Automatik) von 0-100 km/h sind Fakt. Wobei ein sich kurzzeitig aktivierender Overboost das maximale Drehmoment von 180 auf 200 Nm erhöht. Dazu: Tempo 180 in der Spitze reicht allemal aus.

Spar-Vorteil Dreizylinder

Der Blick auf die Verbrauchsangaben offenbart zumindest auf dem Papier die Vorzüge des Dreizylinders. Um die sechs Liter Super je 100 km sind es nach neuer Norm (WLTP). Macht je nach Ausstattungsvariante 135 bis 145 g CO2 pro km.

Nissan Juke: Macht jetzt auf brav

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Beim Fahren mit dem neuen Juke empfindet man durchaus den leicht sportlichen Charakter. Nicht, was die Motorleistung anbelangt, sondern hinsichtlich dessen, was das Fahrwerk so hergibt. Mit anderen Worten: Es ist sehr sicher, aber tendenziell auch relativ straff abgestimmt. Lob ist der präzisen und weitestgehend direkt arbeitenden Lenkung auszuprechen. Damit lässt sich der Juke auf Landstraßen agil bewegen, auf der Autobahn hingegen läuft er gut geradeaus, ohne dass ständig nachjustiert werden muss.

Ordentlich ausgeformte Sitze, ein doch recht gewöhnungsbedürftiges Navi, viele Sicherheits-Assistenten, reichlich Komfort-Zutaten (DAB-Radio und Klimaanlage sind schon in der Basis-version Serie, aber Sitzheizung gibt es nicht für jedes Modell) und in den gehobeneren Versionen umfangreiche Vernetzung bis hin zum (erwünschten?) Dauerkontakt mit einem Nissan-Server stellen auch Online-Fans allemal zufrieden. Dazu lässt der Juke, so man eine der entsprechenden Ausstattungsstufen wählt, außen wie innen umfangreiche Farb-Personalisierungen zu.

Viele Ausstattungsvarianten

Ungewöhnlich groß ist für ein Nischenmodell dieser Art (Nissan rechnet mit 10.000 Verkäufen im nächsten Jahr) die Auswahlmöglichkeit an Ausstattungsvarianten. Diese heißen Visia, Acenta, N-Connecta, Tekna und N-Design. Die Preisspreizung liegt zwischen 18.990 und 26.390 Euro. Wer die mit dem Dreizylinder gut harmonierende DSG-Automatik dazu bucht, zahlt 1600 Euro mehr.

"Man konnte den Juke lieben oder hassen" sagt man, bezogen auf das Vorgängermodell, beim Nissan Marketing. Wohl wissend, dass mit dem Neuen, der bereits bestellt werden kann und spätestens ab Januar in Kundenhand kommt, die Lage etwas entschärft worden ist.

Gerhard Windpassinger

                                   

Nissan Juke in Kürze:

Wann er kommt:  Ist bereits bestellbar, Auslieferung spätestens Januar

Wen er ins Visier nimmt: Unter anderem Toyota CH-R, Kia Stonic, Hyundai Kona, Renault Captur, Honda HR-V

Was ihn antreibt: Einliter-Dreizylinder mit 86 kW/117 PS

Was er kostet: Basispreis 18.990 Euro

Was noch folgt: Wahrscheinlich ein teil-bzw. voll elektrifiziertes Modell

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