Facelift für das SUV
 

Opel Grandland: Jetzt ohne X

30.8.2021, 18:43 Uhr
Der Grandland ist das Topmodell im Opel-Programm.

Der Grandland ist das Topmodell im Opel-Programm. © Hersteller

Zum guten Ton gehört es bei den meisten Automarken, alle paar Jahre ein neues Familiengesicht einzuführen. So auch bei Opel, wo mit dem jetzt überabeiteten Grandland ein weiteres Modell die verfeinerte „Vizor“-Front bekommt. Aber das ist nicht das einzige, was sich getan hat. Auch etliche andere Details sind neu, das weiterentwickelte LED- Pixel-Licht beispielsweise, das in die neue Front mit dem Visier (englisch „Vizor“) integriert wurde. An erste Kunden wird der in Eisenach produzierte Grandland ab dem 16. Oktober ausgeliefert. Die Preise beginnen bei 27.250 Euro für den 1.2 Turbobenziner, ein Dreizylinder mit 96 kW/130 PS. Die Hybrid-Version gibt es ab 44.290 Euro abzüglich einer Umweltprämie von bis zu 7177 Euro.

Blendfrei durch die Nacht

Aber der Reihe nach: Der Grandland ist das SUV-Flaggschiff von Opel. Neben Benzin- und Dieselantrieben stehen zwei Plug-in-Hybrid-Varianten bereit. Zu den Modifikationen an dem 4,48 Meter langen Modell zählen neben dem blendfreien "Night Vision"-System zur Früherkennung von Hindernissen auch das volldigitale Cockpit ("Pure Panel") mit großem Bildschirm. Geblieben sind die üppigen Innenmaße, die nicht nur komfortablen Platz für bis zu fünf Erwachsene bieten, sondern auch ein Kofferraumvolumen von 390 Litern; maximal passen bis zu 1652 Liter in den Stauraum. Die Sitze mit dem AGR-Gütesiegel (Aktion Gesunder Rücken) lassen sich ebenso ordern wie eine Sitzheizung im Fond.

"Pure Panel" heißt das volldigitale Cockpit bei Opel. © Hersteller

Kein Diesel-Verzicht

Im Gegensatz zu einigen anderen Autoherstellern wollen die Opelaner auf einen wirtschaftlichen Diesel in ihrer Palette vorerst nicht verzichten. Der 1,5-Liter-Turbodiesel, der 130 PS leistet und über eine Achtstufen-Automatik schaltet, wird ab 32.810 Euro angeboten. Die Automatik ist neben der Sechsgangschaltung auch beim Benziner gegen 2300 Euro Aufpreis erhältlich. Mehr Power entwickelt der Plug-in-Hybrid aus dem PSA-Regal, der einen 1,6-l-Benziner mit 122 kW/180 PS sowie einen Elektromotor mit 81 kW/110 PS kombiniert, insgesamt ergeben sich 165 kW/224 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment. Der Antrieb erfolgt hier nur über die Vorderräder. Als genormter Verbrauchswert werden (nur auf Kurzstrecken realistische) 1,3 bis 1,8 Liter auf 100 Kilometer angegeben (WLTP-Norm). Der Benzintank fasst 43 Liter.

Elektrischer Allradantrieb

Beim Topantrieb Hybrid4 leistet der Benziner 200 PS. Die an der Front arbeitende E-Maschine mit 110 PS wird unterstützt von einem weiteren Elektromotor mit 113 PS, der die Hinterräder antreibt. So ergibt sich ein "elektrischer Allrad", wie Opel-Manager Marc-Oliver Breidert sagt. Kombiniert tritt der stärkste Hybrid mit 221 kW/300 PS und 520 Newtonmetern Drehmoment an. Unter günstigen Umständen begnügt sich der Grandland Hybrid4 mit 1,2 bis 1,7 l/100 km (entsprechend 28 bis 39 g/km CO2-Ausstoß) plus Strom. Elektrisch kommt der Plug-in-Grandland – wenn man sehr behutsam mit dem Fahrpedal umgeht - bis zu 65 Kilometer weit, in der Spitze legt er maximal 135 km/h vor. Stärkere Rekuperation (Rückgewinnung von Bremsenergie) wirkt sich günstig auf die Reichweite aus; als Mittel zum Zweck dient die Einstellung "B" des Automatik-Wählhebels.

Erste Auslieferungen des modellgepflegten Grandland erfolgen im Oktober.

Erste Auslieferungen des modellgepflegten Grandland erfolgen im Oktober. © Hersteller

Beim Fahrwerk gibt es wie bei den Antrieben nichts grundlegend Neues. Was die Assistenten betrifft, so feiert das Kamera-System "Night Vision" seinen Einstand. Es hilft wie die 168 LED-Elemente des optionalen, adaptiven "Pixel Lichts" bei der Fahrt im Dunkeln. Neu und in Verbindung mit dem Achtgangautomatikgetriebe erhältlich ist auch der Frontkollisionswarner, der mit anderen Sicherheitssystemen wie dem adaptiven Tempoautomaten zusammenarbeitet. Er hält stets den optimalen Abstand zum Vordermann und führt den Grandland in seiner Fahrspur.

Die Rüsselsheimer schließen das erste Halbjahr 2021 mit einem besonders guten Ergebnis ab: Die Verkaufszahlen stiegen um 35,5, Prozent und damit erreicht die Marke mit dem Blitz, die heute zur Stellantis-Gruppe (PSA mit Peugeot und Citroën, aber auch Fiat, Alfa Romeo und Jeep) gehört, einen Marktanteil von sechs Prozent.

Das Crosstauglichkeit suggerierende

Das Crosstauglichkeit suggerierende "X" im Namen ist Geschichte, Allradantrieb gibt es dennoch. © Hersteller

Besonders stolz sind die Opel-Manager auf den Corsa, der das derzeit erfolgreichste Modell im Kleinwagensegment ist. Bis 2028 will Opel in Europa rein elektrisch unterwegs sein, schon 2024 soll es in allen Baureihen elektrifizierte Modelle geben, wie Marketing-Sprecher Michael Walter bestätigt.

Französischer Bruder

Vom eng mit dem Peugeot 3008 verwandten Grandland konnte Opel seit Markteinführung insgesamt 300.000 Einheiten weltweit verkaufen, davon 70.000 in Deutschland. Nach der Überarbeitung des Erfolgsmodells - jetzt ohne den Zusatz "X" - wirkt das SUV unter anderem dank der neuen Frontpartie und modifiziertem Heck noch dynamischer und robuster als sein Vorgänger.

Opel Grandland in Kürze:

Wann er kommt: Marktstart am 16. Oktober

Wen er ins Visier nimmt: Peugeot 3008, VW Tiguan, Ford Kuga, Hyundai Tucson, Kia Sportage, Mazda CX-30 etc.

Was ihn antreibt: 1,2-l-Dreizylinder-Turbobenziner mit 96 kW/130 PS, 1,5-l-Vierzylinder-Turbodiesel mit 96 kW/130 PS, Plug-in-Hybride mit 165 kW/224 PS und 221 kW/300 PS

Was er kostet: Ab 27.250 Euro

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