Sonntag, 17.11.2019

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Renault Captur: Schluss mit Schmusekurs

Crossover auf Clio-Basis – Preise ab 17.950 Euro – Start im Januar - 20.10.2019 16:55 Uhr

Renault Captur: Der kompakte Crossover ist für die Franzosen zum Erfolgsmodell geworden. © Hersteller


Der Neue will ernster genommen werden, das zeigt er schon an der Frontpartie. Die Renault-Designer haben den Kühlergrill breiter und muskulöser gestaltet, gleichzeitig verläuft die Gürtellinie etwas höher und die Dachlinie fällt hinten stärker ab, ohne die Kopffreiheit im Fond zu beeinträchtigen. Insgesamt wächst der vom Clio abgeleitete Captur in der Außenlänge auf 4,23 Meter. Obwohl er auch in der Breite zulegt, bleibt der Luftwiderstand gering - gut für günstige Verbrauchswerte.

Innen setzt sich die Aufwertung fort. Die Oberflächen der Kunststoffteile sind rundum nachgiebig, wie man es eher in höheren Segmenten erwartet. Auffällig der große, senkrecht stehende Bildschirm (Apple-System) mit optionalem Navi. Das Online-Multimediasystem "Easy-Link" mit 9,3-Zoll-Touchscreen sucht sich Updates "over the air".

Im Innenraum flexibel

Freilich profitiert das Platzangebot von den größeren Außenabmessungen. Die Insassen fühlen sich angenehmer und bequemer untergebracht als in manch anderem Kompaktwagen. Zudem lässt sich der Innenraum flexibel gestalten, unter anderem durch die um 16 Zentimeter verstellbaren Rücksitze. In das in zwei Ebenen zu unterteilende Gepäckabteil passen 422 bis 536 Liter, ein Bestwert im Segment; maximal sind es 1275 Liter.

Blickfang: Der große Touchscreen im Hochformat. © Hersteller


Bei den Motoren stehen drei Benziner und ein Diesel zur Auswahl. Als Antrieb im Einstiegsmodell fungiert ein Einliter-Dreizylinder, der 74 kW/100 PS leistet. Es ist die einzige Motorisierung, die es in der Basisausstattung "Life" gibt. Der Schalter begnügt sich mit fünf Gängen, eine Automatik, nämlich die Siebengang-Doppelkupplung EDC, ist hier nicht lieferbar. Im genormten Mix verbraucht der Dreiender nur 5,3 Liter auf 100 Kilometer.

Mit dem größten Verkaufsanteil rechnet der Hersteller beim 96 kW/130 PS starken Vierzylinder, der ab 21.100 Euro erhältlich ist. Mit EDC-Automatik kostet er 22.800 Euro, jeweils in der schon umfangreich ausgestatteten Stufe "Experience". Normverbrauch: 5,6 l/100 km.

Nehmerqualitäten: Mit Asphaltflicken wird der Captur souverän fertig. © Hersteller


Das Topmodell mit 113 kW/155 PS gibt es nur in der hohen Stufe "Intens" (ab 25.700 Euro) und zur Markteinführung als "Edition One" ab 28.450 Euro, vollgepackt mit allem, was des Autofahrers Herz begehrt.

Alternative Antriebe

Für die Dieselfraktion steht der dCi mit 85 kW/115 PS im zweithöchsten Ausstattungsniveau "Business" ab 24.000 Euro parat, Automatikkunden zahlen 1700 Euro mehr. Normverbrauch: 4,2 l/100 km. Auch ein LPG-Gasantrieb in Verbindung mit dem Dreizylinder wird ab 21.100 Euro angeboten. Später, voraussichtlich im späten Frühjahr 2020, gesellt sich zu den Antriebsarten des Captur ein Plug-in-Hybrid dazu, er wird der erste von Renault sein. Vermutungen, ob er – durch den Elektromotor an der Hinterachse – Allradantrieb bieten wird, wurden von den Franzosen nicht bestätigt.

Bilderstrecke zum Thema

Renault Captur: Nehmt mich ernst!

Renault legt die zweite Generation seines Crossovers Captur auf. SUV-Bashing verdient er nicht, denn er basiert auf dem Kleinwagen Clio und verzichtet auf Allradantrieb. Neben konventionellen Benzinern und Dieseln gibt es auch Antriebsalternativen wie Autogas oder Plug-in-Hybrid. Die Preise beginnen bei 17.950 Euro.


Auf zum Teil reparaturbedürftigen Landstraßen im Hinterland von Athen konnte sich der Captur bewähren. Selbst gröbere Unebenheiten steckt er weg. In Kurven gibt er sich fahrstabil ohne stärkere Seitenneigung der Karosserie. Gut auch die direkt ansprechende Lenkung, nicht so gut die Führung der Gänge beim fünf- oder sechsstufigen Schaltgetriebe. Was uns noch auffiel: Das geringe Geräuschniveau, allerdings ließen Geschwindigkeitsbeschränkungen kein allzu hohes Tempo zu.

Teilautonomes Fahren

Selbstverständlich finden sich im Captur je nach Ausstattungsstufe die heute üblichen Assistenzsysteme, die auch die ersten Schritte in Richtung autonomes Fahren beherrschen, Stichwort Autobahn- und Stauassistent. Auch die Vernetzung befindet sich auf dem aktuellen Stand, bis hin zum induktiven Laden von Smartphones. Ebensowenig braucht man auf Bonbons wie Voll-LED-Scheinwerfer zu verzichten.

Der Captur hat sich für Renault praktisch zum Selbstläufer entwickelt. Eineinhalb Millionen Einheiten wurden seit dem Start in 2013 verkauft. Seinerzeit gab es im Segment nur den Nissan Juke, inzwischen ist die Zahl der Konkurrenten auf mehr als zwanzig angewachsen.

Ingo Reuss  

Renault Captur in Kürze:

Wann er kommt: Im Januar 2020

Wen er ins Visier nimmt: Nissan Juke, Mazda CX-3, Fiat 500 X etc.

Was ihn antreibt: Dreizylinder-Benziner mit 74 kW (100 PS), Vierzylinder-Benziner mit 96 kW (130 PS) und 113 kW (155 PS), Vierzylinder-Diesel mit 85 kW/115 PS

Was er kostet: Ab 17.950 Euro

Was noch folgt: Im späten Frühjahr 2020 LPG-Autogas-Antrieb, Plug-in-Hybrid  

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