Rimac Nivera: Elektrischer Supersportler mit fast 2000 PS

6.6.2021, 13:08 Uhr
Rimac Nevera: Elektrisches Hypercar mit 1914 PS.

Rimac Nevera: Elektrisches Hypercar mit 1914 PS. © Hersteller

Porsche wird wissen, was man tut: Mit 25 Prozent ist der Zuffenhausener Sportwagenhersteller bei Rimac eingestiegen und hat die Kroaten somit als Entwicklungspartner ins Boot geholt.

Offensichtlich eine perspektivenreiche Investition. Dass Rimac was kann, zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel des Nevera. Ein elektrischer Sportwagen, der das Prädikat "Hypercar" mehr als rechtfertigt. Allein der Name lässt Fulminantes erahnen: "Nevera" nennt man in Kroatien einen heftigen Wirbelsturm, der meist schlagartig aus Richtung der Nordadria hereinbricht und Orkanstärke erreichen kann.

Benannt nach einem Orkan

Schlagartig setzen auch die immensen Kräfte des automobilen Nevera ein. Vier Motoren treiben den scherentürigen Renner an, einer an jedem Rad, insgesamt toben sich 1408 kW/1914 PS aus, das maximale Drehmoment liegt bei geradezu surrealen 2360 Newtonmetern. Kleiner Auszug aus den Fahrdaten: Als Topspeed entwickelt der Nevera 412 km/h, der Race von 0 auf 100 km/h dauert nur 1,97 Sekunden, in 9,3 Sekunden pfeilt der Nevera dann schon mit 300 Sachen dahin. Um das einzuordnen: Der wahrlich nicht fußlahme Golf GTI braucht 6,2 Sekunden für den 0-auf-100-Sprint.

Entlang der Adria: Der Nevera soll mit einer Akkuladung 550 Kilometer weit kommen.

Entlang der Adria: Der Nevera soll mit einer Akkuladung 550 Kilometer weit kommen. © Hersteller

Um solche Power wieder einzufangen, benötigt es Carbon-Keramik-Bremsen; zudem überwachen 13 Kameras, 6 Radars und 12 Ultraschallsensoren das Tun des Renners, mittelfristig soll er autonom fahren können.

Akku mit 120 kWh

Als Energielieferant dient eine 120-kWh-Batterie, die ins Carbon-Chassis integriert worden ist. Als maximal mögliche Reichweite werden 550 Kilometer genannt, um das zu erreichen, dürften sich Fahrer respektive Fahrerin wohl arg mäßigen müssen. Die Ladeleistung beträgt bis zu 500 kW, den derzeit unwahrscheinlichen Fall vorausgesetzt, dass sich am Wegesrand eine solche Ladestation findet.

Das Interieur vermittelt keine puristische Magerkost, sondern sehr gehobenes Gran-Turismo-Niveau, umfassende Digitalisierung inklusive, gestartet wird mit Gesichtserkennung.

Zustieg durch Scherentüren: Cockpit des Nevera.

Zustieg durch Scherentüren: Cockpit des Nevera. © Hersteller

150 Einheiten sollen vom Nevera gebaut werden, zum Stückpreis von zwei Millionen Euro.

Der Nevera ist letztlich die Serienversion der Studie Concept­_Two, die 2018 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt worden ist. Nicht nur Porsche, sondern auch Hyundai kooperiert mit Rimac, und die Gerüchteküche will wissen, dass Volkswagen die Marke Bugatti an den Hersteller aus Sveta Nedelja bei Zagreb verkaufen will.

Elon Musk des Balkans

Firmengründer Mate Rimac ist gerade einmal 33 Jahre alt. In der Branche gilt er als "Elon Musk des Balkans", der Fokussierung auf Elektrisches wegen. Anders als Rimac benennt Musk seine Modelle zwar nicht nach sich selbst. Doch auch der Name Tesla besitzt einen kroatischen Bezug: Nikola Tesla, genialer Erfinder, Physiker und Elektroingenieur, wurde im Jahr 1856 in Smiljan geboren.

Ulla Ellmer