Spritpreise: Um sieben Uhr wird es teuer

10.6.2021, 18:07 Uhr
Tanken: Über den Tag gibt es immer mehr Preisschwankungen.

Tanken: Über den Tag gibt es immer mehr Preisschwankungen. © Bernd Schray/pixabay

Dieses Spiel kennt jeder Autofahrer: Auf der Fahrt in Richtung Supermarkt lockt noch ein günstiger Spritpreis am Wegesrand. Nur eine halbe Stunde später, auf der Rückfahrt, ist er aber, schwupps, gleich um ein paar Cent nach oben geklettert.

Immerhin: Weil das Auf und Ab einem tageszeitlichen Muster folgt, können schlaue Sparfüchse gezielt den für ihren Tankstopp günstigsten Moment abpassen. Ein solches Tanken nach der Uhr gestaltet sich inzwischen aber schwieriger. In einer Auswertung für den Monat Mai hat der ADAC festgestellt, dass – so der Club zürnend – die Mineralölkonzerne mit ihrer Preispolitik eine zusätzliche tägliche Preisspitze eingeführt haben. Insgesamt registriert der ADAC sieben Preisrunden pro Tag, das ist eine mehr als noch im Vorjahr.

Nächtliche Konstante

Dennoch lohnt es sich für Autofahrer, auf die Uhr zu sehen, bevor sie die Tankstelle ansteuern. Am teuersten, so hat es der ADAC analysiert, ist Tanken kurz nach sieben Uhr morgens. Danach rutschen die Preise wieder nach unten, um im Tagesverlauf immer wieder aufwärts zu zucken, zunächst gegen 10 Uhr, später um 13 und 16 Uhr, dann kurz vor 18 und 20 Uhr sowie schließlich um 22 Uhr, bevor sie eine weitgehende nächtliche Konstante erreichen.

Am günstigsten kommt Spritfassen zwischen 18 und 19 Uhr und am späteren Abend zwischen 20 und 22 Uhr.

Berg- und Talfahrt: Der ADAC hat sieben Preisrunden im Tagesverlauf ermittelt.

Berg- und Talfahrt: Der ADAC hat sieben Preisrunden im Tagesverlauf ermittelt. © ADAC

Verringert hat sich im Vorjahresvergleich auch das Sparpotenzial an sich. Taten sich 2020 noch elf Cent zwischen dem teuersten und dem günstigsten Tagespreis auf, beträgt der Unterschied mittlerweile nur noch rund sieben Cent pro Liter Super E10 und sechseinhalb Cent je Liter Diesel.

Den Wettbewerb stärken

Der ADAC appelliert an die Autofahrer, den Stundenplan der Kraftstoffpreise gut im Auge zu behalten und, wenn irgend möglich, zu den attraktivsten Zeiten zu tanken. Dies stärke auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt, wovon letztlich alle Verbraucher profitieren.

Hilfestellung leisten Spritpreis-Apps. Und wer darüber hinaus etwas tun möchte, um den Verbrauch seines Fahrzeugs zu zügeln, sollte die Standard-Tipps berücksichtigen: Vorausschauend und eher defensiv fahren, den aerodynamisch ungünstigen Dachträger bei Nichtgebrauch abnehmen, unnötigen Ballast aus dem Auto entfernen – und genügend Luft in die Reifen pumpen: Schon 0,5 bar zu wenig können den Kraftstoffverbrauch um einen Liter pro hundert Kilometer erhöhen.

ule