Mittwoch, 21.04.2021

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Supersportler Artura: McLaren macht auf leise

Plug-in-Hybrid – 680 PS stark, 330 km/h schnell – Ab 220.000 Euro - 19.02.2021 20:57 Uhr

McLaren Artura: Sein Name kombiniert die Begriffe "Art" - also Kunst - und "Futura" (Zukunft).

19.02.2021 © McLaren


Auch im Reich der Supersportwagen sind die elektrischen Zeiten angebrochen. Ein reiner Stromer ist der McLaren Artura zwar nicht. Zumindest aber ein Plug-in-Hybrid. Und damit nimmt er unter den flunderflachen Exoten eine Vorreiterrolle ein.

Verbunden ist der Aufbruch in die elektrische Ära allerdings auch mit einem Abschied: Ein Vierliter-V8 war für den Artura keine Option. Stattdessen gelangt ein komplett neu entwickelter V6-Sechszylinder-Biturbo mit drei Litern Hubraum und 429 kW/585 PS zum Einsatz. Als tatkräftiger Partner wird ein 70 kW/95 PS starker Elektromotor tätig, der in der gleichfalls neuen Achtgang-Automatik seinen Platz hat.

In drei Sekunden von 0 auf 100

Insgesamt kann sich der Artura-Fahrer auf eine Systemleistung von 680 PS und ein mächtiges Drehmoment von 720 Newtonmetern verlassen. Entsprechend energiegeladen geht es voran: In drei Sekunden erstürmt der Brite die Tempo-100-Bastion, in 8,3 Sekunden reißt er die 200er-Marke und wo es geht, kann er mit 330 km/h über den Asphalt brettern.

Mit elektrischer Unterstützung: Der Artura bringt es auf eine Systemleistung von 680 PS.

19.02.2021 © Hersteller


Im rein elektrischen Betrieb bringt es der Artura zumindest auf die Autobahn-Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Das Losfahren erfolgt immer in bis dato markenuntypischer Lautlosigkeit, maximal können bis zu 30 Kilometer im EV-Modus zurückgelegt werden. Dann muss das 7,4-kWh-Batteriepack nachgeladen werden, zweieinhalb Stunden sollen für das Prozedere genügen. Alternativ kann während der Fahrt auch der V6-Verbrenner die Akkus füttern. Im Rückwärtsgang bewegt sich der Artura übrigens grundsätzlich elektrisch.

Und was weiß man über den Verbrauch? Von 5,5 l/100 km fabuliert McLaren, hier ist – wie immer bei Plug-in-Hybriden - Misstrauen angebracht; ganz abgesehen davon, dass auch der Strombedarf in die Energiebilanz eingehen muss.

Federleicht dank Carbon

Zumindest sollte das Fahrzeuggewicht Spar-Ambitionen buchstäblich leicht umsetzbar machen. Denn der Artura bringt nur 1490 Kilogramm auf die Waage, 130 von ihnen gehen aufs Konto des Hybridsystems. Maßgeblich sind die Carbon-Architektur und die Alu-Karosserie für die Gewichtsminimierung verantwortlich.

Puristisch und clean: Artura-Cockpit.

19.02.2021 © Hersteller


McLaren gibt dem Hecktriebler ein elektronisches Sperrdifferenzial für die Hinterachse mit; an elektronischen Beifahrern bringen sich Adaptivtempomat, 360-Grad-Kamera, Spurhalteassistent und Fernlichtautomatik ins Spiel.

Digitalisiertes Cockpit

McLaren-Kennern werden die coupéhafte Linienführung und die nach oben öffnenden Scherentüren vertraut erscheinen. Einen radikaleren Schnitt vollzieht der Artura im Innenraum. Dort halten digitale Instrumente Einzug, die Taster für die Fahrstufen sitzen in der Mittelkonsole, davor prangt – gleichsam schwebend – der hochkant installierte Infotainmentbildschirm.

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Auch die Hersteller von Supersportwagen können sich der Elektrifizierung nicht verschließen. Bis ein rein batterieelektrischer McLaren auf die Straße rollt, dürfte es zwar noch lange dauern. Aber der Artura macht schon mal den Anfang: Der 680 PS starke Plug-in-Hybride kann 30 Kilometer weit rein elektrisch fahren. Käufer sollten freilich gut bei Kasse sein - mindestens 220.000 Euro werden aufgerufen.


Der Name Artura ist aus den Wörtern "Art" (für Kunst) und "Futura" (für Zukunft) komponiert worden. Für seinen hybridisierten Supersportler will McLaren mindestens 220.000 Euro sehen. Nach Abzug der Innovationsprämie braucht man da nicht mehr zu fragen.

Ulla Ellmer

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