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Donnerstag, 17.10.2019

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VW T-Roc R: SUV mit Rennsport-Genen

Preise ab 43.995 Euro – Start im Oktober – Erste Ausfahrt - 11.10.2019 15:33 Uhr

R wie Rennsport: Der 300 PS starke T-Roc R bringt seine Power mit Allradantrieb auf den Asphalt. © Hersteller


Dieser Zweiliter-TSI hat ganz schön was drauf: 221 kW (300 PS) sind ein starkes Statement. Damit die Leistung adäquat auf die Straße kommt, hat der R Allradantrieb immer an Bord, außerdem schaltet er stets über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Technik und die teilweise umfangreiche Ausstattung machen das kompakte Kraftpaket freilich teurer als die "braven" Schwestermodelle: VW ruft für den T-Roc R 43.995 Euro auf. Die Auslieferung beginnt im Oktober und falls man sich im Segment umschauen will - Kontrahent BMW X2 35i ist mit mindestens 55.200 Euro gewiss nicht günstiger.

Mit dem Topmodell der T-Roc-Baureihe will VW optisch nicht extrem sportlich auftreten, das Äußere bleibt deshalb eher dezent. Zu den optischen Erkennungsmerkmalen der "heißen Version" zählen modifizierte Stoßfänger und der markant gestaltete Kühlergrill, LED-Licht sowie der Dachkanten-Spoiler und der Diffusor am Heck. Letztere unterstützen den Anpressdruck und damit die Fahrstabilität hinten, zusammen mit der beim R ohnehin erfolgten Fahrwerksabsenkung um 20 Millimeter.

In 4,8 Sekunden von 0 auf 100

Der T-Roc R kann einige Trümpfe durch seine Rennsport-Gene ausspielen. In nur 4,8 Sekunden schnellt die Tachonadel des turbogeladenen Topmodells von 0 auf Tempo 100. In der Spitze sind „echte“ 250 km/h möglich, wie Jost Capito erwähnt, Geschäftsführer der R-GmbH, keine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit also. So viel R-Power erfordert auch Hochleistungsbremsen, die - im 17-Zoll-Format - vom Plattformbruder Golf R stammen, beim schnellen T-Roc R aber Standard sind.  Beides konnten wir auf kurvenreichen Strecken in den südfranzösischen Seealpen erproben.

Knackig um die Kurve: Auf serpentinenreichen Strecken fühlt sich der T-Roc R zuhause. © Hersteller


Auf abgelegenen Landstraßen macht das Top-Modell besonders viel Spaß. Hier konnten wir um die Ecken pfeifen, auch mal spät anbremsen und dann beim Herausbeschleunigen das breite Drehzahlband mit bis zu 400 Newtonmetern Drehmoment nutzen - manchmal zwischen Felswänden auf beiden Seiten, die den Sound (im "Race"-Modus) akustisch noch verstärken. Besonders das Handling überzeugt, der T-Roc R lenkt auf kleine Lenkradbewegungen wie von selbst ein - frei nach dem Motto: Kurven, wo seid ihr, ich komme!

Die genormten sieben bis knapp acht Liter (WLTP) Verbrauch haben wir dabei freilich überschritten, im Bordcomputer konnten wir bis um die zehn Liter auf 100 Kilometer ablesen.

Auch innen rassig

Es bleibt kaum Zeit, das rassige Ambiente im relativ großzügigen Innenraum zu erspüren. Doch den exklusiven R-Touch erkennen wir auch am unten abgeflachten Ledersportlenkrad, mit Paddels zum manuellen Schalten. Der 8-Zoll-Touchscreen ist Standard, Lederbezüge gibt es auf Wunsch.

Auf die sportliche Tour: Inneneinrichtung mit digitalem Cockpit und unten abgeflachtem Lenkrad. © Hersteller


Der T-Roc R ist zwar umfangreich ausgestattet - neben dem 4Motion-Haldex-Allrad bietet er unter anderem Sportfahrwerk, Fahrprofil-Auswahl (zusätzlich mit dem "Race"-Modus), Progressivlenkung und abschaltbare Antriebsschlupfregelung auf. Toll auch das digitale Cockpit - optional mit Navigationssystem "Discover Media" mit 10,25 Zoll-Display und Vernetzung bis hin zu drei integrierten Smartphone-Schnittstellen für "MirrorLink", "Android Auto" und "Apple Car Play".

Launch Control und Race Modus

Wie bei echten Sportwagen kann der Fahrer per "Launch Control" und "Race Modus" einen raketenartigen Start hinlegen. Freilich helfen ihm auch die üblichen Assistenten zwecks höherer Sicherheit und mehr Komfort, allerdings zu einem nicht unbeträchtlichen Teil im Paket und optional.

Alltagstauglichkeit wiederum ist kein Thema, nicht nur wegen des zwischen 392 und 1237 Litern variablen Gepäckraums.

Wer die breiten 235er-Schlappen auf 19-Zoll-Räder (statt 225er/18 Zoll) haben will, der zahlt 820 Euro Aufpreis. Neben dem serienmäßigen Fahrwerk liefert VW für 1045 Euro das DCC-Fahrwerk mit fünf Fahrmodi zur speziellen Abstimmung, auch der Lenkung. Ganz wild nicht nur im fulminanten Sound wird es mit einer leichteren Titan-Abgasanlage für 3800 Euro; Serie sind die ovalen Doppelendrohre beidseitig.

Illustres Umfeld: Der T-Roc R macht dem Audi SQ2 und dem BMW X2 M35i Konkurrenz. © Hersteller


Beat it

Statt der Standard-Audioanlage kann der Kunde das Soundsystem "Beats" ordern. Auch eine Anhängerkupplung für Gespanne oder die Transportbefestigung von Rädern ist lieferbar.  Und nicht zuletzt lässt sich mehr Geld ausgeben für die Zweifarb-Lackierung, zu der ein schwarzes Dach gehört.

Mit dem "R"-Modell ist nicht das letzte Wort rund um den T-Roc gesprochen. Eine besonders ungewöhnliche Ergänzung steht im Frühjahr an: Dann kommt das T-Roc-Cabriolet – derzeit das einzige offene SUV auf dem Markt. 

Ingo Reuss

VW T-Roc R in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits erhältlich

Wen er ins Visier nimmt: BMW X2 M35i, Audi SQ2, Cupra Ateca

Was ihn antreibt: Zweiliter-Turbo-Vierzylinder-Benziner mit 221 kW (300 PS)

Was er kostet: Ab 43.995 Euro

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