Mittwoch, 23.10.2019

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Wildunfall: So verhält man sich richtig

Im Herbst ist Hochsaison für "tierische" Zusammenstöße - 24.09.2019 14:05 Uhr

Passiert häufig: Über 260.000 Wildunfälle ereignen sich pro Jahr. © HUK Coburg


Im Herbst herrscht Hochsaison für Wildunfälle. Normalerweise, so heißt es bei der HUK-Coburg-Versicherung, ereignen sich etwa 100 solcher Zusammenstöße pro Tag, speziell im Oktober/November aber steigt die Zahl der tierischen Crashs auf etwa 160 täglich an. Das hat auch damit zu tun, dass die Dämmerung - also jene Tageszeit, zu der ein besonders intensiver Wildwechsel stattfindet - jetzt auf die Zeit des Berufsverkehrs fällt.

Wie lässt es sich vorbeugen?

Am besten durch umsichtige und vorausschauende Fahrweise. Dies gilt besonders für Straßen, die an Wäldern oder Feldern vorbeiführen und während der Dämmerung. Dann sollte man sorgfältig darauf achten, was sich am Straßenrand abspielt - und stets bremsbereit sein. Wer schnell fährt, hat kaum eine Chance, den Tieren auszuweichen, die oft nur in 20 Metern Entfernung vor das Fahrzeug rennen. Wichtig zu wissen: Wenn ein Wildtier die Straße überquert, folgen häufig noch weitere nach. Auch das Fahren mit Fernlicht empfiehlt sich, weil die Augen der Tiere dann "zurückstrahlen" und besonders gut zu erkennen sind.

Wenn größere Tiere wie Hirsch, Reh oder Wildschwein auftauchen, gilt es, sofort zu bremsen, abzublenden und zu hupen. Bei kleinerem Wild wie Hase oder Fuchs lautet die gängige Regel, nur dann zu bremsen, wenn keine Gefahr für einen Auffahrunfall besteht. Dies ist indes ein Verhalten, das Tierfreunde ablehnen und das oft auch dem Instinkt des Autofahrers widerspricht.

Unfall: Was tun?

Anhalten, Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern und die Polizei verständigen. Die Beamten nehmen den Unfall auf, erstellen eine Bescheinigung über den Wildunfall und setzen den Jagdpächter davon in Kenntnis. Die Bescheinigung wird von der Versicherung benötigt, damit sie den Schaden regulieren kann, sofern dieser höher als 1.000 Euro ausfällt. "Das ist eher die Regel als die Ausnahme", heißt es bei der HUK Coburg, durchschnittlich sei ein solcher Wildschaden mit 2.500 Euro zu beziffern.

Welche Versicherung zahlt?

Unfälle mit Tieren jeglicher Art sind ein Fall für die Teilkasko. Wer eine Vollkasko hat, sollte wissen, dass diese auch eine Teilkasko beinhaltet, dass sich ein Wildschaden aber nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt der Vollkasko auswirkt.

Tier weg: Und jetzt?

Neben den eigentlichen Wildunfällen gibt es auch jene, die zwar durch ein Tier ausgelöst wurden, bei denen es aber nicht zu einem direkten Zusammenstoß gekommen ist. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn ein erschrockener Fahrer das Lenkrad verreißt oder aber dem Tier ausweicht und dann mit einem Hindernis kollidiert.

Auch in solchen Fällen zahlt die Teilkasko. Allerdings gibt es dabei einen Haken: Der Fahrer muss tatsächlich einen Zusammenstoß mit Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben und obendrein einen Zeugen benennen können. Da wird es schon schwierig. Und wer für kleinere Tiere wie Hasen oder Füchse bremst bzw. ausweicht, braucht eine Vollkasko, um seinen Schaden reguliert zu bekommen.

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