Energie und Geld sparen

Baden bis in den Herbst: So bleibt der Pool auch an kühlen Tagen warm

8.9.2021, 13:54 Uhr
Multifunktionale Abdeckung: Dank eines verschließbaren Holzdecks kann aus einem Pool an kühlen Tagen auch eine Terrasse werden.

Multifunktionale Abdeckung: Dank eines verschließbaren Holzdecks kann aus einem Pool an kühlen Tagen auch eine Terrasse werden. © Tom Bendix/SSF

"Grundsätzlich kann jeder Pool beheizt werden", sagt Ute Wanschura, Geschäftsführerin des Bundesverbands Schwimmbad und Wellness in Köln. Dazu gebe es viele Möglichkeiten.

Heizung einbauen

Eine davon ist, wenngleich keineswegs ökologisch, der Einbau einer Heizung. Das lässt sich auch nachträglich noch erledigen. "Man muss nur überlegen, ob sich eine Investition in ein Heizsystem bei sehr günstigen Aufstellpools lohnt", betont Wanschura. Aber selbst dort lasse sich das Wasser mithilfe einer Elektroheizung erwärmen.

Erwärmen mit der Luft

Umweltfreundlicher und nachhaltiger lassen sich größere, fest installierte Pools mit einer Wärmepumpe beheizen. Sie entzieht der Luft oder dem Erdreich Wärme, pumpt diese mit Strom auf ein höheres Temperaturniveau und überträgt sie auf das Beckenwasser. Dieser Prozess sei für Pools schon ab einer Außentemperatur von circa zwölf Grad möglich, sagt Ute Wanschura.

Die Energiemenge, die die Wärmepumpe verbraucht, ist kleiner als die Wärme, die sie gewinnt: Moderne Modelle schafften mit einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme. Aber das ist natürlich auch abhängig von der Außentemperatur. "Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und gewünschter Beckentemperatur, desto weniger Energie muss die Wärmepumpe selbst produzieren – desto effizienter arbeitet sie also", erklärt Wanschura.

Erwärmen durch Sonne

Eine ebenfalls vergleichsweise energieeffiziente Alternative ist das Beheizen des Pools mit Sonnenenergie. "Die einfachste Lösung sind Kunststoffabsorber, die es in Form von Matten, Platten oder Schläuchen gibt", erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft in Berlin. Sie werden direkt im Garten, auf dem Hausdach oder auf dem Garagendach montiert.

Das Poolwasser durchströmt die Absorber direkt und erwärmt sich dabei – wie in einem Gartenschlauch, der in der Sonne liegt, beschreibt Ute Wanschura. So lassen sich Temperaturen erreichen, die um vier bis zehn Kelvin über dem eines unbeheizten Beckens liegen – was vier bis zehn Grad Celsius entspricht.

"Der Pool sollte möglichst nah am Absorber sein, um Wärmeverluste im Leitungsweg gering zu halten", rät die Poolexpertin. Und Carsten Körnig rät, dass die Fläche eines Kunststoffabsorbers idealerweise 0,7 bis 1,2 Quadratmeter Absorberfläche je Quadratmeter Beckenoberfläche betragen sollte.

Solarthermie nutzen

Die zweite Lösung mit Sonnenenergie sind Kollektoren, wie man sie auch für das Beheizen des Gebäudes vom Hausdach kennt, die in dem Fall aber in der Nähe des Pools aufgebaut werden. Durch sie fließt kein Schwimmbadwasser wie bei den Solarabsorbern, sondern eine frostsichere Wärmeträgerflüssigkeit, die aber ebenfalls von der Sonne erwärmt wird. Ein Wärmetauscher sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme auf das Beckenwasser übertragen wird.

Die Alternative dazu ist, direkt die Solarthermie-Anlage für das Haus auch für den Pool zu nutzen – und zwar deren Überschüsse. Darauf weist der VdZ Spitzenverband der Gebäudetechnik hin. Die über Solarkollektoren gewonnene Energie wird in einem Wärmespeicher zwischengelagert und je nach Bedarf für Heizung und Warmwasser bereitgestellt.

Immerhin in den warmen Monaten ist die Ausbeute an Sonnenenergie besonders hoch, der Wärmebedarf im Haus aber eher gering. Diese Überschüsse lassen sich dann etwa für den Pool nutzen.

Eine Solarthermie-Anlage ist laut VdZ deutlich komplexer und damit auch kostenintensiver als die Anschaffung von Solarabsorbern – immerhin handelt es sich hierbei ja auch um eine Heizungsanlage für das Haus. Wer das aber ohnehin vor hat, kann damit grundsätzlich langfristig Energiekosten sparen. In Kombination mit einem modernen Öl- oder Gas-Brennwertkessel zum Beispiel seien bis zu 40 Prozent Energieersparnis im Jahr möglich.

Ein Dach spart Energie

Auch Poolexpertin Ute Wanschura empfiehlt die Integration der Poolheizung in die Hausheizung. "Das ist meist die effizientere Variante, da hier alle Komponenten miteinander vernetzt sind und abgestimmt aufeinander arbeiten." Die Steuerung der Poolheizung könne aber auch manuell erfolgen.

Damit das Wasser im Pool dann möglichst lange warm bleibt, ist ein Dach für das Becken nötig. Mit einer Überdachung lasse sich der Energiebedarf für die Poolerwärmung um bis zu 80 Prozent senken, so Wanschura. Diese Abdeckung kann denkbar einfach sein: Schon eine einfache Luftpolsterfolie zeigt Wirkung. Es gibt auch Möglichkeiten mit integrierten Solarprofilen, die quasi doppelt wirken. Zum einen halten sie die Wärme im Becken, zum anderen nehmen die Solarprofile die Sonnenwärme auf und leiten sie ans Becken weiter.

"Schöner sind allerdings Rollladen-Abdeckungen, die ähnlich wie ein Fensterrollladen übers Wasser laufen und sich auch per Fernsteuerung bedienen lassen", findet Branchenkennerin Ute Wanschura.

"Auch immer beliebter werden Rolldecks, die übers Becken gefahren werden und anschließend wie eine Terrasse mit Holzpaneelen begehbar sind." So hat man auch noch etwas vom Pool, wenn selbst die Heizung das Wasser nicht mehr warm bekommt.

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