Experten mahnen

Darum sollten Sie Hecken aus Thuja, Kirschlorbeer und Bambus dringend aus dem Garten entfernen

20.9.2021, 11:36 Uhr
Viele beliebte Hecken-Pflanzen sind Naturschützern ein Dorn im Auge.

Viele beliebte Hecken-Pflanzen sind Naturschützern ein Dorn im Auge. © tatlin/Pexels/Pixabay/LizenzCC

Pflegeleicht und schön anzusehen - das sind bei vielen Hobbygärtnern die Hauptkriterien für die Pflanzenwahl im eigenen Garten. Vor allem bei großen Hecken um das eigene Grundstück sollte das Stutzen und Pflegen nicht allzu lange dauern.

Experte: Hecken aus Kirschlorbeer, Thuja und Bambus sind ein großer Fehler

Viele greifen daher auf Kirschlorbeer oder Thuja zurück - ein großer Fehler, wie Sönke Hofmann, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland, kurz NABU, erklärt. Diese und viele weitere Pflanzen seien für Tiere und die Umwelt völlig nutzlos.

"Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur", so Hofmann. "Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose." Bestenfalls ein wenig Unterschlupf finden Vögel zwischen den Blättern, ernähren kann die Pflanze sie nicht.

NABU kritisiert: "Keine Ahnung und keine Geduld"

Der Kirschlorbeer wurde als Zierpflanze aus der Türkei hierzulande eingeführt. "In den vergangenen Jahren gab es eine Inflation dieser Sträucher, gemeinsam mit den ebenfalls exotischen Rhododendren verdrängen sie heimische Pflanzen. Damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für Insekten und damit die Babynahrung vieler Vögel", ärgert sich der Naturschützer.

"Wer Lorbeerkirschen anpflanzt zeigt, dass er keine Ahnung und keine Geduld hat", wird Hofmann deutlich. Zum einen, weil die Pflanze für Menschen giftig sei, zum anderen weil sie sich über die Gärten langsam in den Wälder verbreite und dort heimische Pflanzen verdränge.

Kirschlorbeer auch aus ganz anderen Gründen nicht im Garten geeignet

Aber auch aus ganz anderen Gründen ist der Kirschlorbeer nicht als Gartenhecke geeignet: Er sei kein guter Sichtschutz, findet die Baumschulerin Gabriele Bschorr. Das Gehölz wachse nicht so dicht wie zum Beispiel die Hainbuche. Und wenn die Hecke zu viel Sonne oder Frost ausgesetzt ist, wird sie schnell braun.

Außerdem verträgt sie keinen Heckenschnitt mit der Motorschere, weil dabei zwangsläufig viele Blätter beschädigt werden. Die Blätter und Samen des Exoten sind auch noch giftig, schwer kompostierbar und keine geeignete Nahrung für Insekten und Vögel.

Auch der beliebte Bambus ist keine gute Idee, da er sich stark verbreitet - und zwar im ganzen Garten, wenn man ihn nicht stoppt, warnt Bschorr. Wer sich für den Bambus entscheidet, sollte zudem wissen, dass er für heimische Tiere kaum einen Nutzen hat - ähnlich wie Bambus, Dahlien, Rhododendron und Thuja. Wer den Bambus dennoch vorzieht, sollte unbedingt eine Rhizomsperre anlegen, die die Pflanzen am Wuchern hindert.

Sie suchen Alternativen? Diese Hecken empfehlen Naturschützer

Stattdessen rät NABU zu heimischen und insektenfreundlichen Alternativen. Dazu gehören: Brombeere, Weißdorn, Hainbuche, Liguster, Haselnuss und Vogelbeere. Eine immergrüne Ausweichmöglichkeit ist die Eibe. Bschorr empfiehlt ebenfalls die Hainbuche, Liguster und Eibe sowie die Apfelrose, die laut der Baumschulerin alle schnell dicht werden.

Als Sichtschutz geeignet ist auch die Kornelkirsche, in der sich Vögel wohlfühlen. Sie blüht im Frühling und trägt später säuerliche Früchte, die sich zu Marmelade, Kompott oder Likör verarbeiten lassen. Optisch ansprechend ist auch die Felsenbirne: Der Strauch färbt sich im Herbst rot-orange, im Sommer trägt er kleine, essbare Früchte.

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