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Fahrradanhänger: Darauf sollte man beim Kauf achten

14.6.2021, 10:31 Uhr
Der Kleine: Für den Wocheneinkauf, die Getränkekiste, den Picknickkorb oder was auch immer: Das Modell

Der Kleine: Für den Wocheneinkauf, die Getränkekiste, den Picknickkorb oder was auch immer: Das Modell "Hmini" von der Münchner Firma "hinterher" ist nicht nur belastbar, sondern auch noch schön anzuschauen. Der hochwertige Anhänger hat allerdings seinen Preis, um die 500 Euro. © Hinterher.com

Es gibt sie von praktisch-quadratisch über sportlich bis stylish, mit zwei Rädern oder einspurig, als Einkaufstrolley und für größere Touren: Wer sich einen Transportanhänger fürs Rad zulegt, steht vor vielen offenen Fragen. Ganz grundsätzlich sollte man folgende Punkte vor der Anschaffung bedenken:

Das richtige Rad

Montieren lässt sich so ein Anhänger an nahezu jedes Rad, vorausgesetzt der Hersteller hat es dafür freigegeben. Denn das Gewicht zerrt einseitig, was nicht jeder Rahmen auf Dauer gut wegsteckt. "Ansonsten gibt es kaum Unterschiede zwischen Stadt-, Reise-, Falt- oder Rennrädern", sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad. Auch Mountainbikes sind geeignet. Problematisch könne im Einzelfall jedoch die Montage der Kupplung sein, in die der Anhänger eingeklinkt wird. Das Rad sollte beim Kauf also am besten dabei sein, um ausprobieren zu können, ob die Kupplung passt.

Fahreigenschaften eines Hängers

Mit einem beladenen Anhänger verhält sich das vertraute Fahrrad anders als gewohnt. Man muss beispielsweise darauf achten, Kurven weiter zu fahren. Die Räder bleiben nämlich gern an Bordsteinen und anderen Hindernissen hängen. Außerdem gilt: In Kurven nicht zu schnell fahren, damit der Hänger nicht ins Kippen kommt.

Welche Gewichtsgrenze gilt?

Meist liegt die Nutzlast eines Anhängers bei 45 Kilogramm, mehr nicht. Schließlich wiegen bereits das Rad und der Fahrer. Ein Beispiel des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC): Trekkingbikes haben häufig ein zugelassenes Gesamtgewicht von 120 Kilogramm. Wiegt das Rad 15 Kilo, der Anhänger zehn und die Person auf dem Sattel 75 Kilo, bleiben nur noch 20 Kilogramm für die Last übrig. Grund: Die Bremsen greifen bei hohem Gewicht langsamer. Tipp: Schwere Gegenstände sollten möglichst tief verstaut werden. Die Ladung muss zudem gut gesichert sein, sonst rutscht sie während der Fahrt herum.

Ein Einspurtrailer ist gut geeignet für Reisen, aber auch für größere Einkäufe.
 

Ein Einspurtrailer ist gut geeignet für Reisen, aber auch für größere Einkäufe.   © www.haibike.de/pd-f.de/dpa

Einspurer oder Zweispurer

Weit verbreitet sind Anhänger mit zwei Rädern. "Sie laufen stabil und vertragen viel Last", erklärt Koßmann. "Einspurer, die nur ein Rad haben, sind schmaler, was das Durchkommen zum Beispiel im Gelände verbessert." Ein Gespann mit einem Rad ist jedoch meist deutlich länger und kippt leichter.

Wie sicher ist ein Transporter?

Wie sicher ein Transportanhänger ist, hängt stark mit dem Preis und der Qualität zusammen. Folgende Kriterien sind wichtig: Der Rahmen sollte stabil, leicht und einfach zu reinigen sein. Er muss im Straßenverkehr gut erkennbar sein und beispielsweise Reflektoren an den Seitenwänden und Speichen sowie eine Sicherheitsfahne haben.

Vor- und Nachteile:

- Gegenüber der Neuanschaffung eines Lastenrads ist ein Anhänger deutlich günstiger (Preis ab 90 bis 1300 Euro).

- Er ist leicht an das Fahrrad zu montieren. Wird er für den Transport nicht gebraucht, hängt man ihn einfach ab. Manche Modelle lassen sich bei Nichtgebrauch auch zusammenklappen.

- Fahren und Bremsen mit Hänger ist etwas gewöhnungsbedürftig.

- Falls auch Kinder transportiert werden sollen, braucht man einen zusätzlichen Anhänger, der die nötigen Sicherheitskriterien erfüllt.

- Wer zu sportlichen Touren aufbricht, weiß oft die Gepäcktasche wieder zu schätzen, da jeder Anhänger ein Eigengewicht mitbringt.

- Im Gelände können Cargotrailer zur echten Last werden. Wenn überhaupt, sollte es hier ein einspuriger Hänger sein.

- Im Zugabteil erweist sich ein beladener Hänger ebenfalls als sperriges Hindernis.

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