Einreise, Maskenpflicht, Tests

Ganz Spanien wird Corona-Risikogebiet: Was gilt für Urlauber?

9.7.2021, 13:12 Uhr
Ab dem 11. Juli gilt ganz Spanien als Risikogebiet.

Ab dem 11. Juli gilt ganz Spanien als Risikogebiet. © Clara Margais, dpa

Corona-Lage

In den letzten Tagen stieg der Inzidenzwert für Spanien rasant an, derzeit liegt der Wert bei 201,1 (Stand: 9. Juli, JHU). Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die autonomen Gemeinschaften Andalusien, Kantabrien, Katalonien, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Ceuta derzeit ab. Diese werden aktuell als Risikogebiete eingestuft. Ab dem 11. Juli gilt ganz Spanien als Risikogebiet. Für diese gelten zusätzliche Vorgaben für die Einreise wie eine Anmeldepflicht. Mehr hierzu lesen Sie unter dem Punkt "Was ist bei der Rückreise wichtig?".

Die Inselgruppe der Balearen mit den beliebten Urlaubszielen Mallorca und Ibiza gelten bis Sonntag noch nicht als Risikogebiet, die Zahlen steigen aber auch hier deutlich an - laut der balearischen Gesundheitsbehörde lag der Wert für Mallorca am Donnerstag bei 127,2 (Vortag 119,8), für die Balearen insgesamt bei 157,1.

Ob eine Region oder ein Land von Deutschland als Risikogebiet eingestuft wird, hängt nicht nur am Inzidenzwert, sondern an der Entscheidung eines Gremiums, dem das Bundesministeriums für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat angehören. Jeden Freitag wird neu entschieden, welche Länder als Risikogebiete gelten.

Was muss man vor der Einreise beachten?

Wer per Flugzeug oder Schiff einreist, muss vorab ein Formular auf dem Portal von Spain Travel Help ausfüllen. Das geht 48 Stunden vor dem Flug oder der Fährenfahrt. Dadurch erhält man einen QR-Code, den man bei der Reise mit sich führen muss - entweder auf dem Smartphone oder in Papierform. Stuft Spanien das Einreiseland als hochriskant ein, wird zusätzlich ein negativer Test-Nachweis, eine Impf- oder Genesungsbescheinigung nötig. Deutschland ist aktuell nicht unter diesen Ländern, damit brauchen Urlauber nur das Formular. Welche Länder betroffen sind, lesen Sie hier (in englischer Sprache).

Bei der Einreise ist außerdem eine Gesundheitskontrolle möglich. Dabei messen Angestellte der Gesundheitsbehörde die Temperatur von Reisenden, prüfen das Formular und suchen nach optischen Krankheitszeichen.

Bei der Einreise durch Frankreich müssen Urlauber einen negativen Corona-Test vorlegen, der maximal 48 Stunden alt sein darf. Akzeptiert werden PCR-Tests und Schnelltests, ausgedruckt und digital. Diese müssen auf Deutsch, Englisch oder Spanisch sein. Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder unter 12, vollständig Geimpfte und Genesene, deren Erkrankung mindestens elf und maximal 180 Tage zurückliegt.

Was gilt während des Urlaubs?

Je nach Region können die Corona-Regeln abweichen. Die Autonomen Gemeinschaften im Land, quasi die Regionen Spaniens, können abhängig von der Infektionslage Beschränkungen verhängen. Sinnvoll ist es daher, sich vorab bei seinem Gastgeber oder auf der Website der jeweiligen Autonomen Gemeinschaft zu informieren. Die Informationen für die Balearen finden Sie beispielsweise hier (in spanischer Sprache). Eine landesweite Verschärfung der Corona-Regeln schloss die spanische Regierung vorerst aus.

Allgemein braucht es für den Check-In im Hotel oder dem Ferienhaus einen negativen Test, der maximal 72 Stunden alt sein darf. Alternativ reicht auch der Nachwies einer vollständigen Impfung oder einer Erstimpfung mindestens 15 Tage und maximal vier Monate vor der Ankunft, berichtet das Auswärtige Amt. Auch ein Genesenennachweis wird akzeptiert. Zudem gilt eine Maskenpflicht in allen Innenräumen und auch im Freien, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Hotels und Ferienwohnungen haben zusätzliche Hygienevorschriften.

Auf den Balearen muss am Strand ein Abstand von zwei Metern zwischen Strandliegen eingehalten werden, Rauchen ist in der Öffentlichkeit nur alleine erlaubt, zudem muss man dabei an einer Stelle verweilen. Restaurants dürfen bis 2 Uhr nachts öffnen. Aufgrund der hohen Inzidenzwerte wurde die geplante Öffnung von Clubs und Disktheken verschoben und die bisherigen Regelungen wurden um zwei Wochen verlängert, berichtet die Mallorcazeitung. Zusätzlich ist ab dem 10. Juli der Alkoholverkauf ab 22 Uhr verboten, Bars und Restaurants sind hiervon aber ausgenommen. Sie dürfen weiterhin bis 2 Uhr morgens öffnen.

Was ist bei der Rückreise wichtig?

Wer nicht aus einem Risikogebiet einreist, braucht vor dem Rückflug oder der Rückfahrt keine Anmeldung in Deutschland vorzunehmen. Flugreisende benötigen aber für den Check-In einen negativen Test. Diesen bieten einige Unterkünfte an, auch am Flughafen sind oft Tests möglich. Geimpfte, Genesene und Kinder unter sechs sind von der Testpflicht ausgenommen.

Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss vor der Rückreise zusätzlich die sogenannte Digitale Reiseanmeldung ausfüllen. Zusätzlich müsste sich der Reisende in eine zehntätige Quarantäne begeben, solange er keinen negativen Test vorweisen kann. Bei der Einreise aus einem Risikogebiet müssen Urlauber aber sowieso nach spätestens 48 Stunden ein Testergebnis auf der Plattform Digitale Reiseanmeldung hochladen. Dieser Test darf bis zu 48 Stunden vor der Einreise (bei PCR-Tests bis zu 72 Stunden vorab) vorgenommen werden. Wer vor der Einreise seinen Nachweis hochlädt, erspart sich also die Quarantäne. Ausnahmen gibt es wiederum für Geimpfte oder Genesene. Diese sind von der Test- und Quarantänepflicht befreit.

Schwieriger wird es, wenn eine Region zu einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvariantengebiet erklärt wird. Bei Hochinzidenzgebieten gilt eine Mindestquarantäne von fünf Tagen, nach denen man sich freitesten kann, sonst von zehn Tagen. Wenn eine Region einen Inzidenzwert von 200 überschreitet, muss das oben beschriebene Gremium nur noch "ein besonders erhöhtes Infektionsrisiko" feststellen, um diese Region als Hochinzidenzgebiet einzustufen. Nach einem Aufenthalt in einem Virusvariantengebiet sind es 14 Tage Quarantäne ohne Freitestung. In Europa gibt es aktuell keine Regionen, die als Virusvariantengebiet eingestuft werden.